REVIEWS 2026 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Hier könnt ihr euch über bekannte Bands, ihre neuen Alben, ihre Fehltritte ... auslassen

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gelal
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Re: REVIEWS 2026 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Power Paladin (IS)
Genre: Power Metal
Label: ROAR
Album Titel: Beyond The Reach Of Enchantment
Spielzeit: 48:25
VÖ: 27.03.2026

Power Paladin, 2017 in Island noch ohne "Power" im Namen gegründet, haben sich epischem Power Metal verschrieben. Seit 2020 unter dem neuen Namen aktiv, erscheint Ende März 2026 das neue Werk "Beyond The Reach Of Enchantment". Das "episch" haben sie bereits mit der Spielzeit erfüllt, die sich auf lediglich acht Titel verteilt, sodass die Songs durchschnittlich eine lange Spielzeit haben. Entsprechend gespannt war ich auf das Werk.

Die Lieder weisen fast alle einen Bezug zu Fantasy-Welten oder zum Mittelalter auf, angedeutet etwa in "Camelot Rock City". Los geht es aber erst einmal mit dem straight nach vorn ballernden "Sword Of Vigor". Die Double-Bass-Drum am Schlagzeug knüppelt gut, die Gitarren spielen schöne Läufe und zu meiner Überraschung wird nach 2/3 des Songs auf dem Keyboard eine kleine Melodie gespielt, die wie die Musik von Pac-Man klingt.
Das hat erst etwas irritiert, aber beim häufigeren Durchhören des Albums fand ich den Einfall ziemlich witzig, weil er auch gut in den Song eingebettet ist.

Dieses Muster verfolgt die Truppe das ganze Album über. Seien es gesprochene Passagen, sei es plötzliches Death-Metal-Gegrummel – die Songs sind vielschichtig und entwickeln sich häufig anders, als anfangs erwartet.
"Glade Lords Of Athel Loren" ist dafür ein anschauliches Beispiel. Die erste Hälfte des Songs wird Power Metal geboten, dann folgt ein Break mit leichten Barock-Anklängen, und über eine Death-Metal-Passage kehrt die Band wieder zum Power Metal zurück. Weitere Überraschungen spare ich mir aber an dieser Stelle, die werdet ihr selbst entdecken.

Bei allem wird Melodie großgeschrieben. Die Songs gehen gut ins Ohr und Sänger Atli Guðlaugsson beherrscht die tiefen Töne genauso gut wie die hohen. Höher sind auch meist die Gitarren gestimmt, nur gelegentlich klingen sie tiefer, was dann die Stimmung des Songs verstärkt, wie etwa in "The Royal Road". Die ausgewogene Produktion hat dafür gesorgt, dass Musik und Gesang gut aufeinander abgestimmt daherkommen und der Klang wunderbar klar ist, ohne dass man das Gefühl hat, Musik "aus der Konserve" zu hören.

Zu kritisieren gibt es wenig. Die Songs hätten manchmal etwas gerafft werden können und die eingangs aufgeführten "Gimmicks" haben bei mir teilweise erst für Irritationen gesorgt, bevor ich sie zu schätzen wusste.

Fazit:
Power Metal steht drauf und ist auch drin! Das zweite Werk des Power Paladin ist durchweg gelungen. Ich konnte es immer wieder gut durchhören, ohne Titel zu überspringen. In den gut 48 Minuten Spielzeit wird viel Abwechslung geboten. Wer Bands wie Manowar mag, der darf gerne zugreifen!

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Sword Vigor
02. Glade Lords Of Athel Loren
03. The Royal Road
04. The Arcane Tower
05. Aegis Of Eternity
06. Camelot Rock City
07. Keeper Of The Crimson Dungeon
08. Valediction

Lineup:

Atli Guðlaugsson - Vocals
Bjarni Þór Jóhannsson - Guitars
Ingi Þórisson - Guitars
Kristleifur Þorsteinsson - Bass
Bjarni Egill Ögmundsson - Keyboards
Einar Karl Júlíusson - Drums

https://www.facebook.com/powerpaladinice
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Autor: Udo

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Band: Lion's Share (S)
Genre: Heavy / Power Metal
Label: Metalville
Album Titel: Inferno
Spielzeit: 42:17
VÖ: 27.03.2026

Bevor ich meine Meinung zum inzwischen siebten Studioalbum der Schweden Lion's Share sage, eine kurze Einleitung.
Seit mehr als 40 Jahren liebe und sammle ich nun Metal- und Rockmusik, und dennoch verpasst man immer wieder so einiges. So fiel mir vor gut 20 Jahren per "Verdachtskauf" das selbst betitelte Debüt von Lion's Share in die Hände, wurde für solide befunden und verschwand im Regal. Seither habe ich nicht einen weiteren Song der Band gehört oder ihre Entwicklung weiterverfolgt. Jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert später, dachte ich mir dann: Es mag überhastet sein für einen aus der Generation X, aber ich hör’ dann doch mal wieder rein. Immerhin muss man ja mit dem schnelllebigen Zeitgeist gehen.

Die erste Überraschung traf mich dann direkt beim knackigen Opener "Pentagram" in Form der ersten Strophe. "Hö? Da läuft doch Astral Doors?!" stammelte ich, verrosteter Metalhead, vor mich hin. Es ist schon unangenehm, nicht zu wissen, dass Nils Patrik Johansson seit inzwischen fast 20 Jahren auch bei Lion's Share am Mikro steht. Okay, seit 16 Jahren kam jetzt allerdings auch kein neues Album. Das zu meiner Verteidigung.

Allerdings hat sich auch musikalisch einiges verändert. War in meiner Erinnerung das Debüt eher dezent progressiv angehauchter Melodic Metal, irgendwo zwischen Royal Hunt und Tad Morose, so klingt hier alles nach den erwähnten Astral Doors mit starker Dio-Schlagseite. Vor allem eine Nummer wie "We Will Rock", welche wie ein "We Rock"-Dio-Klon klingt, und ein Stampfer wie "Lion's Trial" hätte auch Ronnie James selbst keinen Deut anders intoniert.

Alles klingt dann auch satt und knackig. Das Riffing hält sich herrlich traditionell und oftmals pendelt das Songtempo der Rhythmussektion gekonnt zwischen rockigen Dampfhämmern und wuchtigen Midtempo-Hymnen im traditionellen Heavy Metal-Stil wie im schön melodischen Song "We Are What We Are". Das Gitarrenspiel in der Soloabteilung ist auch immer sehr melodisch, auch wenn es mal schneller zu Werke geht. Warum man dann aber im erwähnten "Lion's Trial" mitten im schön gespielten zweiten Solo einfach den Song ausblendet und das Stück somit beendet, werde ich wohl nie verstehen.

Hier klingt aber natürlich nicht alles nach einem stumpfen Dio-Klon. So erinnern Stücke wie das rockige "Live Forever" eher an aktuellere Saxon und mit dem fetzigen "Chain Child" klingt man instrumental wie frühere U.D.O.. Mit einem Titel wie "Run For Your Life" hat man dann als überraschenden Album-Closer eine reinrassige Doom Metal-Hymne gewählt, die alten Black Sabbath Nummern in nichts nachsteht.

