REVIEWS 2022 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Hier könnt ihr euch über bekannte Bands, ihre neuen Alben, ihre Fehltritte ... auslassen
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gelal
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Re: REVIEWS 2022 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Symhonity (CZ)
Genre: Symphonic / Epic / Power Metal
Label: Limb Music
Album Titel: Marco Polo: The Metal Soundtrack
Spielzeit: 41:51
VÖ: 20.05.2022

Die Ursprünge der tschechischen Band Symhonity gehen ins Jahr 1994 zurück. Der damals 16-jährige Gitarrist und Songwriter Libor Krivák gründete damals die Band Otter, die nach Veröffentlichung ihres Debüts im Jahr 2003 drei Jahre später in Symphonity aufging. Der Bandname ist dabei ein Kunstwort aus Symphony und Eternity. Nach dem Tod des Bassisten und diversen Besetzungswechseln bringt die Truppe nun ihr drittes Album heraus.

Thematisch widmet sich das Konzeptalbum musikalisch und textlich dem Leben und den Reisen Marco Polos. Los geht es mit einem über zwei Minuten langen Intro, in welchem der Erzähler ins Werk einführt und auch die Mezzosopranistin Jana Hrochová einige sehr schöne Passagen beisteuert, genau wie auch im Outro.

Die Erzählerstimme erzeugt mächtig Stimmung. Leider sind keine Credits angegeben. Sie erinnert jedenfalls an die Original-Stimme des Darstellers von Gandalf, Ian McKellen. Das Intro geht ins erste richtige Stück "Crimson Silk" über. Hier gibt die Band gleich Vollgas. Die Gitarren heulen los, die Drums in bewährter Double-Bass-Drum-Manier sorgen für Tempo und der Gesang reicht von rauen Passagen bis hin zu schön hellen Schreien.

Die Erzählerstimme zieht sich als Leitfaden durch das Album und berichtet von den einzelnen Stationen der Reise, aber auch von persönlichen Gegebenheiten aus dem Leben Marco Polos. Musikalisch passen sich die Songs den Themen an. So beginnt "The Plague" schwermütig, weil zuvor von einer von der Pest befallenen Stadt erzählt worden ist und bei "Mongols" hat man teilweise den Eindruck, als nähere sich eine riesige Armee aus Reitern.

Die Musik greift thematisch auch örtliche Besonderheiten auf, je nachdem, wo die Reise gerade hinführt. Viele Songs sind sehr episch und durchaus auch mal über zehn Minuten lang. Gerade in den längeren Stücken finden sich gelegentlich Taktwechsel, was Symhonity richtig gut machen. Diese Taktwechsel werden nämlich durch ein Break eingeleitet, nach dem die Musik dann in eine andere Richtung weiter läuft, was ich persönlich wesentlich besser finde als abrupte Wechsel in der Musik.

Reine Gitarrensolos finden sich eher nicht, sondern vielmehr Instrumentalpassagen, in denen die ganze Band spielt. Je nach Thema des Songs erzeugt die Musik stets die passende Stimmung und ein paar ruhige Songs bringen Luft zum Durchatmen. Die beiden Leadsänger Mayo Petranin und Konstantin Naumenko machen ihre Sache richtig gut. Sie fahren alles an Tonlagen auf, was man im Metal so braucht, wobei mir die hoch gesungenen Passagen am besten gefallen haben.
Auch an der Produktion gibt es nichts zu meckern. Band und Gesang sind gut abgemischt und man kann die Instrumente klar voneinander unterscheiden.

Zu kritisieren gibt es wenig. Schön wäre es gewesen, wenn einzelne Songs noch mehr den Metal betont hätten. Insgesamt fällt die zweite Albumhälfte etwas ruhiger aus. Klares Highlight ist für mich das 10:23 lange "Mongols". Hiervon hätte ich gerne mehr gehört. Das kurze "Love Theme" zündet nicht wirklich, lässt sich aber angesichts der 1:28 Minuten Spielzeit gut verschmerzen.

Man sollte sich bewusst machen, dass das Album am besten immer genau in der Reihenfolge der Songs gehört wird, eben weil es ein Konzeptalbum ist. Damit ist es m.E. ideal für eine Veröffentlichung auf Schallplatte. Die "Parts 5, 6 und 7" gibt es auf der CD Version auch noch als Bonustracks in einer, mir nicht vorliegenden, orchestralen Version.

