REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Fairyland (F)
Genre: Symphonic Power Metal
Label: Massacre Records
Album Titel: Osyrhianta
Spielzeit: 57:08
VÖ: 22.05.2020

Die Franzosen Fairyland sind mir schon seit ein paar Jahren bekannt, doch in meinen Fokus konnten sie sich bisher nicht spielen, auch wenn sie seit jeher sehr guten Power Metal abliefern. Dieses könnte sich mit dem aktuellen Werk "Osyrhianta" ändern - oder auch nicht.

Das nunmehr vierte Studioalbum ist wieder mal ein Konzeptalbum, welches in der Geschichte eingebettet ist, die die Band schon mit ihren drei Vorgängern erzählt hat. Der Clou ist aber, dass der jetzige Output die Geschichte nicht weiterführt, sondern von der Vergangenheit berichtet wird, die erst zu den Geschehnissen auf "Of Wars in Osyrhia" (dem ersten Album) geführt haben. Endlich gibt es für Lore-interessierte Fans neues Futter.

Die Titel sind flott, druckvoll und zischen forsch aus der Anlage. Dabei kann man die englischen Texte sehr gut verstehen, was hilft, die Geschichte zu verfolgen und quasi mitzuerleben. Die Qualität an allen Fronten ist absolut gegeben und überzeugt mit komplexen Arrangements, Tempowechseln und viel Gefühl. Da ich die früheren Alben der Bands nicht wirklich kenne, kann ich mir dahingehend auch kein Bild machen, wie gut es die Franzosen mit ihrem neuen Sänger Cavalieri (seit 2015 in der Band) getroffen haben. Da für jedes Album ein anderer Sänger parat stand, kann man schon von einem gewissen Verschleiß reden, der mir in der Form auch noch nicht begegnet ist. Was ich aber über Cavalieri sagen kann, ist, dass er sich mustergültig in die Musik einfügt und sehr homogen und souverän auftritt. Von daher kann ich ihm nur einen wunderbar erledigten Job bescheinigen.

Die Songs sind nicht nur in ihrer Darbietung gelungen, brüsten sich mit verspielten Melodien und Abwechslungsreichtum, sondern sind auch hervorragend abgemischt. Immerhin hat man sich auch wesentlich mehr Zeit mit Album Nummer 4 gelassen (11 Jahre), als mit den anderen drei (jeweils 3 Jahre). Zum Glück aber hat man auf den übertriebenen Bombast verzichtet und setzt dafür mehr auf Streicher (sehr schön im Instrumental "Mount Mirenor"). Ein Höhepunkt auf den Album ist sicherlich der längste Titel "Of Hope And Despair In Osyrhia", der in über 12 Minuten alle Facetten der Band aufzeigt. Längere, symphonische Abschnitte mit und ohne Chor wechseln sich mit schnellen Leadvocals und druckvollem Drumming ab, was insgesamt sehr episch klingt und auch die Geschichte gut transportiert. Auch hier möchte ich noch darauf hinweisen, dass Fairyland ohne Shouts und Growls auskommen, was in diesem Sektor ja immer mehr in Mode gekommen ist und Genreliebhaber manchmal auf eine harte Probe stellt.

Fazit:
Fairyland bieten ihren Fans und dem geneigten Symphonic Power Metal Hörer eine gelungene, unterhaltsame und abwechslungsreiche Stunde Musik. So wünscht man sich das und so bekommt man es auch.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Of Hope And Despair In Osyrhia, Across The Snow, Alone We Stand

Tracklist:

01. The Age Of Birth
02. Across The Snow
03. The Hidden Kingdom Of Eloran
04. Eleandra
05. Heralds Of The Green Lands
06. Alone We Stand
07. Hubris Et Orbis
08. Mount Mirenor
09. Of Hope And Despair In Osyrhia
10. The Age Of Light

Lineup:

Francesco Cavalieri - Vocals
Sylvain Cohen - Guitars
Willdric Lievin - Bass
Philippe Giordana - Keyboards
Jean-Baptiste Pol - Drums

Guest Musicians:

Elisa C. Martin - Vocals on Eleandra
Flora Spinelli - Vocals on The Age Of Light
Victoria Cohen - Vocals on The Age Of Light
Tony Rabusseau - Backing Vocals
Camille "Cydorrh" Dominique - Strings, Flute
Dan Wilberg - Narration on The Age Of Birth

https://www.facebook.com/Groupe.Fairyland.Officiel

Autor: Godshand

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Band: Árstíðir Lífsins (D/IS)
Genre: Pagan Black Metal
Label: Ván Records
Album Titel: Saga Á Tveim Tungum II: Eigi fjoll Né Firðir
Spielzeit: 74:19
VÖ: 22.05.2020

Das Dreiergespann Árstíðir lífsins ist zurück mit dem zweiten Teil ihrer musikalischen Erzählung und Aufarbeitung des Lebens des norwegischen Königs Olaf dem Heiligen. Ursprünglich war die Veröffentlichung schon für Ende 2019 geplant, was daher nun die Verzögerung verursacht hat, kann ich leider nicht sagen.

Sehr unerwartet ist aber nicht nur der verzögerte Veröffentlichungstermin, sondern auch der Beginn des Albums. So bleiben gleich die ersten beiden Titel des Albums ganz ruhig und haben außer den typischen alt-isländischen Erzählungen nur Umgebungsgeräusche zu bieten, die vielmehr aus einem hervorragend gemachtem Hörspiel zu stammen scheinen, als überhaupt Musik zu sein. Man kann sich sehr gut vorstellen, in einer alten Kathedrale zu sein oder vielleicht sogar in einer Höhle (auch wenn das im Zusammenhang mit der erzählten Geschichte keinen Sinn ergibt). Nichtsdestotrotz haben "Ek býð þik velkominn" und "Bróðir, var þat þín hond" lediglich einleitende Funktionen.

Erst mit dem dritten Stück kommen endlich alle Instrumente zum Einsatz, die man als Black Metal Fan hören will: bedrohliche Gitarren, schnelles Drumming, brutale Growls. Auch der Bass brummelt vor sich hin und alles fügt sich zusammen wie ein perfektes Mosaik. Der alte, kalte Klang der 90er Black Metal Ära ist stets präsent und passt vollkommen in das Konzept. Immerhin geht es hier um eine Person, die vor ca. 1000 Jahren lebte. Bereits dieser "erste" richtige Track bietet mit seinen 10 Minuten Laufzeit eine Fülle an verschiedensten Klangelementen und Stilmitteln. Da merkt man sofort, dass diese Leute wahnsinnig viel Erfahrung haben und unglaublich talentiert sind.

Nachdem die Songs Nummer 3 und 4 vorbeigerauscht sind, wird es mit "Um nætr reika skepnr" wieder Zeit, Luft zu holen, durchzuatmen und den Geist der Geschichte weiter in sich aufzunehmen. Das Hörspiel geht weiter.

Mit dem Abschlusstitel "Ek sá halr at Hóars veðri hosvan serk Hrísgrísnis bar" haben Árstíðir Lífsins ein echtes Monster auf die Scheibe gepresst. Fast 18 Minuten stark, hält der Song, was die Spielzeit verspricht. Es wird nochmal alles aufgefahren, was die Band zu bieten hat. Dazu gehören die gern eingesetzten Männerchöre (sehr cool), die Umgebungsgeräusche wie z.B. Gewitterwolken-Donner und eine stets bedrohliche und bedrückende Stimmung. Anfangs wird das Tempo noch gedrosselt, doch fließt es alsbald nahtlos in schnelles Drumming über, ohne dass es dafür eines besonderen Übergangs bedurfte. Handwerklich vielleicht simpel, aber meine Anerkennung ist dafür sehr hoch, offenbart es doch die Detailverliebtheit bis in die kleinesten Winkel. Als Abschluss für eine Saga, die sich über zwei Alben erstreckt, wahrlich ein würdiger Song mit einem feinfühligen Solo in der Mitte und Narrationsteil im Anschluss. Absoluter Wahnsinn!

Fazit:
Black Metal, wie er sein soll. Ganz und gar nicht von der Stange, sondern mit viel Arbeit verbunden, viel Leidenschaft, Emotion und auch einer ordentlichen Portion Recherche im Hintergrund. Ich ziehe alle Hüte vor Árstíðir Lífsins, die ich habe. Wer hat, sollte sich die Saga komplett hintereinander geben, mit seinen gut zweieinhalb Stunden Spielzeit.