Fazit:
Das neue Album von Lion's Share bietet ein recht eingängiges und memorables Stück klassischen Heavy Metals an, das Fans der genannten Bands gut reinlaufen wird. Die Nähe zum Vorbild Dio ist teilweise zwar etwas arg offensichtlich, aber jeder kann für sich selbst entscheiden, ob dies positiv oder negativ zu werten ist. Mir gefiel es gut und es machte durch die Bank Spaß, vor allem da es keinen wirklichen Ausfall zu verzeichnen gab. Somit ein gutes Comeback nach vielen Jahren Abstinenz und ein sehr gelungen geschmiedetes Stück schweren Metalls.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: We Are What We Are, Lion's Trial, Chain Child

Tracklist:

01. Pentagram
02. We Are What We Are
03. We Will Rock
04. The Lion's Trial
05. Baptized In Blood
06. Live Forever
07. Chain Child
08. Another Desire
09. Run For Your Life

Lineup:

Nils Patrik Johansson - Vocals
Lars Chris - Guitars
Andy Loos - Bass
Kay Backlund - Keyboards
Fredrik Johansson - Drums

https://www.facebook.com/lionsshareband
https://www.lionsshare.org

Autor: Slaine

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Band: Antrisch (A/D)
Genre: Black Metal
Label: AOP Records
Album Titel: Expedition III: Renitenzpfad Marañones
Spielzeit: 47:47
VÖ: 27.03.2026

Gegründet 2020, haben Antrisch (österreichisch/bayrisch für unheimlich oder gespenstisch), schon mit ihren beiden Veröffentlichungen "Expedition I : Dissonanzgrat" (2021) und "Expedition II: Die Passage" (2023) bewiesen, welches Gespür sie für atmosphärischen, emotionalen und mächtigen Black Metal haben.
Das Thema ihrer letzten Scheibe, die Expediton von Sir John Franklin's Expedition, die Nordwest-Passage zu erkunden, wurde schon von vielen Künstlern vertont. So passend und intensiv, wie es aber Antrisch vermochte, habe ich das noch nie gehört.
Auf dem neuen Album „Expedition III: Renitenzpfad Marañones“ wird nun Pedro de Ursúas Amazonas-Expedition aus dem Jahr 1560, auf der Suche nach dem sagenumwobenen Goldland Eldorado hergenommen und mehr oder weniger aus Sicht des Konquistadors Lope de Aguirre erzählt. Die Älteren unter Euch werden sich sicher an den Werner Herzog-Film "Aguirre - Der Zorn Gottes" erinnern, welcher dieses Thema mit Klaus Kinski verfilmte.

Genau wie schon auf den letzten Alben, verbinden Antrisch in ihrer unnachamlichen Art atmosphärischen, brachialen Black Metal mit postmetalischen und ambienten Zügen. Das Wechselspiel zwischen tiefschwarzem Riffing, Blastbeats und Vocals, welche voller Emotionen immer wieder die entsprechende Stimmung in Szene setzen, mit in erzählform dargebotenen "spoken Words", erzeut mächtige Klanglangschaften. Selbst in den ruhigen Parts, wenn eine bedrückende Atmosphäre und die gesprochenen Worte zu venehmen sind, hat das Ganze eine unglaubliche Dichte.

Durch die Vocals wird in den Stücken jede erdenkliche Emotion in Szene gesetzt. Sei es Hoffnung, Tristess, Verzweiflung oder auch Wahnsinn; wenn man in die Geschichte eintaucht, kann man den Verlauf der Expedition, vom Beginn, über die Unwegsamkeiten, den Strapazen, den internen Kampf bis hin zum Scheitern und bitteren Ende des Ganzen, mit dem inneren Auge mitverfolgen. Die Tragik in der Story erfüllt durch die Musik praktisch den ganzen Raum.
Die immer wieder in den Melodiebögen auftauchenden flirrenden Gitarren erzeugen zudem nicht selten Gänsehaut-Momente. Auch setzen Akustikgitarren in spanischem Gewand Akzente, welche genau wie Soli und Breaks für zusätliche Abwechslung sorgen. Die Story, in 7 Kapitel, respektive Songs, unterteilt, dauert knapp 48 Minuten und sollte natürlich unbedingt am Stück gehört werden. Nicht nur, weil es ein Konzeptalbum ist, sondern auch weil das Album so stimmig daherkommt, dass jede Pause beim Hören die Spannung, welche von Beginn an aufgebaut und bis zum Ende gehalten wird, zunichte machen würde.

Dass das alles so gut funktioniert, liegt nicht zuletzt an der super Produktion, welches das Album einfach perfekt in Szene setzt. Nicht blankpoliert, aber auch nicht zu rau, betont sie genau wie die Musik selbst das Thema der Scheibe hervorragend.

Fazit:
Zur Zeit kann wohl niemand Stories wie diese besser im "metallischen Universum" vertonen als Antrisch dies tun. Die Kombination aus Aggression, Atmosphäre und Ambiente wird bei der Vertonung dieser "Expedition" mit Blackmetallischer Urgewalt und zugleich mit einer erzählerischen Dichte präsentiert, welche den Hörer von Anfang bis Ende mit viel Spannung und Emotion in ihren Bann zieht.
Wenn dieses Album für den Herzog-Film geschrieben worden wäre, wäre dieser komplett ohne Text für die Protagonisten ausgekommen, denn besser als mit diesen sieben Stücken des Albums, können die Bilder des Films gar nicht in Szene gesetzt werden. "Expedition III: Renitenzpfad Marañones" gehört in jede gut sortierte Metal-Sammlung!

Punkte: 10/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Conquista - Prolog
02. Hidalgo Infernal - Der Baskische Wolf
03. Nattern & Narren - Los Marañones I
04. Bittergrün - Los Marañones II
05. Abkehr - Non Svfficit Orbis
06. Verschanzt - Perleneilandterror
07. Canis Lvpvm Edit - Wolfsfalle | Verratener Verräter

Lineup:

Maurice Wilson - Vocals
Robert Falcon Scott - Guitars
Alexander Gordon Laing - Guitars
Отто Шмидт - Bass
Noel Ewart Odell - Drums

https://www.facebook.com/Antrisch
https://antrisch.bandcamp.com

Autor: Thomas

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Band: Doedsvangr (International)
Genre: Black Metal
Label: Soulseller Records
Album Titel: Within The Flesh
Spielzeit: 42:39
VÖ: 10.04.2026

Die international besetzten Doedsvangr veröffentlichen mit "Within The Flesh" ihr drittes Langeisen. Wie das so ist: Man kann nicht alles kennen, und somit war mir diese Band bis dato auch unbekannt. Die Truppe setzt sich aus Norwegern, einem Finnen und einem Franzosen zusammen und erkundet mit ihrer Musik die düstersten Winkel der Existenz.
Und genauso klingt das Ganze dann auch, was schon der Bandname suggeriert. Dieser bedeutet nämlich sowohl "Felder des Todes" als auch "toter Mutterleib".