Fazit:
Das Konzept geht auf. Mit ihrem Metal Soundtrack haben Symphonity ein rundum gelungenes Werk zum Thema "Marco Polo" abgeliefert. Ich hoffe, dass dem Album die Texte beigelegt sind. Ob die Fakten in den Songs stimmen, habe ich nicht recherchiert. Das Album wirkt wie eine Mischung aus Hörspiel und Film. Sehr schön ist das verbindende Element zwischen den Songs in Form des Erzählers. Das mag manchen vielleicht zu oft eingesetzt sein, ich aber finde es sehr passend. Dabei hat die Band auch die Musik nicht vergessen. Wer epischen Metal mag, liegt beim neuen Album von Symhonity genau richtig.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Part 1 - Venezia
02. Part 2 - Crimson Silk
03. Part 3 - The Plague
04. Part 4 - Love Theme
05. Part 5 - Mongols
06. Part 6 - Dreaming Of Home
07. Part 7 - I Found My Way Back Home
08. Part 8 - Prisoner
09. Part 9 - Venezia Finale

Lineup:

Konstantin Naumenko - Vocals
Mayo Petranin - Vocals
Libor Krivák - Guitars, Keyboards
Tomáš Sklenar - Bass
Johannes Frykholm - Keyboards
Josef Cigánek - Drums

Guest Musician:

Jana Hrochová - Mezzosopran
Herbie Langhans - add. Vocals
Marek "Ashok" Šmerda
Billy Jeffs

https://www.facebook.com/symphonity
https://www.symphonity.com

Autor: Udo

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Band: Evil (DK)
Genre: Heavy Metal
Label: From The Vaults Records
Album Titel: Book Of Evil
Spielzeit: 46:46
VÖ: 27.05.2022

Die Ursprünge der dänischen Metal-Band Evil reichen bis ins Jahr 1983 zurück. Allerdings verschwand die Truppe bereits Mitte der 1980er wieder von der Bildfläche. Nach dem Versuch eines Neu-Starts im Jahr 2015 veröffentlichen Evil Ende Mai, in nunmehr rundherum neuer Besetzung, ihr neues Werk mit dem Titel "Book Of Evil".

Musikalisch fahren Evil ein Poutpourri aus schleppenden und schnellen Songs auf. An der Produktion gibt es dabei nichts zu meckern. Hier haben mir am besten die natürlich klingenden Drums gefallen. Musik und Gesang sind ausgewogen abgemischt. Niemand ist zu laut oder zu leise.Teilweise wechseln innerhalb von Titeln schnelle und langsame Passagen wie etwa in "Future Denied". Die mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug klassisch besetzte Band erzeugt eine dichte musikalische Atmosphäre und bewältigt locker die Taktwechsel innerhalb der Songs wie etwa bei "Evils Message", das mit einem entsprechenden Intro beginnt.

Leider ziehen sich die tief gestimmten Gitarren mehr oder weniger durch das ganze Album. Hier habe ich mir oft gewünscht, dass alles mal ein paar Oktaven höher gespielt wird. Dies gilt auch für den Gesang, obwohl er gut zu den Titeln passt. Insbesondere die Rauheit der Stimme von Shouter Martin Steene verleiht den Songs richtig schön Pfeffer. Aber der neue Shouter kann mehr, wie sich ab und zu andeutet.

Das letzte Drittel des Albums unterscheidet sich deutlich von dessen Rest. Insbesondere die letzten beiden Titel "Evils Message" und das Titelstück "Book Of Evil" zeigen musikalisch und gesanglich andere Facetten. Endlich gibt es mal höhere Gitarren mit einigen schönen Läufen und die tiefen Töne beschränken sich überwiegend auf den bedrohlich im Hintergrund wummernden Bass.

Die letzten Songs sind für mich klar die Höhepunkte des Albums und einige Titel mehr wie insbesondere das Titelstück hätten dem Album gut getan. Die schleppend gespielten Songs zünden nicht immer und teilweise sind die Takt-und Tempowechsel etwas anstrengend. Einfach mal nach vorne loszurocken wie in "The Raven Throne" kommt da wesentlich besser rüber.

