REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Hier könnt ihr euch über bekannte Bands, ihre neuen Alben, ihre Fehltritte ... auslassen
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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Mi 08 Nov, 2017 06:25

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Band: Eternal Flight (F/CH)
Genre: Melodic Progressive Power Metal
Label: Massacre Records
Album Titel: Retrofuture
Spielzeit: 60:08
VÖ: 17.11.2017

Bereits im August des vergangenen Jahres haben sich die Franzosen Eternal Flight ins Studio ihres Sängers Gérard Fois verkrochen, um ihr bereits viertes Album seit ihrer Gründung 2001 aufzunehmen. Nun ist es endlich soweit; das neue Album mit dem Oxymoron "Retrofuture" als Titel erscheint diesen November.

Nach einem kurzen Intro wird man direkt von einem schnellen geschredderten Riff, wie es für diese Art Metal fast schon typisch ist, begrüßt. Zu den virtuosen Gitarren gesellen sich schnell ein treibender Bass, ein fast schon hyperaktives Schlagzeug und ein Sänger, der seine Stimme mühelos über nahezu alle denkbaren Tonlagen schweifen lassen kann. Dieses in sich hervorragend harmonierende Quartett glänzt über das gesamte Album durch perfektes Zusammenspiel, virtuose Soli sowie unkonventionelle Akkordwechsel, wie man es von einer Progressive Metal Band erwarten darf. Hier und da, beispielsweise beim Titletrack "Retrofuture" ist zusätzlich auch ein Keyboard zu hören, welches den gesamten Klang der Band abrundet.

Die Songs sind recht abwechslungsreich, bieten bluesige Soli, eingängige Refrains, treibende Riffs sowie Passagen, bei denen man seinen Nacken kaum still halten kann. Allerdings fehlt fast allen Songs das gewisse Etwas: Die Refrains sind zwar eingängig, heben sich jedoch kaum von den Strophen ab, die Akkordwechsel sind unkonventionell, doch dennoch irgendwie schon tausendfach gehört und die Riffs sind virtuos, aber trotzdem alle irgendwie ähnlich. Darüber hinaus klingen einige Zwischenspiele und Tempowechsel zu sehr erzwungen, als dass sie authentisch wirkten.

Der Sound unterstreicht dies nochmal: zwar ist alles klar verständlich, nichts verschwimmt, aber die Gitarren klingen nicht wirklich fett, der Bass kommt auch nicht richtig durch und die Drums klingen absolut nicht aggressiv, wie man es von anderen Power Metallern gewohnt ist.

Fazit:
Alles in allem ist "Retrofuture" ein grundsolides Album, das man sich jederzeit gerne nebenher anhört, nicht mehr und nicht weniger. Es lohnt sich auf jeden Fall, in das Album reinzuhören, allerdings glaube ich nicht, dass dies eine Scheibe ist, die man in Dauerschleife genießen kann.

Punkte: 5/10

Anspieltipp: keiner

Tracklist:

01. Ante-dote
02. Poison
03. The Journey
04. Retrofuture
05. Nightmare King II
06. Machine God
07. Routine Of Darkness
08. Sinner
09. Danger Calling
10. Succubus
11. Labyrinth
12. Pandora's Box
13. Angels Of Violence

LineUp:

Gérard Fois - Vocals
Jérôme Fischer - Guitars
Thibaud Ducrot - Guitars
Cédric Nguyen - Bass
Thibaud Pontet - Drums

https://www.facebook.com/ETERNALFLIGHT.BAND
https://eternalflight.wixsite.com/eternalflight

Autor: Sepp

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Mi 08 Nov, 2017 06:25

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Band: In-Defilade (USA)
Genre: Blackened Death Metal
Label: Colossal Burden Records
Album Titel: Elude
Spielzeit: 48:30
VÖ: 20.11.2017

Kurzes Noise-Intro und dann... bricht die chaotisch derbste Hölle los. Das neue Album der US-Extrem Metaller ballert so krass los, das man denkt, ein brennender Güterzug brennt sich mit 500 km/h durch das Gehirn des Hörers.