"Within The Flesh" kommt mit tiefschwarzem Riffing daher, welches mal einen chaotischen, mal einen hochmelodischen und dann wieder einen Doom-Touch in sich trägt. Dieses Wechselspiel, auch das mit dem Tempo, lässt die 42 Minuten relativ kurzweilig durch die Boxen schallen. Hier vermischen sich norwegischer und finnischer Black Metal zu einem skandinavischen "Gebräu", was einerseits die düstere norwegische und andererseits die etwas atmosphärische, teilweise hypnotische Ausrichtung der finnischen Gangart in sich trägt.

Das Schlagzeug, welches hier mit den Gitarren, wie so oft, das Grundgerüst der Songs bildet, bekommt dabei immer wieder eine tragende Rolle. Sei es als treibender Taktgeber oder als groovendes Monster, es setzt einfach immer wieder, manchmal auch kleine Akzente. Auch mächtige, im oberen Uptempo angesiedelte Parts bleiben im Gedächtnis. Der Bass ist auch gut integriert, könnte allerdings manchmal etwas präsenter sein.

Genauso finster wie die Musik, klingen die Vocals, welche kehlig und leicht gurgelnd durch die Boxen quillen. Dies betont das Thema der Musik Doedsvangr’s perfekt, und wenn in der tiefschwarzen, doomigen Nummer "Blodskam" die Vocals eine "exorzistische" Note bekommen, dann könnte das dem einen oder anderen schon einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen.

Produktions- und mixtechnisch ist das Ganze ein zweischneidiges Schwert. Das Ganze klingt, als würde man es durch eine weiche Masse ("im Fleisch" halt) pressen, was einerseits zu den Inhalten der Mucke passt, es andererseits aber auch schwer macht, Feinheiten in der Musik zu erkennen. Hier kommt, vor allem wenn man in Raserei verfällt, wie in "The Pentagram Upon My Mouth", zu oft das Chaos durch. Der Titel dient dennoch als Anspieltipp, da er eben genau den Leuten gefallen sollte, welche diese rohe, "matschige" Note mögen.

Fazit:
"Within The Flesh" ist tiefschwarz, finster, böse und mächtig, hat exorzistische Züge und schleudert dir wahrlich die dunkelsten Ecken der Existenz entgegen. Hier wird nichts geschönt, sondern alles nach oben geholt, was sich in der Finsternis versteckt. Wer sich auf das "Chaos" hier einlassen kann, wird begeistert sein, ansonsten erst einmal hineinhören.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Omnipath, Blodskam, The Pentagram Upon My Mouth

Tracklist:

01. Devil Bites Man
02. Black Sun Dissolution
03. Omnipath
04. Within The Flesh
05. Blodskam
06. The Pentagram Upon My Mouth
07. Rites Of Thorns, Rise Of Flesh

Lineup:

Doedsadmiral - Vocals
BST - Guitars
Shatraug - Guitars
Sanrabb - Bass
Antichristian - Drums

https://www.facebook.com/doedsvangrofficial
https://doedsvangr.bandcamp.com

Autor: Thomas

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Band: Avon (USA)
Genre: Hard Rock / Desert Rock
Label: Go Down Records
Album Titel: Black On Sunshine
Spielzeit: 32:26
VÖ: 17.04.2026

Die seit 2015 agierenden Avon veröffentlichen mit "Black On Sunshine" ihr drittes Langeisen. Wobei Langeisen das falsche Wort ist, denn auch wenn es 12 Songs beinhaltet, schafft man es gerade mal auf EP-Länge von nicht mal 33 Minuten. Thematisch beschäftigt man sich mit den Verlockungen und Verführungen duch die Moderne oder auch den Mangel an Rückrat und Kommunikation durch die "Leichtigkeit" der sozialen Medien. Aber auch die Liebe kommt hier nicht zu kurz.

Schon die ersten Töne des Albums, was mit dem Titelstück beginnt, lässt dich 30 Jahre und weiter in die Zeit zurückreisen. Im trockenen Kyuss-Style, mit großer Black Sabbath Attitüde und rauem Stoner-Sound geht man hier zu Werke. Neben den kernigen Gitarren und einem mächtigen knarzigen Bass bekommt "Black On Sunshine" aber auch den psychedelischen Charme der 70 verpasst.
Das nächste Stück "Awkwardness" fährt dann moch mehr Bass auf und wird mit einer hintergründigen, aber deutlich venehmbaren Melodie unterlegt. Das Schlagwerk "poltert" sich durch die Nummer und gibt dieser einen ordentlichen Groove.

So und so ähnlich geht es dann auch in den anderen Stück zu, was manchmal ein gewisses Wirrwarr erzeugt, was allerdings in diesem Genre eher normal ist und am Ende nur den trockenen Sound der Platte betont. Genre-Fans dürften jedenfalls ihre helle Freude an der Produktion haben.
"Never In A Million Years" kommt mit einer Basslinie, die ein wahres Monster ist. Hier ist der Kontrast zu den relative hellen Vocals einfach perfekt. Apropos Vocals: Auch diese weisen immer wieder diesen psychedelischen Touch auf. Manchmal machen sie aber auch eine disonante "Figur" und liegen etwas neben der Spur. Gewollt oder nicht, will ich nicht beurteilen, aber es ist gewöhnngsbedürftig, genau wie eine gewisse Monotonie, die sich immer wieder einschleicht. Auf die Kürze des Albums gesehen, vieleicht etwas zu viel.

Ein Nummer wie "Super Fury Antidote", die schon vor 25 geschrieben wurde, lockert das Ganze aber auch mal schön auf. Mit seinem fast beschwingten Groove und der Melodie, kann man schon von einer gewissen Eingängigkeit sprechen. Dieses Stück ist perfekt auf der Platte plaziert, da es dich genau im richtigen Moment aus der entstandenen Monotonie herausreißt. "Strangest Love" ist sogar schon 33 Jahre alt und besticht vor allem mit seiner markanten Gitarre, dem coolen Rhythmus und dem Gesang. Hier zeigt sich wie zeitlos Musik sein kann. Der Albumabschluss "Oblivion" rockt sich dann nochmals sehr eingängig durch die Anlage und lässt den Wunsch aufkommen, auf dem Album noch zwei, drei weitere solcher Nummern finden zu können.

Fazit:
"Black On Sunshine" weiß zu gefallen. Auch wenn sich das Album bis zur Hälfte immer mehr in eine gewisse Monotonie verliert, ist es doch variabel und vor allem in der zweiten Hälfte überzeugt die Platte. Mit einer Mischung aus der rauen, trockenen Kyuss Attitüde, dem Black Sabbath Charme und eingängigen Melodien haben Avon ein, zugegeben etwas kurzes, aber zeitloses Dersert Rock Album mit spychedelischer Note erschaffen, an dem Genre-Freunde gefallen finden werden.