Fazit:
Ganz überzeugt "Book Of Evil" nicht. Dazu sind die Titel einfach zu tief gespielt. Vermisst habe ich insbesondere längere, gut in die Songs eingebettete Gitarrensolos wie etwa in "Evils Message" eines zu hören ist. Auch höherer Gesang wäre schön gewesen. All dies verbinde ich einfach mit Heavy Metal. Dabei sind die Songs keinesfalls schlecht und haben schon ordentlich Dampf. Mehr Stücke wie vor allem das gut gelungene "Book Of Evil" oder das einfach mal befreit losballernde "The Raven Throne" hätten das Album aufgewertet.

Punkte: 6/10

Anspieltipp: The Raven Throne, Book Of Evil

Tracklist:

01. Intro (A Terrible Thing)
02. Divine Conspiracy
03. Evil Never Dies
04. Future Denied
05. The Raven Throne
06. King Of The Undead
07. Beyond Mind Control
08. Sanctuary
09. Storm Warning
10. Evils Message
11. Book Of Evil

Lineup:

Martin Steene - Vocals
Freddie Wolf - Guitars
Nikolaj Ihlemann - Guitars
Jakob Haugaard - Bass
Henkrik Molin - Drums

https://www.facebook.com/evilmetaldk

Autor: Udo

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Re: REVIEWS 2022 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Lord Belial (S)
Genre: Black Metal
Label: Hammerheart Records
Album Titel: Rapture
Spielzeit: 49:58
VÖ: 27.05.2022

Seit Anfang der 90iger(mit Unterbrechungen) zelebrieren die Jungs von Lord Belial nun schon ihre schwarze Tonkunst. Nun haben die Schweden ihr neuntes Studioalbum im Gepäck. Mit "Rapture" erscheint ihr neuestes Werk Ende Mai über Hammerheart Records.

Sauber produzierter Blackmetal mit den typischen Markenzeichen findet sich auf dem Album. Bissige und keifige Vocals, treffen auf zerschmetternde Drums mit schnittigem, kettensägenartigem Gitarrensound. Die Schießbude hämmert in weiten Teilen der Songs im Dauerfeuer auf die Hörerschaft ein, kann aber auch mal Tempo rausnehmen und akzentuierter sein. Ihr Handwerk verstehen die Herren allemal und sie zaubern schöne Riffs mit darüberliegenden Melodiebögen in ihre Songs, welche häufig Parallelen zu Dissection, Sacramentum und Konsorten aufweisen.

Schnell fühle ich mich ebenso an Marduk, Dark Funeral oder eine Vielzahl anderer Kollegen aus diesem Genre erinnert. Das macht die neue Scheibe zwar nicht schlecht, aber halt leider auch nicht besonders, was den Wiedererkennungswert angeht, da sehr viel vorhersehbar ist. Handwerklich haben die Schweden alles richtig gemacht und solide Midtempo-Grooves wie auch feinstes Geballer gut umgesetzt, wobei es die abwechslungsreichsten Stücke erst ab der Hälfte der Scheibe gibt.

Fazit:
Leider kann ich der angepriesenen "...only killers, no fillers!" Anzeige im Promosheet nicht so wirklich zustimmen. Zwar herrscht hier technisch absolut ein grundsolider Black Metal vor, welcher aber halt auch ohne besondere Überraschungen oder Originalität daher kommt. Es sind keine wirklichen Hits, aber auch keine Totalausfälle oder Durchhänger auf der Langrille zu finden. So bleibt beim Lauschen das beständige Gefühl, hier alles in punkto Songwriting, Ideen und Umsetzung bereits mehrfach und immer wieder gehört zu haben. Deshalb sticht dieses Album auch nicht aus der Masse an Veröffentlichungen in diesem Genre heraus und die ganze Nummer liegt hier "nur" knapp über dem Durchschnitt.

Punkte: 6/10

Anspieltipp: Destruction

Tracklist:

01. Legion
02. On A Throne of Souls
03. Rapture Of Belial
04. Destruction
05. Belie All Gods
06. Evil Incarnate
07. Lux Luciferi
08. Infinite Darkness And Death
09. Alpha And Omega
10. Lamentations

Lineup:

Thomas Backelin - Vocals, Guitars
Niclas Pepa Green - Guitars
Micke Backelin - Drums

https://www.facebook.com/lordbelialband

Autor: Blacky

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Re: REVIEWS 2022 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Stiriah (D)
Genre: Black Metal
Label: Self-Release
Album Titel: ...Of Light
Spielzeit: 43:32
VÖ: 27.05.2022

Stiriah ist ein Berliner Quartett, welches sich bereits seit 2007 dem schwarzen Metall verschrieben hat. Nachdem man sich für das erste Album ganze zehn Jahre Zeit gelassen hatte, veröffentlichen die vier Herren im Zwei- bzw. Dreijahresrhythmus ihr nunmehr drittes Album mit dem Titel "...Of Light". Die ersten beiden Scheiben stießen durchweg auf solide Resonanz, was die Erwartungshaltung an den neuen Silberling deutlich nach oben schraubt.