Punkte: 10/10

Anspieltipp: Sem járnklær nætr dragask nærri, Heiftum skal mána kveðja

Tracklist:

01. Ek býð þik velkominn
02. Bróðir, var þat þín hond
03. Sem járnklær nætr dragask nærri
04. Gamalt ríki faðmar þá grænu ok svortu hringi lífs ok aldrslita
05. Um nætr reika skepnr
06. Heiftum skal mána kveðja
07. Er hin gullna stjarna skýjar slóðar rennr rauð
08. Um nóttu, mér dreymir þursa þjóðar sjot brennandi
09. Ek sá halr at Hóars veðri hosvan serk Hrísgrísnis bar

Lineup:

Marcel Dreckmann - Vocals, Choirs, Narration
Stefán Drechsler - Guitars, Bass, Vocals, Choirs
Árni Bergur Zoëga - Drums, Strings, Vocals, Choirs

https://www.facebook.com/arstidirlifsins

Autor: Godshand

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Entorx (D)
Genre: Progressive Death / Thrash Metal
Label: Self-Release
Album: Faceless Insanity
Spielzeit: 50:28
VÖ: 29.05.2020

Die seit über einer Dekade aktiven Südwestdeutschen Entorx sind nach ihrer Gründung 2009 ziemlich schnell in die Puschen gekommen und haben 2011 ihr erstes Lebenszeichen in Form der EP "Theta Weaves" von sich gegeben. Nicht einmal zwei Jahre später folgte 2013 die erste Full-Lenght "Broken Ways". Was auf diesen beiden Veröffentlichungen zu hören ist, ist praktisch das Warmlaufen gewesen für das Ende Mai erscheinende Zweitwerk "Faceless Insanity".

Auf dem Album geht es thematisch um den Wahnsinn bzw. Geisteskrankheiten und psychische Störungen, was in unserer Welt ja anscheinend immer mehr Einzug hält. Und gesichtslos ist das schon allein deshalb, weil es so viele Variationen davon gibt und auch mal dort in Erscheinung tritt, wo man es wenig oder gar nicht erwartet.

Eingeleitet wird "Faceless Insanity" mit "Overture: Condemnation", einem von Keys unterlegtem Intro zum folgenden Stück "Black Dawn", bestehend aus Sprachsamples von Obama, Trump und CIA Agenten zum Thema Guantanamo. Schon mal cool gemacht. "Black Dawn"(berichtet aus der Sicht eines Insassen über Guantanamo Bay) kommt mit ordentlich Druck durch die Boxen gedonnert. Schredderndes Riffing und Blastbeats feuern dir entgegen und die fette Bass-Spur sorgt nicht nur für den erwähnten Druck, sondern auch für ein düsteres Soundgewand. Die Blackened Death Nummer lässt mit entsprechenden Dissonanzen und vertrackten, progressiven Zügen bereits Entorx' Handschrift erkennen. Auch ein gewisser Grad an Melodie kommt hier nicht zu kurz und mit einem coolen Break wird das Stück noch mit einem kleinen Aha-Effekt bestückt. Solche Aha-Momente gibt es auf dem Album immer wieder und lassen den Hörer entsprechend aufhorchen. Langeweile gibt es hier also definitiv nicht.

"Hypocritical Faith" lässt dann die Leads das erste Mal so richtig zum Tragen kommen. Hier gibt es eine feine Melodielinie mit orientalischem Flair, welcher durch einen entsprechenden "Ah-ah-ah…." Part noch verstärkt wird. Auch hier scheint sich die Musik, vorangetrieben von einem verspielten Drumgewitter, durch eine dichte Bass-Wand zu schieben. Trotz der hohen Dichte der Musik geht hier nichts unter oder kommt irgendwie zu kurz. Auch ist wieder ein schönes Break vorhanden, welches den Song irgendwie in zwei Stücke teilt, dir aber nie den Eindruck vermittelt, dass er keine Einheit sein könnte.

Das Album ist wieder so ein Werk, was es mir schwer macht, keine Track-by-Track Review zu verfassen, denn man könnte eigentlich jede Nummer aufdröseln und würde sich dabei kaum wiederholen. Das absolute Highlight der Platte soll hier aber unbedingt erwähnt werden. "Madness Unchained" ist einfach der Hammer. Hier packen Entorx alles rein, was sie haben, ein riesen Gespür für Melodien mit Gänsehaut-Charakter, detailverliebtes Songwriting und Proggressivität auf extrem hohem Level. Auch dieses Stück, welches mit 7:10 Minuten das Zweitlängste ist, kommt mit einem hohen Abwechslungsgrad daher und überzeugt auf ganzer Linie. Der Kontrast zwischen harmonischen, eingängigen Melodiebögen und progressiven Dissonanzen macht "Madness…" nicht nur abwechslungsreich, sondern prädestiniert ihn geradezu, sich das Ganze mal unterm Kopfhörer anzuhören und auseinanderzupflücken. Auch "Doomed" mit seinen über 10 Minuten Länge ist sehr interessant gestaltet und nimmt dich immer wieder in seinem "Wahnsinn" mit. Für mich die progressivste Nummer und ein weiteres Highlight des Albums.

Genauso abwechslungsreich und hochklassig wie die Musik, ist auch der Gesang von René. Von Klargesang bis hin zu Death Gowls und schwarz angehauchtem Gekeife wird hier die ganze Palette dargeboten.

Auch die Produktion ist ganz sauber, sodass die technischen Feinheiten schön zu orten sind, vermeidet es aber tunlichst, steril zu klingen. Sie zeigt eindrucksvoll, dass man heutzutage nicht unbedingt ein Label im Rücken haben muss, um auf höchstem Niveau produzieren zu können.

Fazit:
"Faceless Insanity" ist anzuhören, wie sich Entorx weiterentwickelt haben und dass sich 6 ½ Jahre Warten gelohnt hat. Vor allem was die Progressivität angeht, hat man eine ordentliche Schippe drauf gelegt und Arrangement-seitig ist man noch detailverliebter geworden. Der Wahnsinn hat viele Gesichter und Entorx vertonen diesen Wahnsinn nahezu perfekt. Technisch auf höchstem Niveau dargebotener progressiver Death Metal der Extraklasse. Hier ist, wie ich immer zu sagen pflege, zu- und nicht nur hinhören angesagt.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Overture: Condemnation
02. Black Dawn
03. Hypocritical Faith
04. PTSD
05. Isolation
06. Madness Unchained
07. Paranoid Conspiracy
08. Morbid Rage
09. Doomed
10. Death Machine

Lineup:

René Baron - Vocals
Sascha Dörr - Guitars, backing Vocals
Bogdan Brygadin - Guitars, backing Vocals
Taras Brygadin - Bass
Jörg B. - Drums

Guest Musician:

Simon Hauck (Arkuum, Ex-Entorx) - Keys on Overture Condemnation

https://www.facebook.com/entorx
http://www.entorx.de

Autor: Thomas

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Band: Stargazery (FIN)
Genre: Melodic Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
Album Titel: Constellation
Spielzeit: 44:45
VÖ: 29.05.2020

Aus dem finnischen Hause Stargazery schwebt uns im Mai 2020 das dritte Studioalbum entgegen. Keyboardgeladener Heavy Metal mit Power Metal-Note im Anschlag erwartet den interessierten Hörer auf "Constellation".

Die Musik auf dem neuen Album des Fünfergespanns ist eingängig, aber unauffällig. Musik, die massentauglich ist und auch im Hintergrund laufen kann, gibt es auf diesem Tonträger zu hören, und auch die Texte, die zwar über dies und das berichten, tun nicht wirklich jemandem weh und müssen nicht ernst genommen werden.