Punkte: 7,5/10

Anspieltipp: Black On Sunshine, Never In A Million Years, Oblivion

Tracklist:

01. Black On Sunshine
02. Awkwardness
03. Spacebar
04. Never In A Million Years
05. Bandits
06. Ninteen Bruises
07. Super Furry Antidote
08. Doorway
09. Strangest Love
10. Oblivion

Lineup:

James Childs - Vocals, Guitars
June Kato - Bass
Alfredo Hernández - Drums

Guest Musician:

Nick Davidge - Guitar & Backing Vocals on Black On Sunshine
Guitar & Vocals on Strangest Love

https://www.facebook.com/Avonband
https://www.avondesertrock.com

Autor: Thomas

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Band: Doodswens (NL)
Genre: Black Metal
Label: Svart Records
Album Titel: Doodswens
Spielzeit: 37:30
VÖ: 17.04.2026

Gegründet 2017, veröffentlichen die Black Metaller Doodswens Mitte April ihr zweites, selbstbetiteltes Album. Um die Musik der Niederländer eventuell besser verstehen zu können, muss hier erwähnt werden, das Doodswens im Niederländischen "Todeswunsch" oder "Vom Tod getrieben" bedeutet. Mit diesem Thema setzt sich das Album dann auch auseinander. Hier geht es aber laut Bandgründerin I nicht um den Wunsch nach dem Tod, sondern um den Tod des Wunsches. Hier geht es nicht darum aufzugeben, sondern darum Kraft zu finden, um jemanden der neue Energie gewinnt, nachdem er dem Tod ins Auge gesehen hat.

Wie man den Wunsch nach dem Tod "tötet", zelebriert das Trio in sieben Songs, welche sich über 37 1/2 Minuten erstrecken. Der Hörer bekommt hier Black Metal in einer sehr rohen Form serviert, welcher mit schreddernen, verzerrten Gitarren einem scheppernden, aber auch mit Blastbeats auffahrenen Drumkit daherkommt. Der Bass sorgt für zusätzliche Tiefe, was die Finsternis des Ganzen schön betont, und die energiegeladenen Vocals liegen in einer Schnittmenge aus Wut, Verzweiflung und Hass. I schleudert diese so inbrünstig aus ihrer Brust, alles wolle sie dem Tod sagen: "Egal was du machst, ich habe keine Angst vor dir und wenn du mich irgendwann einholst, dann werde ich in Zufriedenheit mit dir gehen."

Doodswens klingen aber nicht einfach hart und roh, sondern wissen das Ganze auch mit Abwechslung zu versehen. Sicher, hier klingt vieles ähnlich, was ob der Ausrichtung des Ganzen nicht unlogisch ist. Neben einer gewissen Monotonie, lassen die Niederländern den aufmerksammen Zuhörer aber auch teilhaben, an Tempowechseln, das eine oder andere Break, flirrenden Gitarren oder vertrackten Riffs und feinen Melodien. Auch bekommen die Stücke oft eine Art Live-Charme, was eine mystisch-rituelle Atmosphäre erzeugt. Besonders am Anfang von "Devils Stone" bekommt man den Eindruck, man steht vor der Bühne und erlebt die Band hautnah. Das Stück hat eine doomige Schwere und grooved stampfend aus den Boxen in dein Wohnzimmer.

Dass das Ganze so roh und authentisch rüberkommt, liegt nicht zuletzt an der rauen, aber absolut passenden Produktion, welche das Thema der Platte bestens in Szene setzt. Mit einer sauberen hätte man die rituelle Aura, die dieses Album in sich trägt zerstört und es hätte seine Wirkung auf den Hörer verloren.

Fazit:
Doodswens servieren uns auf ihrem selbstbetitelten zweiten Album, Black Metal in seiner rohen Form, welcher eine mystisch-rituelle Atmosphäre erzeugt und authentisch ist. "Doodswens" ist voller Wut, Verzweiflung und Finsternis, aber auch mit einer "Du kannst mir nichts anhaben"-Attitüde versehen, was das Trio aggressiv, energiegeladen und absolut glaubwürdig rüberbringt.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Driven By Death, The Black Flame, Devils Stone

Tracklist:

01. Driven by Death
02. Verrot
03. The Black Flame
04. These Wounds Never Healed
05. She Carries the Curse
06. Devils Stone
07. Vlaamse Vloek

Lineup:

I - Vocals & Drums
P - Guitars
R - Bass


https://www.facebook.com/DoodswensOfficial
https://doodswens.bandcamp.com

Autor: Thomas

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Band: Crippled Black Phoenix (UK)
Genre: Progessive Post Rock
Label: Season Of Mist
Album Titel: Sceaduhelm
Spielzeit: 66:20
VÖ: 17.04.2026

Mit "Sceaduhelm" veröffentlichen Crippled Black Phoenix ihr bereits zwölftes Studioalbum. Die Band einem bestimmten Genre zuzuordnen, ist sehr schwer, verarbeitet sie doch Elemente aus den verschiedensten Richtungen in ihren Songs. Auch das neue Album macht da keine Ausnahme. Man bekommt hier in fast jedem Song das Gefühl, die Band ist in einem anderen Genre unterwegs. In über einer Stunde werden uns 12 Stücke geboten, welche progressive, rockige und postrockige, aber auch metallische Elemente in sich tragen, genauso wie Darkwave-artige Züge oder auch fast schon poppige Melodien. Das Thema der Platte reflektiert dabei den Zustand der Erschöpfung, des Gedächtnisses und die Last des Überlebens.

Das Album startet mit "One Man Wall Of Death", welches gespickt ist mit Sprachsamples. Hier wird eine Atmosphäre erzeugt, die mich direkt an einen Film wie "Johnny zieht in den Krieg" erinnert. Durch das Schlagzeug wird im weiteren Verlauf extreme Spannung aufgebaut, bevor das Stück mit verzerrten Gitarren und pumpendem Bass aus sich herausbricht. Am Ende dieses Ausbruchs geht es dann wieder zurück in diesen "Movie-Touch", um dann direkt in das bereits als Single ausgekoppelte "Ravenettes" überzugehen. Hier bekommen wir dann das erste Mal die melodische Seite zu Ohren. Die rockigen Gitarren, die Keyboard-Melodie und die weiblichen Vocals machen das Stück sehr eingängig und nehmen den geneigten Hörer direkt mit. Ähnlich geht es auch im nächsten Stück "Things Start Falling Apart" zu, nur mit männlichen Vocals und etwas mehr Atmosphäre. Auch hier ist die Melodie ein tragendes Element, welches eine melancholische Stimmung erzeugt, die durch die Vocals noch verstärkt wird.

Das nächste Stück "No Epitaph / The Precipice" kann man als Ballade bezeichnen. Es besticht zu Beginn mit Akustikgitarre und dunklem Gesang, und dieses Sonore in der Stimme trägt das Stück regelrecht durch den Raum. Hier setzen in der zweiten Hälfte die Gitarren noch Extra-Akzente. Das Wechselspiel zwischen den sanften und druckvollen Parts, welche dann mit elektrischen Gitarren, Schlagzeug und Bass die Dunkelheit noch mehr betonen, gibt dem Song eine melancholische Atmosphäre. Mit dem harten, metallischen Part zum Ende hin, sorgt man dann noch für einen Aha-Effekt. Zwischendrin gibt es dann ein Stück wie "The Void", welches sich hauptsächlich aus Sprachsamples und elektronischen Klängen von Keyboard und Hammondorgel zusammensetzt, eine spacige Atmosphäre erzeugt und wieder an Filmmusik erinnert. Auch die Ballade "Under The Eye", zum Ende der Platte hin, ist eine wunderschön vorgetragene Nummer, dieses Mal mit weiblichen Vocals, welche eine sanfte Atmosphäre in sich trägt und zum Ende mit Sprachsamples von Kindern aufwartet und mit "Walgesängen?" untermalt ist.