Noch vor den ersten Tönen gilt es das grandiose Artwork aus der Feder von Donovan Hernandez hervorzuheben. Hier wurde ein Kunstwerk erschaffen, welches die Tristheit der kosmischen Untiefen in einem Bild festzuhalten versucht. Diese Tristheit findet sich auch in dem sehr kurz gehaltenen Intro des Openers "The Emergence Of Being" wieder, welches in wenigen Sekunden die Atmosphäre aufbaut, die die darauffolgende Musik benötigt. In allem, was darauf folgt, zeigen Stiriah, dass sie es verstehen, durch gekonntes Riffing und virtuose Spielweise ein kaltes, finsteres Konstrukt zu erschaffen und aufrechtzuerhalten, welches auf einem massiven Fundament aus Blastbeats und Tremolos thront.

Spätestens im anschließeden "Drifting In The Sea Of Flames" zeigen die Herren Tyrann und Cryst dann, dass sie ihr Geschrei absolut ernst nehmen und in fast schon beängstigender Manier zum Besten geben. Die harschen Vocals werden besonders in diesem Song von schönen Melodien und dem gekonnten Einsatz von Harmonien umspielt, nur um in regelmäßigen Abständen von dazu völlig konträren, finsteren Dissonanzen zermetzelt zu werden.

Der ausgeklügelte Einsatz von Kontrasten (sei es laut zu leise, langsam zu schnell oder harmonisch zu dissonant) zieht sich über die gesamte Scheibe wie ein roter Faden hinweg und sorgt für ein durchweg abwechslungsreiches und spannendes Hörerlebnis. Tempomäßig prügelt "...Of Light" im Gegensatz zu seinem Vorgänger durchweg vorwärts. Einzig der eher schleppende Track "Threatening Shadows" bietet mit seinen langsamen, diabolisch anmutenden Parts hier die Ausnahme.

"Lonely The Moon Is Enthroned" ist der einzige leichte Durchhänger auf diesem sonst bockstarken Album. Im Vergleich zu den anderen fünf Titeln kommt dieser mit einem eher langweiligen Riff daher, völlig willkürlichen Dissonanzen im Mittelteil, die musikalisch nur wenig Sinn ergeben und einem überraschenden, düsteren, gregorianisch wirkenden Chor, der das Ganze leider auch nicht retten kann. Der abwechslungsreiche Rausschmeißer "My Burden The Last Crown", in dem auch der Chor (und noch die eine oder andere weitere Überraschung) wieder seinen Platz findet, macht diesen Ausrutscher jedoch direkt wieder schnell vergessen.

Stiriah schaffen es, eine eiskalte Atmosphäre (fast) komplett ohne den Einsatz von Keyboards zu kreieren und ihre Musik absolut authentisch zu zelebrieren. Der Sound ist im Vergleich zu den Vorgängeralben nochmals deutlich erwachsener geworden und unterstützt die Songs, die im Allgemeinen aggressiver daherkommen. Der einzige Kritikpunkt am Sound ist die Tatsache, dass die Drums teilweise sehr statisch klingen (besonders gegen Ende des Openers). Wahrscheinlich hat man sich hier eines E-Drumsets bedient. Ein Drumsound mit etwas mehr Charakter wäre der Musik wahrscheinlich etwas besser dienlich gewesen.

Fazit:
Trotz des gekonnten Songwritings, all der Authentizität und der absolut perfekten Spielweise der Instrumentalisten fehlt Stiriah zwar noch das gewisse Alleinstellungsmerkmal, man bekommt hier jedoch einfach astreinen Black Metal auf die Mütze, nicht mehr und nicht weniger - und das ist ja auch irgendwie trve. "...Of Light" ist ein grundsolides, fett produziertes Black Metal Album. Stiriah glänzen auf dieser Scheibe durch abwechslungsreiches Songwriting, ausgeklügeltes Arrangement und bockstarke Instrumentalarbeit. Für jeden Freund des Schwarzmetalls lohnt es sich definitiv, der Truppe mal ein Ohr zu leihen.