Der Mix ist modern und glattpoliert, dass man sich darin spiegeln könnte, was man so auch nicht anders erwartet hätte. Ich vermisse hier die ganz großen Momente und Ohrwürmer, dafür ist die Musik dann doch zu belanglos und gleichförmig. Es gibt innerhalb eines Liedes keinerlei Tempovariation, was besonders beim nach Metronom spielenden Schlagzeug am meisten auffällt. Das Fehlen dieser Ausbrüche und Tempowechsel macht die Musik auf 100 km vorhersehbar und daher auch etwas unnahbar. Gänsehautmomente bleiben bei mir leider aus, dafür gibt es in diesem Genre und beim Nachbar Power Metal zu viele Bands, die diese Musik schon vor 20 Jahren gespielt haben. Das macht Stargazery nicht gleich zu einer Tributeband, aber gerade der flotteste Titel auf der Platte, der Titeltrack "Constellation", erinnert stark an HammerFall allgemein und im Refrain an Sinners "A Question of Honour". Ein Beweis dafür, dass im Heavy / Power Metal schon alles da war und alles besungen wurde.

Ansonsten bleiben die Songs soweit in gewissem Maße eigenständig und eher im Mid-Tempo. Auch die Pflicht-Ballade "I Found Angels" ist mit an Bord, kann aber genauso wenig überzeugen, wie der Rest der Scheibe. Der einzige Titel, der aus dem Setzbaukasten für mittelmäßige Heavy Metalbands ausbricht, ist der Rausschmeißer "Raise The Flag", der zudem noch mit einem ambitionierten Solo aufwartet.

Fazit:
Ich bin mir sicher, dass echte Fans der Finnen das Album weitaus besser bewerten würden, für mich hingegen ist es ein weiteres dieser vielen Alben, die ganz nett anzuhören sind, die aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Punkte: 6/10

Anspieltipp: Self-Proclaimed King, Constellation, Raise The Flag

Tracklist:

01. Sinners In Shadows
02. War Torn
03. Self-Proclaimed King
04. Ripple The Water
05. I Found Angels
06. Constellation
07. Caught In The Crossfire
08. Dark Side Of The Moon
09. In My Blood
10. Raise The Flag

Lineup:

Jari Tiura - Vocals
Pete Ahonen - Guitars, Backing Vocals
Marko Pukkila - Bass
Pasi Hiltula - Keyboards
Ilkka Leskelä - Drums

Guest Musician:

Samy Nyman - Bass on Ripple The Water, I Found Angels, Constellation, Raise The Flag

https://www.facebook.com/stargazery

Autor: Godshand

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: The Committee (International)
Genre: Black Metal
Label: Folter Records
Album: Utopian Deception
Spielzeit: 46:00
VÖ: 29.05.2020

Die 2007 gegründete Combo The Committee, die sich aus internationalen, größtenteils unbekannten Musikern zusammensetzt, schart bereits eine größere Anhängerschaft um sich und zelebriert einen wahren Kult. Sie erklären sich selbst zur "Stimme der Toten (Voice Of The Dead)" und besingen diverse Abgründe der Gesellschaft.

Drei Jahre sind seit dem Vorgänger "Memorandum Occultus" vergangen und die Band nutzte die Zeit, um an neuem Material zu arbeiten. Nun bringt das Quintett ihr drittes Album auf den Markt, welches Ende Mai über Folter Records erscheint.

Aufgewacht! "Awakening - Unimaginable" zieht den Hörer sogleich hinab in die düstere, musikalische Welt von The Committee. Tief gestimmte, immer wieder in doomige Gefilde abdriftende Gitarrenakkorde bestimmen hier den Sound, der schwer und träge aus den Boxen kommt, was in diesem Fall durchaus positiv zu verstehen ist. Grimmige Passagen, bestehend aus kalten, aggressiven Riffsalven, werden immer wieder von eingängigen, melodischen Songstrukturen durchbrochen. Akustische Zwischenspiele und groovige Basselemente lassen eine abwechslungsreiche und spannungsgeladene Klangwand entstehen. Ein wütend donnerndes Schlagzeug prügelt sich durch die Songs und gibt den treibenden Rhythmus vor. Das Tempo bleibt meist auf einem ähnlich hohen Niveau angesiedelt. Giftige, in verschiedenen Sprachen dargebrachte Vocals, umfangen die Lauscher und hauchen der schwarzen Raserei eine tiefgehende Bösartigkeit ein.

Im Mittelteil wird mit "Harrowing The Sane - Popularization" eines der stärksten Stücke dieser finsteren Scheibe präsentiert. Eine virtuose Mischung aus ungebändigten Black Metal-Komponenten, einer gehörigen Portion Doom und wilden Bassspielereien. Wahrlich ein Ohrenschmaus und einer meiner Favoriten! Den triumphalen Abschluss bildet "Ashes - Norm", das zum Ende hin mit sanften Meeresrauschen ausklingt und den Hörer nach exakt 46 Minuten Spielzeit in sanften Wogen entlässt.

Abgerundet wird das Ganze dann noch von einer klaren, druckvollen Produktion.

Fazit:
Mit ihrem neuesten Werk, haben sich The Committee deutlich weiterentwickelt. Durch feine, veränderte Nuancen im Sound wirken die Songs insgesamt ausgereifter und lebendiger. Dennoch bleibt man dem ursprünglichen Sound treu. Sie entfesseln wahrlich einen schwarzmetallischen Sturm, der mit kraftvollen, durchdachten Gitarrenklängen eine dichte Atmosphäre voll dunkler Energie und frostiger Kälte erzeugt. Es gibt also gewohnt gute Songs auf die Lauscher, wie man es von The Committee auch erwartet.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: Lexi-Con - Radical, Harrowing The Sane - Popularization

Tracklist:

01. Awakening - Unimaginable
02. Lexi-Con - Radical
03. Infection - Sensible
04. Harrowing The Sane - Popularization
05. Ossification - Law
06. Ashes - Norm

Lineup:

Igor Mortis "The Conspirator" - Vocals, Guitars
Aristo Crassade "The Trigger" - Guitars
Marc Abre "The Mediator" - Bass
William Auruman "The Charter" - Drums
Urok "The Inquisitor" - Keyboards

https://www.facebook.com/The-Committee- ... 7984907360
http://www.thecommitteeband.weebly.com

Autor: Eva

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Band: Sinister (NL)
Genre: Death Metal
Label: Massarce Records
Album: Deformation Of The Holy Realm
Spielzeit: 44:17
VÖ: 29.05.2020

Die Death Metal-Legende Sinister kommt Ende Mai mit ihrem 14. Studiowerk zum Händler eures Vertrauens. Bereits seit 1988 beackern die Holländer die Bühnen dieser Welt und bis auf ein kleines "Break" zwischen 2003 und 2005 war Sinister unentwegt am Arbeiten. Somit sind die 14 Studioalben nur ein Teil ihrer beeindruckenden Diskografie. Man bringt es mit diversen Splits, EPs und Compilations etc. pp. auf über 30 Veröffentlichungen.

Das neue Album hört auf den Namen "Deformation Of The Holy Realm" und man sollte meinen, nach nunmehr 13 Alben kann ja nichts mehr kommen, was man nicht schon von den Jungs kennt. Dieser Gedanke ist nicht ganz falsch und auch nicht ganz unbegründet.

Nach dem Intro "The Funeral March", was eine episch bedrohliche Atmosphäre aufbaut, gehen Sinister sofort in die Vollen und hauen einem mit dem Titeltrack genau das um die Ohren, was man von der Band kennt. Gnadenlosen, keine Gefangenen machenden Death Metal, der sich wie ein roter Faden durch das ganze Werk zieht. Erst vor dem letzten Stück "Entering The Underworld" endet dieser Faden und das Album klingt mit spacigen Klängen aus, welche allerdings genauso bedrohlich sind, wie der Rest der Scheibe.

Knallharte Death Metal-Riffs mit Old-School Note, welche aber auch den moderneren Aspekt nicht ganz vernachlässigen, feuern dir genauso um die Ohren, wie geschickt eingebaute Hooklines und immer wieder auch ein gewisser Grad an Melodie. Die tiefen Deathgrunts und -growls betonen die dunkle, bedrohliche Note zusätzlich.