Was die Band wunderbar hinbekommt, ist, dass sie in fast jedem Stück anders klingen und somit absolut unvorhersehbar agieren. Nicht nur, dass sie mal wie eine rockige Version von The Cure klingen (Colder And Colder) oder in Type O Negative-Manier durch die Boxen schallen (Vampire Grave), nein, auch im Sound sind sie variabel. Neben dem klaren, wie im erwähnten "No Epitaph / The Precipice", gibt es auch mal einen extrem verzerrten, rauen Stoner-Sound, wie in "Dropout", welcher schon fast elektronische Züge trägt.

Gerade weil die Musik von Crippled Black Phoenix Elemente aus den verschiedensten Richtungen verarbeitet, sollte man sich Zeit nehmen, das Album zu erkunden. Gerade Leute, die die Band erst jetzt kennenlernen, werden hier wahrscheinlich nicht beim ersten Hören abgeholt. Aber wer sich auf das Album einlässt, wird mit jedem Durchlauf mehr Details entdecken und seine Freude an den genialen Arrangements haben.

Fazit:
Crippled Black Phoenix erfinden sich auch auf Album Nummer 12 fast neu und servieren uns ein absolut vielschichtiges Album. Hier werden Postrock, Progressivität, poplastige Melodien, sphärische Klänge und Samples in einer Art und Weise miteinander verarbeitet, wie es in dieser eindringlichen, emotionalen Form wohl nur diese Band kann. Trotz der vielen unterschiedlichen Einflüsse das Ganze dennoch in so dunkler und melancholischer Weise darzubieten, ist schon eine Kunst. Für Puristen ist dieses Album nichts, aber wer über den Tellerrand schauen kann und viel Abwechslung sucht, ist hier genau richtig. "Sceaduhelm" wächst mit jedem Durchlauf und belohnt denjenigen, der sich darauf einlassen kann, mit großartiger Tonkunst.

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: Ravenettes, No Epitaph / The Precipice, Under The Eye

Tracklist:

01. One Man Wall Of Death
02. Ravenettes
03. Things Start Falling Apart
04. No Epitaph / The Precipice
05. The Void
06. Hollows End
07. Dropout
08. Vampire Grave
09. Colder And Colder
10. Under The Eye
11. Tired To The Bone
12. Beautiful Destroyer

Lineup:

Belinda Kordic - Vocals
Helen Stanley - Vocals, Keys, Trompets
Justin Greaves - Guitars, Effects, Backing Vocals, Bass, Drums
Andy Taylor - Guitars
Joel Segerstedt - Vocals, Guitars

https://www.facebook.com/CBP444
https://riseupandfight.bandcamp.com

Autor: Thomas

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Band: Rise Of Kronos (D)
Genre: Death Metal
Label: Self-Release
Album Titel: Slaves Of Time
Spielzeit: 47:12
VÖ: 17.04.2026

Dieser Tage veröffentlichen die Olympic-Deather von Rise of Kronos ihr neuestes Werk "Slaves Of Time". Inhaltlich beschäftigt sich das Album pauschal gesehen mit dem Lauf der Zeit, genauer gesagt damit, wie diese uns zu ihren "Sklaven" macht. Es geht um Vergänglichkeit und Sterblichkeit, sowie den Kampf mit und gegen die Zeit. Um bei der mythologischen Seite zu bleiben: Es geht dabei nicht nur um Kräfte, die sich irgendwie erklären lassen, sondern auch um "unerklärliche", mystische Kräfte, welche sich dir nur durch entsprechenden Glauben erschließen. Besonders gespannt war ich, wie das Ganze Vocal-technisch rüberkommt, nachdem Bassist Tim nicht mehr an Bord ist und daher auch seine Vocals fehlen. Schon mal vorab: Es wird am Ende ein persönliches Empfinden eines jeden Hörers sein, wie wichtig diese Vocals für ihn sind/waren.

Wie schon die letzten Werke, beginnt auch "Slaves Of Time" mit einem Intro. "Heresy" kommt dabei bedrohlich, mit Schwertklirren, Monster-Knurren und Grummeln daher, als würden die Orks bei Herr der Ringe aus ihren Höhlen kriechen. Flüsternde Vocals sorgen dabei für eine mystische Atmosphäre, bevor ein Brüller und Pferdewiehern das Ganze beenden.
Schon gleich beim Opener "Conception Of Humanity" wird dir dann der Rise Of Kronos Death Metal, in seiner unnachahmlichen Art entgegengeschleudert. Hier reihen sich direkt die Trademarks der Band aneinander: kraftvolles Death Metal Riffing, welches im Zusammenspiel mit präzisem Drumming das Grundgerüst der Songs bildet. Der Bass (welcher nun in Toms Händen liegt) pumpt zusätzlich Energie in den Sound und die tiefen Growls von Tom pressen dir die Lyrics durch die Boxen, dass diese dich allein schon erdrücken könnten, wenn du nicht genug Gegendruck erzeugen kannst. Großartiger Einstieg!

Trotz der großen Durchschlagskraft, der Aggressivität und des mächtigen Sounds der Platte, wissen die Jungs aber auch mit hochmelodischen Parts und einer gewissen Progressivität zu punkten und deutliche Akzente zu setzen. Auch Breaks und immer wieder auftauchende "Pinches" sorgen für Abwechslung und zeigen, wie detailverliebt man beim Songwriting vorgeht. Dieses ist noch ausgefeilter geworden und prädestiniert die Scheibe geradezu für mehrmaliges Hören am Stück. Wenn du nämlich genau hinhörst, wirst du mehrere Durchläufe benötigen, um alles zu entdecken. Hier ist hin- und nicht nur zuhören angesagt. Die großartigen Soli wie in "Slaves Of Time" oder "The Liberation", den Groove und die variablen Vocals in "Lit The Sky", den treibenden, stampfigen und leicht "schlamigen" Sound in "Black Breath" oder auch die markante Melodielinie in "Into The Ashes", wirst du schnell erkennen. Genauso die immer wieder eingestreuten Dissonanzen. Für viele andere Feinheiten, sollte man aber genauer hinhören. Denn diese sind manchmal genau das "Salz in der Suppe", was den "Geschmack" bekanntlich erst ausmacht.
Der mit bedrohlich-atmosphärischem Intro startende und dann durch die Anlage rasende "Poisen Of The Gods" pumpt dir im hinteren Teil der Platte wahrlich das Gift der Götter in die Adern. Das ist purer Death Metal, welcher im hinteren Teil auch wieder mit einem kurzen Soli aufgelockert wird. Die Wucht, die diese Nummer erzeugt, ist unglaublich.