Punkte: 7,5/10

Anspieltipp: The Emergence Of Being, Driftin In The Sea Of Flames, My Burden The Last Crown

Tracklist:

01. The Emergence Of Being
02. Drifting In The Sea Of Flames
03. Companion Of Light
04. Threatening Shadows
05. Lonely The Moon Is Enthroned
06. My Burden The Last Crown

Lineup:

Tyrann - Vocals, Guitars
Cryst - Vocals, Guitars, Bass
Tom - Guitars
Ortok - Drums

https://www.facebook.com/stiriah

Autor: Sepp

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Band: Urkraft (DK)
Genre: Melodic Death Metal
Label: Massacre Records
Album Titel: The True Protagonist
Spielzeit: 43:23
VÖ: 27.05.2022

Beim fünften Album der Dänen Urkraft handelt es sich um ein Konzeptalbum, welches sich um die Mr. Case Show dreht. So beginnt Mr. Case seine Show mit der Aussage; die letzten 16 Stunden mit der Frage verbracht zu haben; wer denn der wahre Protagonist ist. Um dann mit seiner gespaltenen Persönlichkeit praktisch die Themen eines jeden Songs auf "The True Protagonist" zu diskutieren. Der "Protagonist" ist dabei als eine Art Vorbild zu sehen, welches allerdings nicht gut ist bzw. welches seine Grenzen nicht kennt. Mr. Case ist weder für noch gegen dieses Vorbild, was auf seine schizophrene Persönlichkeit zurückzuführen ist.

Die 11 Songs des Album sind dabei die Abfolgen der Mr. Case Show, welche sich mit den verschiedensten Themen auseinandersetzen, wie z.B. mit den Herausforderungen der Gesellschaft ("Uforskyldte Sår"), zeremonielle und rituelle Beschneidung ("The True Protagonist"), eine natürliche Regelung bei der Fortpflanzung ("The Human Resignation") oder auch damit, wie die Entwicklung einer Person von der elterlichen Herkunft beeinflusst wird und die Frage, ob man am Ende dafür verantwortlich gemacht werden kann ("The Burden Without A Name"). Natürlich werden diese Themen Urkraft- und Death Metal-mäßig blutig und fleischig verpackt.

Musikalisch gehen Urkraft dabei kompromisslos und aggressiv zu Werke. Hier werden von Anfang an keine Gefangenen gemacht. Blastbeats, messerscharfes Riffing, ein pumpender Bass und aggressive Vocals werden dir entgegengeschleudert, als gäbe es kein Morgen. Allerdings weiß man auch immer wieder einen anständigen Groove zu erzeugen, Death Growls einzustreuen oder eine feine Melodie unter das Gemetzel zu legen. Genauso bleiben die Death Metal-typischen Dissonanzen nicht aus, welche hin und wieder auch mal progressiven Charme versprühen. Was der Abwechslung auch zugute kommt, sind Tempowechsel, auch wenn diese hin und wieder etwas weniger auffällig sind. Genau wie auch das eine oder andere Solo, welche geschickt platziert wurden.

Produktionstechnisch gibt es nichts auszusetzen, die Scheibe hat ordentlich Dampf, das Klangbild ist düster, wie auch die Themen auf der Scheibe und alles kommt schön authentisch und erdig durch die Anlage.

Fazit:
Bei der Anzahl der Veröffentlichungen an Death Metal Alben in den letzten Jahren ist es sicher nicht einfach, ein Album in die Regale der Händler zu stellen, was aus dieser Masse hervorsticht. Auch "The True Protagonist" ist kein Album, welches neue Pfade betritt oder gar neue Wege ebnet, aber im Gesamtkontext als Konzeptalbum und die Umsetzung des Ganzen, auch oder gerade in Verbindung mit den Themen der Songs, besitzt "The True Protagonist" schon das gewisse Etwas, um dem Hörer im Gedächtnis zu bleiben. Und auf jeden Fall ist es ein kompromissloses, aggressives und in seiner Art auch brutales Death Album, welches in jedes gut aufgeräumte Sammlerregal gehört.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Uforskyldte Sar
02. The True Protagonist
03. I Got Blood
04. I Bring Nothing To The Table
05. The Human Resignation
06. The Burden Without A Name
07. Well Intentioned Sons
08. Go, Get Your Bones
09. Changing Manscape
10. Prepare The Flesh
11. We Can't Recognize

Lineup:

Thomas Strømvig - Vocals
Thomas Birk - Guitars
Mads Gath - Guitars
Jeppe Tander - Bass
Richardt Olsen - Drums

Guest Musician.