Musikalisch braucht man wohl nicht zu erwähnen, dass die Jungs ihr Handwerk verstehen. Hier passt einfach alles zusammen und die ausgeklügelten Nummern kommen wie aus einem Guss durch die Boxen gedonnert. Trotz aller Komponenten, die man aus dem Death Metal kennt, wohnt dem Album eine selten hohe Homogenität inne, wozu sicher auch die klasse Produktion beiträgt. Auch an Abwechslung fehlt es den Nummern nicht. Geschickt eingestreute Soli, das eine oder andere Break sowie fein dosierte Tempowechsel zeugen vom feinen Gespür fürs Songwriting. Das tolle Cover-Artwork rundet das Ganze dann auch noch visuell ab, was natürlich wegen der Größe bei der Vinyl-Veröffentlichung besonders gut zu Geltung kommt.

Fazit:
Wo Sinister drauf steht, ist auch Sinister drin, so könnte man das neue Album der Holländer kurz beschreiben. In der Tat klingt man auf "Deformation Of The Holy Realm" ähnlich wie auch schon auf den letzten Werken, was aber nur einer oberflächlichen Überprüfung standhält. Wenn man tiefer in das Album eindringt, erkennt man den Unterschied und vor allem die Energie, welche in das neue Werk geflossen ist. Mit der Musik Sinisters ist es wie mit einem guten Krimi, der Rahmen bleibt der gleiche, weil bewehrt und erfolgreich, aber die Feinheiten ändern sich. Fans der Band werden bestens bedient und wer sich erst seit Kurzem diesem Genre widmet, der wird hier einen leckeren Happen finden, welcher ihn in seiner Entscheidung, dem Death Metal zu frönen, bestärken wird.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. The Funeral March
02. Deformation Of The Holy Realm
03. Apostles Of The Weak
04. Unbounded Sacrilege
05. Unique Death Experience
06. Scourged By Demons
07. Suffering From Immortal Death
08. Oasis Of Peace – Blood From The Chalice
09. The Ominous Truth
10. Entering The Underworld

Lineup:

Aad Kloosterwaard - Vocals
Michal Grall - Guitars
Ghislain van der Stel - Bass
Toep Duin - Drums

https://www.facebook.com/SinisterOfficial

Autor: Thomas

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Band: Ancillotti (I)
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
Album Titel: Hell On Earth
Spielzeit: 43:58
VÖ: 29.05.2020

Es ist doch erstaunlich, welche Verbindungen sich zu kleinen Bands aus der Jugend ergeben, wenn man über aktuell zu rezensierendes Material recherchiert. Ancillotti waren mir komplett unbekannt, hauen aber ihr inzwischen drittes Studiowerk raus. Die italienischen Brüder Daniele und Brian leihen dem Ganzen dann ihren Nachnamen als Bandnamen und Logo. Sänger Brian ist es dann auch, den ich unbewusst schon ewig kenne, denn er singt nämlich separat noch bei der Band Strana Officina, deren Song "King Trolls" auf einer Compilation in meinem Regal schlummert. Dieser Song begeisterte mich so sehr, dass ich bis heute vergeblich nach dem Album dazu suche. Nun also liegt mir das dritte Ancilotti-Werk vor und ich darf dazu meinen Senf abgeben.

Wer angesichts des Herkunftslandes nun auf das typische Power Metal plus Orchester- und Prog-Einlagen-Gedudel wartet, der liegt falsch. Straighter Heavy Metal auf den Punkt gebracht, ohne Schnörkel, ohne Experimente und ohne jegliche Innovation gibt es hier zu hören. Wer also mal wieder im Old-School Bus mitfahren möchte: Hereinspaziert!

Man stelle sich einen musikalischen Hybrid aus alten Grave Digger, Accept und Saxon vor, stelle einen Sänger, der sowohl rau knarzen, als auch bluesig trällern kann, vors Mikro und fertig ist die Suppe. Und mir zumindest schmeckt das Ganze dann auch sehr gut.

Das Album hält recht gut die Waage aus wunderbaren Mid-Tempo-Nummern wie dem hymnischen Ohrwurm "We Are Coming", oder dem an die erwähnten Saxon erinnernden "Broken Arrow", und knackigen Nackenbrechern der Marke "Firewind" oder dem Grave Digger angelehnten Rausschmeißer "Till The End". Erwähnen möchte ich noch den als Video veröffentlichten Mid-Tempo-Rocker "Revolution", der einen der größten Ohrwurmeffekte (neben "We Are Coming") inne hat. An knackigen Riffs, die teils sogar memorablen Charakter besitzen, und auch an schicken Gitarrensoli fehlt er hier auch keineswegs. Im hinteren Drittel des Albums fallen die eingängigen Refrains zwar ein wenig ab, doch damit kann man leben, denke ich.

Fazit:
Wer es klassisch und direkt mag und dem traditionellen Heavy Metal zugeneigt ist, der sollte sich "Hell on Earth" nicht entgehen lassen. Freunde der genannten Truppen sollten sich hier ganz klar zu Hause fühlen. Die vier Recken von Ancillotti spielen mit hörbarem Spaß und vor allem handwerklichem Können. Die nicht zu übertriebene Produktion verleiht dem Werk zusätzlich die nötige Authentizität. Alles richtig gemacht, würde ich sagen.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Revolution, We Are Coming, Till The End

Tracklist:

01. Fighting Man
02. Revolution
03. Firewind
04. We Are Coming
05. Blessed By Fire
06. Broken Arrow
07. Another World
08. Frankenstein
09. Till The End

LineUp:

Daniele "Bud" Ancillotti - Vocals
Luciano "Ciano" Toscani - Guitars
Sandro "Bid" Ancillotti - Bass
Brian Ancillotti - Drums

https://www.facebook.com/AncillottiBand
http://www.ancillottiband.com

Autor: Slaine

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Band: Ancient Curse (D)
Genre: Progressive / Power Metal
Label: Pure Steel Records
Album: The New Prophecy
Spielzeit: 57:52
VÖ: 29.05.2020

Nach den extrem produktiven 90er-Jahren haben Ancient Curse zwei Dekaden verstreichen lassen, bevor sie sich wieder ans Werk machten. Meines Erachtens hat sich die Rückkehr aber definitiv gelohnt.

Das Songwriting ist sehr organisch. Gleich beim Opener "We Follow The Signs" merkt man, dass die einzelnen Passagen nicht aneinandergereiht wurden, sondern wie aus einem Guss kommen. Was die Melodien angeht; jedes Riff geht sehr natürlich aus dem vorangegangenen hervor. In dem Zusammenhang ist auch auffällig, wie klar sich die Werkzeuge des Songwritings abzeichnen. Vier der neun Songs beginnen mit einem Intro mit akustischer Gitarre oder zumindest einer cleanen E-Gitarre.

Auch ist keine klare Tendenz bei den Tempi der Songs zu erkennen. Ausnahmslos jeder Song des Albums ist mehreren Tempowechseln unterworfen, die mal mehr, mal weniger abrupt wirken. Dabei reicht das Spektrum von schnellen Gitarrenlicks und drückenden Drums bis zu behäbig ausgespielten Akkorden und stampfenden Rhythmen. Ich mag das hier womöglich als etwas eintönig und vorhersehbar beschrieben haben, aber durch die bereits erwähnten organischen Übergänge der einzelnen Passagen bleiben die Songs über ihre gesamte Laufzeit frisch und vermitteln unbändige Freude am Musizieren.

Der Klang ist ebenfalls tadellos. Die Gitarren klingen mal aggressiv, mal klar, aber jedes Mal präsent. Immer wieder arbeiten sie mit Harmonien. Das kommt vor allem gut zur Geltung, weil dies nicht für gesamte Passagen, sondern für kleinere Einwürfe genutzt wird. Der Bass zeigt sich satt und darf sogar immer wieder in den Vordergrund treten, etwa im Intro von "Hypnotize". Die Drums bilden durch ihren vollen Klang eine solide Basis für die restliche Band.

Den Gesang würde ich als einzige Schwachstelle sehen. Nicht wegen handwerklicher Mängel - das Singen an sich ist einwandfrei - sondern der mangelnden Vielseitigkeit wegen, durch welche die restliche Band so sehr glänzt. Gerade die Stellen, in denen die Backing Vocals zum Tragen kommen, zeigen, wie viel hier eigentlich möglich gewesen wäre.