Die Produktion ist nahezu perfekt gelungen, auch wenn die Vocals gelegentlich etwas präsenter hätten sein dürfen. Alles kommt energiegeladen und vor Kraft strotzend durch die Boxen, lässt aber trotz des mächtigen, aggressiven und wuchtigen Sounds alle Details erkennen. Dies wird nicht jedem beim ersten Durchlauf gelingen, aber mit jedem weiteren Durchlauf wird die Begeisterung für dieses Album steigen.

Fazit:
"Slaves Of Time" ist mehr als nur ein weiteres Rise Of Kronos Album. Die stete Weiterentwicklung ihres Olympic Death Metal, kommt hier deutlich zum Tragen, was sich im detailreichsten Songwriting widerspiegelt, das die Hamburg bisher in die Rille gepresst haben. Handwerklich großartig gespielt, wird hier abwechslungsreicher Death Metal regelrecht zelebriert, anstatt einfach nur rausgeballert. Das Zusammenspiel von Dissonanzen, Melodie, kernigen, treibenden Riffs, einem pumpenden Bass und dem punktgenauen Drumming wird hier in Reinkultur zum Besten gegeben und bringt dir sogar die Harmonie des Bandgefüges ins heimische Wohnzimmer. Um es mit Kiss zu sagen: "You Want The Best? – You Got The Best"!!!

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Heresy (Intro)
02. Conception Of Humanity
03. Escalate The Rot
04. Slaves Of Time
05. Custodians Of Reality
06. Lit The Sky
07. Black Breath
08. Into The Ashes
09. Poison Of The Gods
10. Chords Of Dismemberment
11. The Liberation
12. Phantom Eternity

Lineup:

Tom - Vocals, Bass
Jhonnie - Guitars
Henne - Guitars
Marco - Drums

https://www.facebook.com/riseofkronosofficial
https://riseofkronos.bandcamp.com

Autor: Thomas

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Band: PowerRage (CDN)
Genre: Thrash / Speed Metal
Label: High Roller Records
Album Titel: Beast
Spielzeit: 34:13
VÖ: 24.04.2026

Wer so wie ich, in den 70ern und 80ern aufgewachsen und dem Metal verfallen ist, wird sie kennen: die Kanadier Exiter. Mir sind sie besonders mit ihrem zweiten Album "Violence & Force" (1984) im Gedächtnis geblieben. Ich habe sie im Laufe der Jahrzehnte allerdings aus den Augen verloren und auch ihre letzte Platte "Death Machine" (2010) nur am Rande registriert.
Nun haben die beiden Exiter-Veteranen, Gründungsmitglied John Ricci (Gitarre) und Jacques Bélanger (Vocals 1996–2006), eine neue Band namens PowerRage am Start und veröffentlichen Ende April ihr Debüt "Beast". Ich war gespannt, denn nach Johns eigener Aussage, will man mit PowerRage keine neue Version von Exiter auf die Beine stellen, sondern zu neuen Ufern aufbrechen.
Eins schon mal vorab: So ganz kann man den Exiter-Touch nicht ablegen, was aber aufgrund der langen Geschichte, die hauptsächlich John mit der Band hat, auch extrem schwer ist. Aber das finde ich gar nicht weiter tragisch. Da laut Metal-Archives Exiter ihre Tore geschlossen haben, braucht es in Ottawa eine würdige Nachfolgeband, was PowerRage wunderbar hinbekommt.

Das Album umfasst 8 komplett neue Stücke, welche für PowerRage geschrieben wurden und keine Überbleibsel aus Exiter-Tagen sind, wie John betont. Die Platte bewegt sich mit ihren 34 und ein paar zerdrückten Minuten eher im EP-Bereich und dementsprechend zeitig sind die 8 Songs auch vorbeigeflogen. Die Arrangements sind dabei relativ kurzweilig ausgefallen, wissen einen gewissen Grad an Abwechslung mitzubringen und machen dem Album Titel "Beast" durchaus Ehre.

Das Album startet mit einem klassischen Thrasher. In "Dark Wings" werden die Felle amtlich verdroschen, die Gitarren schreddern, was das Zeug hält, und der Bass ist songdienlich druckvoll, ohne zu präsent zu sein. Die Vocals pendeln zwischen einer rauen, leicht kratzigen "Whisky-Stimme" und hohen Screams. Ein Thrasher wie er im Buche steht, der auch mit kurzem Solo aufwartet. Der folgende "Cremation Damnation" ist dann eine Nummer, in der der Bass deutlich mehr Raum bekommt. Hier sorgen Schlagwerk und ein markantes Riff für doomige Schwere und einen fetten Groove. In der zweiten Hälfte streckt man das Bein dann durch und schiebt den Splint durchs Knie, sodass man den Speed nicht verliert. Kurz bevor man sich dann aber selbst überholt, wird der Splint gezogen und man bremst die Nummer geschickt runter.

Ein Stück wie "Haunted Hell" erzeugt eine bedrohliche Atmosphäre und die dunklen Vocals tragen etwas von Exorzismus in sich. Auch hier gibt es wieder diese doomige Schwere, was die düstere Atmosphäre noch zusätzlich betont. Ferner lässt der raue Sound die Nummer wirklich klingen, als komme sie direkt aus der Hölle, was auch hervorragend zum Album-Titel passt. Hier kommt das "Beast" nach oben gekrochen. Noch rauer geht man soundtechnisch nur noch in "Damned And Cursed" vor. Auch hier gibt es die "böse" Atmosphäre und verleiht der Nummer einen Sound, welcher sich irgendwo zwischen Doom und Thrash bewegt. Das Ganze ist dann mit einer Art Melodielinie unterlegt, die einerseits eine gewisse Monotonie in sich trägt, andererseits aber auch eine gewisse Eingängigkeit erzeugt, ohne allerdings darauf ausgelegt zu sein. Der Albumabschluss "The Black Mass" vereint alle Merkmale des Albums und bietet doomige Schwere genauso wie Speed und Thrash.

Die Produktion ist genregerecht ausgelegt und betont eine raue, authentische Note. Dieses Album hat einen Sound zwischen Old School der 80er und modernen Thrash-Produktionen, wobei die Wurzeln der Musiker eindeutig den höheren Anteil haben.