Kim Song Sternkopf (MØL) - add. Vocals on "I Bring Nothing To The Table"

https://www.facebook.com/urkraftofficial
https://www.urkraft.dk

Autor: Thomas

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Band: Circle Of Silence (D)
Genre: Power Metal
Label: Massacre Records
Album Titel: Walk Through Hell
Spielzeit: 56:54
VÖ: 27.05.2022

Mit "Walk Through Hell" und somit ihrem vierten Studio Album melden sich Circle Of Silence zurück auf dem Tableau der Neuerscheinungen. Laut Aussage der Band soll sich im Vergleich zu ihren bisherigen Werken einiges getan haben. So hat man die Tracks beispielsweise zum ersten Mal ausschließlich in Drop-C geschrieben, um dem Album ein düsteres Gewand anzulegen. Aber nun mal ganz von vorne.

Die Scheibe startet mit dem Opener "Down To Hell", welcher dem Hörer auch direkt den richten Vorgeschmack auf das nun Folgende serviert. "Prisoner Of Time", welcher meiner Meinung nach zu den stärksten Tracks der Langrille zählt, schließt bündig an den Eröffnungssong an und kracht riffig-melodisch durch die Boxen. Gesanglich hat die Band ihr Möglichstes getan. So laufen teilweise 5 Gesangsspuren gleichzeitig und erschaffen ein chorales Gesamtbild. Der Hauptgesang von Nick Keim fügt sich nahtlos in das Klangbett der Instrumente ein und sorgt für klassischen Power Metal-Charme. Klar, kraftvoll und ohne Scheu vor hohen Tönen.

Die Gitarristen Christian Sommerfeld und Tobias Pfahl sorgen ebenfalls für Facettenreichtum auf der Scheibe. Mal knackige Soli, aber auch sägende Riffs sorgen für viel Abwechslung. Das eine oder andere Solo hätte für meinen Geschmack allerdings etwas kürzer ausfallen können. Zwar sind die Gitarrenparts gut komponiert und geben dem Zuhörer nicht das Gefühl, immer den gleichen Song zu hören, neigen aber doch manchmal dazu, nicht enden zu wollen. Was am Ende aber auch wieder Geschmackssache ist.

Die Tieftöner treiben an, untermalen aber zugleich die Gitarren und schaffen ein sauberes Fundament. Peter Suppinger hinter den Kesseln füttert die Tracks mit ordentlich Doublebass und sein leider kürzlich verstorbener Bandkollege Björn Böhm entlockt dem Bass die nötigen Details für die bereits angesprochene, düstere Grundstimmung - gut zu vernehmen in "God Is A Machine".

Finde ich die erste Hälfte der Scheibe doch deutlich gelungener, so hat aber auch die B-Seite noch einige schöne Refrains und Soli parat. Alles in allem muss man auch festhalten, dass keiner der Songs negativ aus der Reihe tanzt, sondern sich gut ins Albumthema einzugliedern wissen.

Fazit:
Eine sehr solide, klassische Power Metal Scheibe ohne viel Schnickschnack. Hier bekommt man dennoch alles, was man braucht. Treibende, Doublebass-geladene Tracks sowie ausgiebige und facettenreiche Soli, angereichert mit kraftvollem Klargesang. Bei einer knappen Stunde Spielzeit inklusive der Bonustracks bekommt man also auch ordentlich Input. Alles in allem ist der Silberling in ein melodisch-düsteres Licht getaucht, traut sich aber dennoch für einen hymnischen Refrain aus dem Schatten zu springen.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Down To Hell
02. Prisoner Of Time
03. Walk Through Hell
04. United
05. I Am Fear
06. At War With Yourself
07. Triumph Over Tragedy
08. I Want More
09. The Curse
10. Far Beyond The Sun
11. God Is A Machine
12. This Is War (Bonus Track)
13. Fire (Bonus Track)

Lineup:

Nick Keim - Vocals
Christian Sommerfeld - Guitars
Tobias Pfahl - Guitars
Björn Boehm (R.I.P.) - Bass
Peter Suppinger - Drums

https://www.facebook.com/circleofsilence
https://www.circle-of-silence.com

Autor: Yannick

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