Fazit:
Wer weiß, ob Ancient Curse die letzten 20 Jahre genutzt haben, um "The New Prophecy" zu erarbeiten? Aber zumindest wirkt es so. Ein Reinhören in die Platten der 90er zeigt, was für einen Wandel diese Band und ihre Musik erlebt hat. Es ist ein absolut rundes und in sich selbst stimmiges Werk. Zu den 10 Punkten hat es nicht mehr ganz gereicht. Dafür ist etwas zu sehr nach Rezept gearbeitet worden und somit nach oben noch zu viel Luft für etwas mehr Eigenständigkeit und Abwechslungsreichtum, die mich aber bestimmt an einen Nachfolger fesseln werden.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: We Follow The Signs, Hypnotize

Tracklist:

01. We Follow The Signs
02. Fire And Ice
03. The Shadow
04. Men Of The Storm
05. Hypnotize
06. One Moment Of Fortune
07. Forever Young
08. Mind Chaos
09. Prophecy

Lineup:

Pepe Pierez - Vocals, Guitars
Gunnar Erxleben - Guitars
Thorsten Fields - Bass
Matthias Schröder - Drums

Guest Musician:

Henning Basse
Oliver Palotai

https://www.facebook.com/Ancient-Curse-417582438351759
https://www.ancientcurse.de

Autor: Felix

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Naxen (D)
Genre: Black Metal
Label: Vendetta Records
Album Titel: Towards The Tomb Of Times
Spielzeit: 47:06
VÖ: 05.06.2020

Nach der ersten EP im Jahr 2018 ist es für Naxen nun an der Zeit, ein Debütalbum nachzulegen. "Towards The Tomb Of Times" heißt das gute Stück, welches knapp 50 Minuten Black Metal bietet, aufgeteilt auf vier Songs.

Wer sich mit der deutschen Black Metal Szene auseinandersetzt, ist vielleicht schon einmal über die Band aus dem schönen Münster gestoßen. Denn seit ihrer Gründung 2018 teilten sich Naxen bereits eine Bühne mit Ultha, Sun Worship und Eïs.

Musikalisch strömt einem ab der ersten Minute skandinavische Kälte ins Gesicht. Nach einem kurzen Spannungsaufbau, der schon etwas Mächtiges ankündigt, rollen in "To Welcome The Withering" die Blastbeats los. Die Vocals sind harsch und keifen den Hörer an, die Gitarren kreieren durch das wilde Tremolo-Picking eine dichte, fast schon undurchdringbare Wand. Somit wird durchgängig eine Spannung aufgebaut und gleichzeitig gehalten.

Naxen schauen eher zurück auf die klassischen Black Metal Traditionen, verzichten aber auf Klaviereinspieler oder langanhaltende Ruhephasen. "The Ordious Ordeal" knüpft nahtlos an den Beginn des Albums an, omnipräsent ist auch hier wieder die mächtige Gitarrenwand. Auch wenn in diesem Song immer mal wieder Tempo rausgenommen wird, die erdrückende Gitarrenwand bleibt immer bestehen, als ob man sich durchgehend in einem wirren Strom befinden würde. Melodische Ausschmückungen sind eher Mangelware, werden aber hier und da mal durch ein Riff eingestreut. Ohne viele Mittel oder weitere Instrumente wird eine stete Atmosphäre aufgebaut und aufrechterhalten. Naxens Musik ist minimalistisch und auf die Erzeugung einer steten atmosphärischen Kulisse gepolt, wie man es etwa von den Genrekollegen Ash Borer aus den USA kennt.

"A Shadow In The Fire Part I" klingt dann plötzlich noch aggressiver, noch verzweifelter, wie ein Sturm, der sich immer tiefer in die Gehörgänge bohrt. Anders als in den beiden vorherigen Songs zieht das Schlagzeug hier nur schleppend voran. Dadurch liegt mehr Fokus auf den Vocals, die ohnehin noch erdrückender als zuvor klingen und wirken. In "A Shadow... Part II" wird das Tempo dafür wieder angezogen. Und fast am Ende des Albums streuen Naxen dann doch noch eine kleine unerwartete Auflockerung ein: Eine hauchende Stimme wird von einer allein stehenden, klaren Gitarre umgarnt, inmitten der Blastbeat-Stürme. Es folgt ein abschließendes Aufbäumen, das in einem lärmenden Gitarrenbad mündet.

Fazit:
Naxen malen auf ihrem Debütalbum "Towards The Tomb Of Times" nihilistische Bilder, denen man sich über die gesamte Spielzeit kaum entziehen kann. Auch wenn die Musik einfach gestrickt ist, erfüllt sie ihre Wirkung. Was will man denn mehr?

Punkte: 7/10

Anspieltipp: A Shadow In The Fire Part II (Where Fire Awaits)

Tracklist:

01. To Welcome The Withering
02. The Odious Ordeal
03. A Shadow In The Fire Part I (Scars Of Solitude)
04. A Shadow In The Fire Part II (Where Fire Awaits)

LineUp:

LN - Vocals, Guitars
FT - Vocals, Guitars
SP - Bass

https://www.facebook.com/NAXENBM

Autor: Lupus

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Wicked Disciple (D)
Genre: Alternative / Thrash Metal / Hard Rock
Label: Culprited Lullabies
Album: Rules In Debris
Spielzeit: 56:56
VÖ: 06.06.2020

Nach ihrem hervorragenden Debüt "Salvation Or Decline" aus 2017 kommen die Nordrein-Westfalen Wicked Disciple dieser Tage nun mit ihrem zweiten Studioalbum "Rules In Debris" eingeflogen. Am 06. Juni wird das Album allerdings erstmal nur digital erhältlich sein. Die CD wird es dann einen Monat später ab 07. Juli geben. Vinyl-Freunde müssen sich sogar noch bis Dezember gedulden.

Was mir schon beim ersten Durchlauf aufgefallen ist; es klingt, bis auf wenige Momente, nicht mehr so viel nach Metallica, wie noch auf dem Debüt. Was auf "Rules In Debris" dagegen ganz groß geschrieben wird, ist Abwechslung. Kein Song klingt wie der andere und da sich auch die Songstrukturen nur wenig ähneln, ist auch nichts vorhersehbar.

So beginnt das Album mit dem groovigen Hard Rocker "…And Jaundiced King Was Slained". Die Nummer wird von einem rauen, knarzigen Riff und einem groovenden Schlagzeug bestimmt. Die Leads fügen sich geschickt ein, kommen mir allerdings ein klein wenig zu kurz. Sie können aber im Zwischenpart schöne Akzente setzen. Auch kommt der Bass gut zum Tragen, was auf das ganze Album zutrifft.

Bei "Salvation Or Decline" gibt es einen dieser wenigen Metallica-Momente. Der Song erinnert stellenweise etwas an Metallicas Version der Misfits Nummer "Die, Die My Darling". Hier gibt es "zarte" und "harte" Klänge gleichermaßen. Dieses Wechselspiel zwischen den ruhigen Strophen und dem aggressiven Refrain drückt der Nummer seinen Stempel auf. Auch die variablen Vocals, welche im Refrain auch mehrstimmig sind, überzeugen hier. Hier bekommt der Hörer eine Mischung aus Alternative und Thrash Metal geboten.

Im Gegensatz dazu donnert "Through Cellphone Pane (Pessimist)" von Anfang an richtig los und grooved was das Zeug hält. Hier gibt es stellenweise auch deutsche Lyrics, was Ted sehr gut zu Gesicht steht. Auch hier gibt es wieder exzellente Gitarrenarbeit und die Leads kommen nicht zu kurz.

Mit "Tumbleweed Lullabies" hat man eine Nummer am Start, die schon fast halbballadesken Charme versprüht. In sehr eingängiger Manier wird hier ein weicher Kern mit einer mehr oder weniger harten Schale umspielt. Dies wird auch durch die Vocals nochmals unterstrichen, die mal zart und klar und mal rau, "schmutzig" und aggressiv daherkommen. Ziemlich eingängiges und interessantes Stück.

Wie abwechslungsreich die Scheibe geworden ist, zeigt nicht zuletzt "Rollercoaster Into Hell". Hier gibt es praktischen einen Thrasher mit Nu Metal Einschlag mit einem schönen Solo in der Mitte. Einen waschechten Thrasher hingegen bekommt ihr dann mit "All Love Steel" geliefert, hier matchen sich Rhythmus- und Leadfraktion regelrecht, laufen am Ende aber auf ein Unentschieden heraus.