Fazit:
Das PowerRage-Debüt heißt nicht nur "Beast", es ist auch eines. Die Kompositionen aus kernigem Thrash, relativ melodischem Speed und schweren, Doom-Metal-Elementen sind "böse", dunkel und rau, versprühen eine finstere und teilweise rituelle Atmosphäre und machen Lust auf mehr. Auch wenn die Exiter-Nähe nicht komplett außen vorbleibt, sind die Kanadier hier definitiv eigenständig am Werkeln und brechen tatsächlich zu neuen Ufern auf. Wenn man weiter am Ball bleibt, dann sollte der Vergleich mit Exiter bald Geschichte sein. Zwei, drei Stücke mehr solcher Kompositionen auf dem nächsten Album, wären allerdings zu befürworten, denn heutzutage möchten die meisten doch eher 45 bis 60 Minuten, statt Alben in EP-Länge.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Dark Wings, Haunted Hell, Damned And Curse

Tracklist:

01. Dark Wings
02. Cremation Damnation
03. Dragon Man
04. Haunted Hell
05. I Torture I Kill
06. The Devil Is Screaming
07. Damned and Cursed
08. The Black Mass

Lineup:

Jacques Bélanger - Vocals
John Ricci - Guitars
Todd Pilon - Bass
Lucas Dery - Drums

https://www.facebook.com/PowerrageBeast
https://powerrage.bandcamp.com

Autor: Thomas

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Band: Kaasin (N)
Genre: Hard Rock
Label: Pride & Joy Music
Album Titel: The Underworld
Spielzeit: 38:32
VÖ: 24.04.2026

Erst im Jahr 2020 gegründet, veröffentlichten Kaasin aus Norwegen bereits im Jahr 2021 ihr Debüt-Album, mit welchem sie sofort großen Erfolg feiern konnten. Nach einigen Singles und EPs erscheint Ende April 2026 das zweite volle Studioalbum "The Underworld". Verwurzelt im klassischen Hard Rock, war ich neugierig auf die Musik der Truppe.

Ich wurde gleich von Anfang an in den dichten Sound gezogen. Mit satten Keyboards, starken Gitarren, wummerndem Bass und knochentrockenen Drums entfaltet sich von Beginn an ein klassischer Hard-Rock-Sound, über welchem der kraftvolle Gesang des Sängers Jan Thore Grefstad thront. In sehr cleverer Manier macht die Gruppe dabei nicht den Fehler, den einmal eingeschlagenen Pfad das ganze Album über aufrechtzuerhalten.

Neben straighten Rockern wie dem Opener "The Real World" finden sich teils im Stakkato-Rhythmus gehaltene Tracks wie das unmittelbar folgende "Two Hearts" oder das sich langsam aufbauende "Invisible". Grefstads Stimme trägt wirklich jeden Song, wenn auch meist in der selben Tonlage gesungen. Entfernt erinnert er mich an Graham Bonnett von u. a. Rainbow.
Stets sehr präsente Keyboards sorgen für viel Melodie und Atmosphäre, welche die Band manchmal mit einigen Effekten verstärkt. Genannt sei etwa der Anfang von "Arabian Nights", der mit seinem schweren, leicht schleppenden Takt ohnehin aus dem Rahmen fällt, aber trotzdem immer noch gut ins gesamte Album passt.

Wer Fan längerer Gitarrensolos ist, wird möglicherweise enttäuscht, weil diese größtenteils recht kurz gehalten, aber immer gut in den jeweiligen Song passen. Nicht anfreunden konnte ich mich mit dem kurzen, an vorletzter Stelle platzierten Instrumental "The Descent Of Souls", welches besser als Intro oder Outro funktioniert hätte. Der CD-Bonus Track "Dead Man’s Hand" lag mir für diese Review leider nicht vor.
Gut gelungen ist dafür aber die Produktion, die einen richtig schönen, satten Klang geschaffen hat, wo alles gut zu hören ist und niemand von jemand anderem aus der Truppe überlagert wird.

Fazit:
Sonntagmorgen, der Kaffee dampft, zum "In-die-Gänge-Kommen" guter Hard Rock. Wer so in den Tag startet, greife gerne zu Kaasins neuem Werk. Die Titel gehen nicht alle gleich gut ins Ohr, unter dem Strich hat die Band aber ein sehr gut gelungenes Werk aufgenommen, das klassischen, schnörkellosen Hard Rock bietet. Am ehesten erinnert es mich noch an die Musik von Rainbow, die ja auch nicht die Schlechtesten waren. Das Teil empfehle ich ganz klar!

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Two Hearts, Iron Horse, Arabian Nights

Tracklist:

01. The Real World
02. Two Hearts
03. We Speed The Night
04. Iron Horse
05. Invisible
06. Over The Mountain
07. Arabian Nights
08. The Descent Of Souls
09. The Underworld
10. Dead Man’s Hand (CD Bonus Track)

Lineup:

Jan Thore Grefstad - Vocals
Jo Henning Kaasin - Guitars
Ståle Kaasin - Bass
Erling Henanger - Keyboards
Per-Morten Bergseth - Drums

https://www.facebook.com/kaasinmusic
https://kaasinmusic.com

Autor: Udo

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Band: Cnoc An Tursa (UK)
Genre: Folk / Black Metal
Label: Apocalyptic Witchcraft
Album Titel: A Cry For The Slain
Spielzeit: 44:22
VÖ: 24.04.2026

Seit 2008 am Start, veröffentlichen die Schotten Cnoc An Tursa mit "A Cry For The Slain" ihr drittes Langeisen. Wir bekommen es mit einer Mischung aus Folk- und Blackmetal zu tun, wobei hier die schwarzen Elemente die Oberhand haben. Thematisch beschäftigt man sich mit Trauer, Widerstand, Mystik und Stolz, wobei die Texte stark von schottischer Folklore inspiriert sind. Die Band bringt uns mit dem Album und seinen Lyrics ein wenig die schottische Mythologie näher. Der Name Cnoc An Tursa kommt im Übrigen aus dem Schottisch-Gälischen und bedeutet zu Deutsch ungefähr so viel wie "Hügel des Kummers" oder "Hügel des stehenden Steins"

Das Album startet mit "Na Fir Ghorma", ein atmosphärisches Intro aus Samples, einer tragenden Gitarre und "erhabenen" Frauengesang. Zum Ende baut dann ein grooviges Schlagzeug Spannung auf, die anderen Instrumente, wie Bass und Keyboard verstärken diese noch und alles entlädt sich dann im Opener "The Caoineag". Dieser beginnt mit Blastbeats und sägenden Gitarren und kommt dann stampfend durch die Anlage. Hier weiß man mit einem feinen Wechselspiel zu gefallen, was sich aus diesen stampfenden Parts, den Blastbeats und feinen Melodien zusammensetzt. Hier sorgen dann die Black Metal Growls und Schreie für eine schwarze Färbung.

Das ganze Album ist durchzogen von feinen Melodien, welche sich aber nicht aufdrängen, sondern mit den anderen Elementen und Parts der Platte in absolutem Einklang stehen. Dies macht die Platte so stimmig, dass man hier gar keine Nummer hervorheben möchte, da man das Gefühl einfach nicht los wird: Fehlt nur ein Song, würde alles auseinanderfallen. Trotz dieser Stimmigkeit und der zugegebenermaßen auch teilweise vorhersehbaren Songs auf der Platte, mangelt es dieser nicht an Abwechslung. Immer wieder gibt es Breaks, kurze Soli oder markante Parts, wie z. B. vom Schlagwerk im hinteren Teil von "Cailleach And The Guardians Of The Seven Stones". Auch die immer wieder eingestreuten Female Vocals, Pianoparts und atmosphärischen Momente (z. B. Alba In My Heart) setzen immer wieder Achtungszeichen. Apropos Pianoparts: Das Piano-Instrumental "The Nine Maidens Of Dundee" zaubert dir zum Albumabschluss eine wunderschöne, zarte, aber auch eindringliche Melodie ins Ohr. Toller Ausklang der Scheibe.

Wie oben bereits erwähnt dominieren die Black Metal Anteile das Album, was allerdings durch die Folk-Elemente immer wunderbar aufgelockert wird und durch großartige Melodien (z. B. Am Fear Liath Mòr) auch eine große Eingängigkeit erhält. Was die Schotten dabei hervorragend hinbekommen, ist, dass die Musik dennoch immer energiegeladen und kraftvoll bleibt. Die Produktion sorgt zudem für einen ausgewogenen Sound, welcher es dir auch ermöglicht, Feinheiten herauszuhören.

Fazit:
Das dritte Album von Cnoc An Tursa überzeugt mit großen Melodien, welche auch schon mal epische Züge tragen, und eingängigem Black Metal mit einem ordentlichen Schuss schottischer Folklore. "A Cry For The Slain" vermittelt dir schottische Mythologie im folkloristischen Black Metal-Gewand, mit kraftvollen, energiegeladenen Kompositionen, welche aber auch Raum für "nachdenkliche" Momente lassen.


Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Na Fir Ghorma
02. The Caoineag
03. Cailleach And The Guardians Of The Seven Stones
04. Baobhan Sith
05. Am Fear Liath Mòr
06. Alba In My Heart
07. Address To The Devil
08. The Nine Maidens Of Dundee

Lineup:

Alan Buchan - Vocals
Rene McDonald Hill - Guitars, Keyboards
Bryan Hamilton - Drums

Guest Musician:

Aisling - female Vocals

https://www.facebook.com/cnocantursa
https://www.instagram.com/cnocantursaband

Autor: Thomas

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Band: Archaic Oath (B)
Genre: Melodic Black Metal
Label: AOP Records
Album Titel: Determined To Death And Beyond
Spielzeit: 45:50
VÖ: 24.04.2026

Bereits seit 2005 tüfteln die beiden Protagonisten Arneriach (u. a. Hail Spirit Noir, Marche Funèbre) und Lykormas (u. a. Hemelbestormer, Wolven) an ihrer Vorstellung von Black 'n' Death Metal in seiner Urform. Mittlerweile als eigenständige Band am Start, die live von diversen erfahrenen Musikern von u. a. Melechesh, Sumerian Tombs und Beltez unterstützt werden, veröffentlichen Archaic Oath nun ihr Debüt.

Die ersten Töne von "Determined To Death And Beyond" erinnern dich sofort an norwegischen Black Metal der frühen 90er, was in mir direkt den Gedanken aufkommen ließ, dass es sich hier auch um Norweger handelt. Dass es Belgier sind, überraschte mich dementsprechend. Nicht dass ich es den Belgiern nicht zutrauen würde, es ist nur ungewohnt, und Belgien fällt einem halt nicht direkt ein, wenn es um diese Spielart geht. Doch sei es drum, am Ende spielt es keine Rolle.

Das Album startet mit "Above The Ice", welches mit finsterem, bedrohlichem Sample startet und dann kompromisslos über dich herfällt. Old School-lastige, sägende Gitarren, Leads für die melodische Note, ein Schlagzeug, welches ballern, aber auch grooven kann, und ein Bass, der songdienlich zum Tragen kommt. Die kratzigen, leicht "gurgelnden" Schreie werden dem Hörer mit Inbrunst entgegengeschleudert, was die Nummer noch intensiver macht. Im nächsten Stück "Wrath Of The Witches" wird dann die melodische Schraube noch weiter angezogen, was etwas an die schwedische Gangart erinnert. Auch ein spärisches Sample wird eingestreut. Hier bekommt der Song einen leichten Dimmu Borgir Touch, wie zu deren Anfängen. Auch "Forest Of Horrors" ist eine ziemlich eingängige Nummer, welche hochmelodiös daherkommt, aber ihre Kälte dabei nicht einbüßt.

So und so ähnlich geht man auf dem ganzen Album zu Werke. Meist wird die Old School Note ganz oben gehalten, man lässt aber auch immer etwas Raum für Momente, welche eher aus den 2000ern und später kommen. Vor allem in der Mitte von "Abysmal Ascent" kommt dies zum Tragen, wenn man nach einem markanten Tempowechsel, einen atmosphärischen Part einbaut, welcher schon fast eine orchestrale Note erhält. In "Path Of Penitence" setzten dann ein paar knarzige Vocals Akzente und nicht zuletzt die feine Gitarrenlinie, welche eine markante Melodie einstreut. Genau wie beim Vorgänger wird auch hier schön mit dem Tempo variiert.

"Into The Temple Of Light" bietet dann bis zur Mitte den gewohnten Sound, weiß dann wieder mit feiner Melodie zu punkten, setzt dann ein Break, um mit zarter Akustikgitarre einen Akzent zu setzen. Aus diesem zarten Moment wirst du dann unvermittelt und brachial herausgerissen, um dich kurze Zeit später, mit einer feinen Melodie abzuholen. Wenn die Nummer dann keifend ausgeklungen ist, gibt es noch das Emperor-Cover "Ye Entrancemperium", welches der Intensität des Originals in nichts nachsteht. Hat mich direkt animiert, das dazugehörige Album "Anthems To The Welkin At Dusk" von 1997 wieder herauszukramen.

Die raue und authentische Produktion betont die Old-School-Note, auch wenn sie nicht ganz so roh ausgefallen ist wie in den 90ern, was wohl hauptsächlich an der heute zur Verfügung stehenden Technik liegen dürfte. Was mir dabei gut gefällt, ist, dass sie es hinbekommen haben, trotz dieses erdigen Sounds Feinheiten heraushören zu können.

Fazit:
Das Archaic Oath Debüt weiß zu überzeugen, auch wenn die Death Metal gefärbten Momente doch eher zurückhaltend eingeschoben werden. Aber es gibt sie, und das Ganze kommt dir immer wieder so vor, als würdest du alte Scheiben aus den frühen 90ern auf dem Plattenteller liegen haben. Dass das dann auch immer wieder an "alte Helden" der Szene erinnert, bleibt dabei nicht aus. Am Ende haben die Belgier aber ein Album am Start, das den Black Metal einer ganzen Generation repräsentiert, aber auch einen Hauch Moderne in sich trägt. Archaic Oath’s Vorstellung von Black 'n' Death, wie er in seiner Urform klingen sollte, ist auf jeden Fall gelungen und setzt ein "Ausrufezeichen" in die Schar der Masse von Bands, die dies versuchen, aber übers Kopieren nicht hinauskommen.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Above The Ice
02. Wrath Of The Witches
03. Forest Of Horrors
04. Requiem For A Doomed Soul
05. Abysmal Ascent
06. Path Of Penitence
07. Into The Temple Of Light
08. Ye Entrancemperium (Emperor Cover)

Lineup:

Arneriach - Vocals
Lykormas - All Instruments

https://www.facebook.com/ArchaicOath
https://www.instagram.com/ArchaicOathOfficial

Autor: Thomas

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