Bevor das schöne Outro "Nighter Astronaut Nor Viking" das Album wie einen Kinofilm ausklingen lässt, gibt es noch den Hard Rock Thrasher "When I Die", welcher neben "Bite On My Tongue" und den beiden Bonus Nummern "Blind Parrot's Opinion" und "Waiting For Redemption" von der "Traveler In Time" Demo stammen und für "Rules in Debris" neu eingetütet wurden. Letzterer hieß dort allerdings noch "Waste Of Time & Gasoline". Bis hierhin wäre das Album für mich übrigens eine 8/10 gewesen. Aber der Bonussong "Theia Collides With Planet Earth" allein ist den Erwerb der Platte wert. Ein episches Stück mit Gänsehaut-Garantie. Ein grandios umgesetztes Instrumental, was trotz seiner 07:01 Minuten nicht eine Sekunde langweilig wird. Hier steckt mehr Abwechslung drin als in manch anderem kompletten Album.

Fazit:
"Rules In Debris" ist ein würdiger Nachfolger zum Debütalbum. Die mit der passenden, leicht rauen Produktion versehene Scheibe überzeugt mit durchdachtem Songwriting, Abwechslungsreichtum und geschickt gewählter Songreihenfolge. Die Art und Weise, wie die verschiedenen Genre verarbeitet werden, gibt Wicked Desciple definitiv Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert. Unbedingt checken! Mit solchen Bands im Underground brauchen wir uns um die Szene keine Sorgen zu machen!

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Salvation Or Decline, Through Cellphone Pane(Pessimist)", All Love Steel

Tracklist:

01. ...And Jaundiced King Was Slained
02. Salvation Or Decline
03. Through Cellphone Pane
04. Bite On My Tongue (2020)
05. Tumbleweed Lullabies
06. Rollercoaster Into Hell
07. All Love Steal
08. Never Surrender
09. When I Die (2020)
10. Nighter Astronaut Nor Viking
11. Blind Parrot's Opinion (Bonus)
12.Tumbleweed Lullabies (Akustik) (Bonus)
13. Theia Collides With Planet Earth (Bonus)
14. Waiting For Redemption (2020) (Bonus)

Lineup:

Ted - Vocals, Guitars
Michael - Guitars, Bass
Alex - Drums

Guest Musician:

Jürgen Dachl - Aggro Vocals on "Tumbleweed Lullabies"
Manni Schmidt - Solo on "When I Die"
Marcel Bangert - Solo on "When I Die"
Ben Bouman - Harp on "Waiting For Redemption"

https://www.facebook.com/wicked.disciple.de

Autor: Thomas

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Ulthar (USA)
Genre: Death / Black Metal
Label: 20 Buck Spin
Album: Providence
Spielzeit: 36:33
VÖ: 12.06.2020

Die seit 2014 aktiven US-Deather Ulthar kommen dieser Tage mit ihrem Zweitling "Providence" zum Händler eures Vertrauens. Angekündigt wird hier eine Mischung aus Death und Black Metal. Was allerdings nur bedingt zutrifft.

Der Death Metal steht hier im Vordergrund und kommt als eine Mischung aus amerikanischer und skandinavischer Schule daher. Der Black Metal Anteil hat dann fast nur den skandinavischen Touch inne. Allerdings hat das Ganze auch eine relativ hohe progressive Ausrichtung und hin und wieder gibt es auch mal einen gewissen Grad an Melodie. Samples und Synths spielen eine eher untergeordnete Rolle und werden wenig, aber songdienlich eingesetzt.
Die Gitarren verzetteln sich immer wieder mit ihren Death- und Black Metal-Riffs im Chaos und geben den entsprechenden Parts ein wirres Konstrukt, dass es einem fast schwindelig wird.

Schlagzeug und Bass versorgen die Stücke mit ordentlichem Dampf und treiben diese schön an. Die Abwechslung der Platte liegt hauptsächlich in den Tempowechseln, die zwar gering, aber auffällig sind. Hin und wieder gibt es gar mal einen fast schon schleppenden Part. In "Furnace Hibernation" und "Narcissus Drowning" schon fast doomig. Die Vocals wechseln je nach Hauptausrichtung des jeweiligen Songs zwischen Death Growls/Grunts und Black Metal Gekrächze. Hin und wieder gibt es auch beides in einer Nummer.

Von produktionstechnischer Seite hätte man hier allerdings mehr rausholen müssen. Das Album kommt eher rau durch die Boxen, was für die Death - und Black Metal Seite ganz gut, aber für den hohen progressiven Anteil eher nicht von Vorteil ist. Das "Räudige" verfehlt zwar nicht seine Wirkung, aber das ohne Frage hohe technische Niveau der Platte bleibt dadurch etwas auf der Strecke.

Fazit:
"Providence" ist ein gutes Album, was aber etwas vorhersehbar ist und besser produziert hätte sein können. Auch von der Spielzeit her ist es eher dürftig, denn selbst auf Vinyl hätte da noch mindestens eine Nummer drauf gepasst. Nichtsdestotrotz kann man sich das Ganze gut zu Gemüte führen und um sich zwischendurch mal die Rübe abzudrehen, geht das schon klar.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: Narcissus Drowning

Tracklist:

01. Churn
02. Undying Spear
03. Providence
04. Through Downward Dynasties
05. Cudgel
06. Furnace Hibernation
07. Narcissus Drowning
08. Humanoid Knot

Lineup:

Shelby Lermo - Vocals, Guitars, Samples
Steve Peacock - Vocals, Bass, Synth
Justin Ennis - Drums, Electronics

https://www.facebook.com/Ulthar-386850314846106

Autor: Thomas

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Angelcrypt (M)
Genre: Melodic Death Metal
Label: Boersma Records
Album Titel: Dawn of the Emperor
Spielzeit: 38:51
VÖ: 12.06.2020

Gespannt lasse ich Angelcrypt durch meine Boxen laufen. Die fünf Köpfe hinter der Band stammen aus Malta und haben sich dem Melodic Death Metal verschrieben. Gegründet wurden Angelcrypt auf der sonnigen Insel bereits vor 23 Jahren, dennoch ist "Dawn oft he Empire" erst ihr zweites Full-length-Album.

Dieses startet mit einem ganz netten Intro und wechselt dann zu "Clockwork Blood Red", dem ersten vollen Song auf der Scheibe, in dem die Maltester gleich schon ihre Melodie-Ideen sprechen lassen. Die Nummer beginnt etwas seichter, nur um dann ihr Gewand zu wandeln und in Galopp zu verfallen. Ein paar weitere Breaks unterstreichen den Charakter der Nummer und zeigen auch, dass Angelcrypt bereit sind, an vielen Fäden gleichzeitig zu ziehen. Und das machen sie von Anfang an auch technisch galant.

Da ich Angelcrypt zuvor noch nicht kannte, gibt es schnell eine weitere musische Eigenart zu entdecken, die mir Freude bereitet. Ihre Melodic-Death-Interpretation baut nicht auf fulminante Orchesterelemente oder Syntheziser-Sequenzen, wie das ja inzwischen bei vielen Kollegen der Fall ist. Angelcrypt bedienen sich dafür der klassischen Schule der Gitarrenarbeit. Die Leadgitarren sorgen für feine Melodien und auch das ein oder andere sehr passende Solo schleicht sich ein. Yeah, da sag ich doch mal Daumen hoch! Kombiniert damit liefern die Malteser Beats, die in die Knochen gehen.

Das Zusammenspiel zwischen Rhythmusfront, Lead-Melodien, der Basslinie und den mitziehenden Riffs wirkt, als wäre es hier und da nochmal durchs Feintuning geschickt worden. Das macht die Songatmosphäre noch dichter und sorgt für ein abgerundetes Hörerlebnis. Hier und da blitzt mal etwas Altbekanntes durch, das tut der Scheibe aber keinen Abbruch. Einzig das Gefühl, dieses Album bereits zu kennen, bevor es ganz ausgehört ist, trübt das Vergnügen an "Dawn oft he Empire" etwas. Es wirkt manchmal etwas "abgekartert". Die Mucke ist trotzdem gut und macht Spaß, nur fehlt noch eine Spur von Ecken und Kanten in den Songs, die manchmal nur in Ansätzen vorhanden ist. So zum Beispiel im Titelsong.

Mit "Salvation" liefern die fünf Herren ein rein instrumentales Zwischenstück, welches ich eigentlich als sehr gelungenen Einstieg für einen sich kunstvoll aufbauenden Uptempo-Song empfinde. Als Einleger stellt sich die Frage, wie gut platziert er wirklich ist. Nach dem gelungenem Titelsong und vor der ersten Album-Single "Martyred Soul" stellt er natürlich ein deutliches Break dar. "Martyred Soul" ist eine mitreißende Nummer, die auf ganzer Linie vor Energie strotzt. Ich habe mir mal den Spaß gegönnt und die beiden vollen Songs direkt hintereinander gehört. Und ich gebe zu, dass diese kleine Zwischenstück hilft, die Spannung aufrecht zu erhalten und "Martyred Soul" vor allem noch mehr knallen zu lassen. Ein interessant aufgebauter Song ist auch "Si Vis Pacem". Und Freunde der Fantasy um das Westeros-Epos (Game Of Thrones): Im letzten Track "The Black Hand" scheint es doch, als hätten die fünf Maltester beim Komponieren noch Melodiestränge aus der Serie im Kopf und ließen sich nur so ein ganz bisschen inspirieren… oder empfinde nur ich das so, wann immer ich in diesen Song einsteige? Egal, die Nummer in ihrer Gänze hat was und wurde sogar zum offiziellen Titel-Track von Banger TV's Overkill Global.

Thematisch befasst sich die Band übrigens mit dem ersten Weltkrieg.

Fazit:
Angelcrypt schaffen auf "Dawn of the Emperor" immer wieder sehr intensive Sequenzen, die den Hörgenuss enorm steigern und auch für die kleinen aufkommenden Schwächen entschädigen. Zudem kreieren sie diesen wunderbaren Spagat, melodiebetont zu bleiben, ohne auf oftmals in diesem Genre bekannte, überladene Orchester oder Keyboardproduktionen zurückzugreifen. Die Saitenschwinger bringen hier ihre nötige Dominanz leidenschaftlich zum Ausdruck und ich empfinde es so als eine sehr angenehme Melodiedarbietung. Eine Symbiose aus den stählernen Wurzeln des Metals, angefüttert mit weittragenden Melodiesätzen. Das Album hat definitiv einige ganz tolle mitreißende Parts zu bieten, doch fehlt auch an manchen Stellen ein klein bisschen was. Trotzdem bietet die musikalische Arbeit Spannung und ist durchaus einfallsreich, die Melodien sind mitreißend und tragend, die Riffs druckvoll und galoppierend und die Beats mal straight, mal wechselhaft pointiert.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Dawn of the Emperor, Martyred Soul, Si Vis Pacem

Tracklist:

01. Of War And Will
02. Clockwork Blood Red
03. On Killing Fields
04. Iron Feeds
05. Dawn Of The Emperor
06. Salvation
07. Martyred Soul
08. As Death Endures
09. Si Vis Pacem
10. The Black Hand

Line Up:

Joseph Grech - Vocals
Shawn Mizzi - Guitars
Peter Grech - Guitars
Jean Cutajar - Bass
Josef Bray - Drums

https://www.facebook.com/angelcrypt
http://www.angelcrypt.com

Autor: Swenja

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Band: Greyhawk (USA)
Genre: Heavy Metal
Label: Fighter Records
Album Titel: Keepers Of The Flame
Spielzeit: 44:19
VÖ: 16.06.2020

Derzeit floriert in der Szene die sogenannte New Wave of traditional Heavy Metal mehr denn je. Fast monatlich kommen mir komplett neue Bands unter, die klingen, als haben sie eine 40jährige Karriere hinter sich, oder seien wiederbelebte, unbesungene Legenden aus den edlen Anfangstagen des klassischen Heavy Metals. So auch die fünf Recken aus Seattle, die hier nun ihr zweites Album vorlegen.

Ausgerechnet aus der Brutstätte des Grunge entsteigt hier nun ein stählernes Monster, das seine traditionellen Schwingen über die Szene ausbreitet. Was Greyhawk hier abliefern, katapultiert mich 27 Jahre in der Zeit zurück, als ich noch 16 war und den Göttern des Old School True Metals täglich meine Ständchen brachte.

Die Produktion klingt herrlich retro, allerdings ohne ins Kauzige oder gar in einen Demo-Sound abzudriften. Die Gitarren braten entweder in bester Accept- und Saxon-Manier, oder kreischen aus den Boxen als stünde Herr Malmsteen selbst im Wohnzimmer. Die musikalische Qualität der Truppe steht außer Frage. Vom erwähnten Riffschmied, der das Spektrum von traditionell und erdig bis nahezu neoklassische Gitarrengott-Kaskaden beherrscht, bis hin zum charismatischen, rauen Gesang, den man wohl am ehesten zwischen Diamond Head, Visigoth und Savatage einordnen könnte.

Das musikalische Talent wird unterstrichen mit der instrumentalen Verneigung vor Yngwie J. Malmsteen selbst namens "R.X.R.O". Es gibt spaßige Banger mit Faustreckpotential und Gangshouts wie "Drop the Hammer" und sehr gelungene Mid-Tempo-Nummern wie die melodische Nummer "Halls of Insanity". Das knackige "Don't wait for the Wizard" und vor allem das hymnische "Masters of the Sky" zeigen dann, worin die klaren Stärken der Band liegen. Obendrein beglückt man uns mit der klischeefreien, düsteren Halbballade "The Rising Sign", die nach hinten raus zur richtigen Metal Hymne erwächst und mit seinen "Ohhh" Chorälen zum Posieren und Mitsingen animiert.

Fazit:
Hier jagt wirklich ein Höhepunkt den nächsten, womit ich nicht in dieser Form gerechnet habe. Die Dichte der potentiellen Klassiker für die Zukunft ist enorm und der Spaßfaktor passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Wenn man nun unbedingt kritisieren will, dann könnte man sagen, dass zwei kleinere Instrumentals Leuten wie mir, die eigentlich keine Instrumentals feiern, nicht unbedingt als nötig erscheinen, aber so what!? Für mich als klassischen Metalhead der melodisch traditionellen Schule und auch für jeden Anhänger der aktuellen NWOTHM Bewegung ein klares Must-Have!

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Drop The Hammer, The Rising Sign, Don't wait for the Wizard

Tracklist:

01. Gates Of time
02. Frozen Star
03. Drop The Hammer
04. Halls Of Insanity
05. The Rising Sign
06. R.X.R.O.
07. Don't Wait For The Wizard
08. Black Peak
09. Masters Of The Sky
10. Ophidian Throne
11. Keepers Of The Flame

LineUp:

Rev Taylor - Vocals
Jesse Berlin - Guitars
Alika Madis - Guitars
Darin Wall - Bass
Nate Butler - Drums

https://www.facebook.com/Greyhawkmetal

Autor: Slaine

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Band: Nexion (IS)
Genre: Black / Death Metal
Label: Avantgarde Music
Album Titel: Seven Oracles
Spielzeit: 46:30
VÖ: 20.06.2020

Island hat gerade einmal eine Einwohnerzahl von ca. 360.000. Der Anteil an Isländern also, die irgendwas mit Rock und Metal zu tun haben, muss prozentual gesehen, im Vergleich zu bevölkerungsreichen Ländern z.B. auf dem europäischen Festland, unglaublich hoch sein.

Nun stehen also vier weitere Isländer mit ihrer Band Nexion in den Startlöchern und haben ihre Debütscheibe "Seven Oracles" mitgebracht. Diesem Langdreher ist bisher auch nur die self-titled EP aus dem Jahre 2017 vorausgegangen.

Aber ungeachtet ihrer Herkunft geht es in ihrer Musik um nihilistische und sehr okkulte Sachen, die ich leider textlich nur teils verstehen kann. Wird eher der Black Metal bedient, wird es schnell unverständlich ("Seven Oracles"), wohingegen es weitaus verständlicher wird, je mehr die Songs in den Death Metal eintauchen ("Sanctum Amentiae"). Das ist aber gar nicht mal das Bemerkenswerteste an dem Album. Dieser Punkt geht nämlich an die Stimmung. Diese ist wahnsinnig intensiv und bedrohlich. Also... sehr bedrohlich. Ich war zwar nicht kurz davor, vor Angst die CD nicht zu hören, aber was auch immer besungen wird, es ist massiv. Doch leider ist das schon alles, was "Seven Oracles" im Großen und Ganzen so zu bieten hat.

Die Stücke wuseln und brummen in ihrer bedrohlichen Suppe so vor sich hin, ohne eine erkennbare Richtung vorzugeben oder gar einem roten Faden zu folgen. Handwerklich ist die Scheibe echt gut. Der Mix ist klasse und unterstreicht den dumpfen Black Metal hervorragend. Die Drums sind kraftvoll und die Gitarren klingen wie Vorboten des großen Unheils. Aber die stark repetitiven Segmente in den Songs sind in einer so überwältigenden Anzahl vorhanden, dass man als Hörer schnell den Fokus verliert.

Das erste Mal, dass ich aus meiner Trance geholt wurde, passierte mir mit dem längsten Song der Scheibe, "The last Messiah", welcher immerhin 9 Minuten Spannung bieten kann. Die Mid-Tempo-Einleitung mit einer schönen Melodie und filigranen Gitarren geht in einen noch nicht blastbeatgeschwängerten Mittelteil über, in dem auch die Growls mit einsetzen. Ein stilistisches Intermezzo gibt Raum für die nächste Strophe, es baut sich weiter langsam auf und die okkulte Zeremonie geht weiter. Aber was sagt das über ein Album aus, wenn erst der letzte Song aufhorchen lässt?

Fazit:
Auch wenn an allen Fronten gute Arbeit geleistet wurde, kommt "Seven Oracles" nicht über die gewisse Schwelle rüber, die ihnen eine beachtliche Punktzahl bescheren würde. Zu oft gehört ist diese Spielart, wie sie Nexion auf ihr Werk gepresst haben. Und nur ein, zwei gute Titel machen noch kein gutes Album. Daher reicht es nur für eine durchschnittliche Bewertung.

Punkte: 5,5/10

Anspieltipp: Revelation Of Unbeing, The Last Messiah

Tracklist:

01. Seven Oracles
02. Revelation Of Unbeing
03. Divine Wind And Holocaust Clouds
04. Sanctum Amentiae
05. Utterances Of Broken Throats
06. The Spirit Of Black Breath
07. The Last Messiah

Lineup:

Josh Rood - Vocals
Jóhannes Smárl Smárason - Guitars
Óskar Rúnarsson - Guitars
Kári Pálsson - Bass
Sigurður Jakobsson - Drums

https://www.facebook.com/Nexionband

Autor: Godshand
Übersetzer: Felix

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Band: Kenziner (FIN)
Genre: Neo-Classical / Progressive / Power Metal
Label: Pure Steel Records
Album: Phoenix Rising
Spielzeit: 42:29
VÖ: 26.06.2020

Neo-Classical Progressive Power Metal. Das ist schon mal eine ordentliche Ansage. Und wie fast immer, wenn mit Genrebezeichnungen um sich geworfen wird, werde ich echt neugierig, ob auch drin ist, was draufsteht.

Direkt zu Beginn wird bereits Vollgas gegeben. Alles ist sehr schnell und vollgepackt mit Noten und Gesang. Erst "Shadow Of The Moon" verschafft die ersten Verschnaufspausen, wenn auch sehr kleine. Auch gibt es hier die ersten Anzeichen von Neo-Klassik in Form kürzerer Licks, die als Übergang zwischen zwei Passagen genutzt werden.

Kleiner Exkurs: Neo-Klassik
Der Begriff "Neo-Klassik" ist musikalisch zum Beispiel in Dark Wave, Electro und Metal vertreten und zeichnet sich in diesen Genres jeweils anders aus. In der Kunstmusik ist auch vom Neo-Klassizismus die Rede und hat auch dort wieder seine eigene Auslegung. Auf Metal bezogen, wird mit Neo-Klassik eine starke Orientierung an klassischer Musik verbunden. Das zeigt sich vor allem in sehr virtuosem Gitarrenspiel, das sehr an Melodien von Vivaldi oder J.S.Bach erinnern kann. Prominente Vertreter dieser Richtung sind Ritchie Blackmore, Yngwie Malmsteen oder Bands wie Rhapsody of Fire und Children of Bodom. (Sehr zu empfehlen: Auf YouTube mal nach Alexi Laihos Cover von Vivaldis Sommer suchen).

"Tears Of Destiny" traut sich im Vergleich zu den vorangegangenen Songs ein wesentlich verträumteres Flair zu bieten, gekennzeichnet durch ein sehr perliges Piano. "Osiris Rising" nimmt dann etwas mehr Tempo heraus, büßt dabei aber keineswegs an Aggressivität oder Elan ein. Auch mit "To Hell And Back" ist ein weiterer Song vorhanden, der ein wenig Abwechslung reinbringt. Diesmal durch einen sehr stampfenden Rhythmus, der gerade im Kontrast zum Dauerfeuer der Drums in anderen Songs enorm guttut. Der Titeltrack "Phoenix Rising" sorgt ein weiteres Mal für mehr Tempo, wenn auch nicht derart schnell, wie die Songs zu Beginn des Albums. Rund wird das Album dann noch mit "The Miracle", einer ruhigen Ballade. Solche Balladen gehören ja beinahe zum guten Ton jeder Power Metal-Produktion, bilden hier aber auch einen angenehmen Kontrastpunkt zum bisherigen Album und damit einen gelungenen Ausklang.

Der Gesang variiert immer wieder. Mal aggressiv, mal auch druckvoll und mit Background Vocals harmonierend. Dabei wird der Text immer klar artikuliert und wirkt sehr präsent. Die Drums setzen rhythmisch schwere Akzente. Das stört hier und da schon mal die Mühen, die in die Melodien und Harmonien gesteckt wurden. Betroffen sind nicht alle Songs oder Passagen, aber stellenweise zerknüppeln die Drums alles, was ihnen im Weg steht. Bezeichnend dafür steht "The Mirror", in dem die Keys beinahe vollständig durch Blast Beats erdrückt werden. Durch das Riffing der Gitarren lässt sich aufgrund der dominanten Drums kaum eine Rhythmik erfühlen. Sie zeichnen sich aber durch Virtuosität aus und können auch über die Soli hinaus, etwa in kleineren Licks, immer wieder glänzen. Der Bass sticht wenig heraus, aber die gesamte Musik hat eine Mächtigkeit, woran dieser nicht ganz unschuldig sein dürfte. Die Keys verleihen dem Ganzen noch mehr Fülle, gerade als Begleitinstrument und fallen besonders positiv auf, weil sie nicht über komplette Songlängen hinweg penetrant im Vordergrund stehen, sondern immer wieder subtil auftreten oder gänzlich schweigen.

Fazit:
In "Phönix Rising" steckt sehr viel angriffslustige Spielfreude drin. Jeder Song macht auf seine Art richtig Spaß. Auf Dauer heben sich viele Songs nur in Details vom Rest ab und so wird das Hörerlebnis doch immer wieder etwas monoton. Da schafft auch eine Ballade am Ende keine Abhilfe. Nichtsdestotrotz ist das sehr solider Power Metal. Elemente von Neo-Classical und Progressive Metal habe ich jetzt kaum bemerken können, was auch nicht weiter schlimm ist, aber doch manchem Fan die Erwartungshaltung an das Album vergällen könnte.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: Tears Of Destiny, Phoenix Rising

Tracklist:

01. Eye Of Horus
02. Listen To The Devil
03. Shadow Of The Moon
04. Tears Of Destiny
05. The Mirror
06. Osiris Rising
07. Curse Of The Pharaoh
08. To Hell And Back
09. Phoenix Rising
10. The Miracle

Lineup:

Peter "Zinny" Zalesky - Vocals
Jarno Keskinen - Guitars
Jupi Hjelt - Bass
Ariel Perchuk - Keyboards
Make Lievonen - Drums

https://www.facebook.com/kenzinerofficial
https://www.jarnokeskinen.fi

Autor: Felix

https://www.metal-only.de/fileadmin/rev ... g-2020.pdf
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