Aber alles der Reihe nach... obwohl... welcher Reihe nach? Denn ''Elude'' wechselt zwischen brutalstem High-Speed-Gebolze mit teils verqueren Songstrukturen und derbem Slow-Motion-Lava-Metal hin und her. Als hätten Morbid Angel und Nile ein mit LSD und Speed ernährtes Kind.

Der Blast-Beat regiert und wenn es mal ''ruhiger'' zugeht, wird es nicht weniger abgefahren. Getriggerte Doppel-Bass-Drums und verquere Drum-Fils in höchster Geschwindigkeit... das würd ich gerne mal live erleben. Die Klampfen arbeiten wie ein Uhrwerk, das man überdreht hat und fräsen mit einer Präzision ihre infernalischen Riffs in die Lauschlappen. Melodiös, episch und doch so derbe und fast schon progressiv, aber immer nachvollziehbar und knapp am Wahnsinn vorbei... oder doch darüber hinaus?

Über allem erbricht sich der Gesang in übelster hasserfüllter Manier, wirkt aber nie zu überzogen, sondern speit blutig röchelnd seine Botschaft in die Welt hinaus.

Handwerklich super gemacht - den ganzen Scheiss muss man sich songdienlich erstmal merken können - aber der Hochgeschwindigkeitswahnsinn nimmt zum Ende des Albums leicht ab und weicht einem nicht minder chaotisch anmutenden brutalen Songwahnsinn, der immer noch eine Anstrengung für die Nackenmuskulatur ist.

Aber nicht, dass Ihr jetzt denkt, die Scheibe sei ein frickeliges Math-Metal-Ding, wie es z.B. Meshuggah abziehen, nene, das ist es nicht. Es ist eher ein mit irren Arrangements gespicktes Stück Extrem-Metal, welches auf Dauer auch etwas anstrengend wirken kann.

Fazit:
Für Fans von Morbid Angel, Nile oder Misery Index genau das richtige Futter. Eines der extremsten Alben, welches ich in letzter Zeit erleben durfte.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Return Of Affliction, The Collapse

Tracklist:

01. Will To Survive
02. Fearing The Worst
03. Apparent Adversary
04. Return Of Affliction
05. Drown The Child
06. Guilty
07. Infecting The Ranks
08. Make Them Eat Glass
09. The Collapse
10. Women And Children First
11. Mourning On The Horizon

Line-Up:

Jon Vesano - Vocals, Guitars
Sean Hudson - Bass
Erik Schultek - Drums

http://www.facebook.com/indefiladeofficial
http://www.in-defilade.net

Autor: Steiff

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Mi 08 Nov, 2017 06:25

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Band: Imperious (D)
Genre: Epic Black Metal
Label: Massacre Records
Album Titel: Tales Of Woe - The Journey Of Odysseus, Part II: From Hades To Ithaca
Spielzeit: 57:03
VÖ: 17.11.2017

Da haben wir nun den zweiten Teil der Odyssee, die Heimreise sozusagen. Und diese beginnt recht unerwartet mit einem 7-minütigen Instrumental.

Die in Eigenregie bereits 2016 erschienene Fortsetzung der Reise des Odysseus bleibt auch im zweiten Track "Sirens" unerwartet ruhig. Ebenfalls neu und unerwartet kommen weibliche Vocals zum Einsatz, was es auf der ersten Scheibe nicht gab. Bei näherer Betrachtung macht dieser Punkt aber Sinn, denn die Sirenen waren nunmal weibliche Fabelwesen, die vorbeifahrende Seefahrer mit ihrem Gesang anlockten, um sie dann zu töten. Wie bereits erwähnt, wartet man hier vergebens auf einen musikalischen Ausbruch, den man aber schon anhand der Spielzeit des dritten Songs (sehnsüchtig) erwartet- ja geradezu einfordert.

Das Konzept der Albumstruktur haben die Jungs aus Bayreuth auch hier beibehalten, sodass auf einen ruhigen, teils klassischen Song eine Black Metal-Perle folgt. "The Isle Of The Solar God" bringt dann auch die erwartete Härte und Epik mit, vor allem die orchestralen Arrangements werten das Stück deutlich auf und verpassen ihm eine Aura der Erhabenheit.

Dieses Statement lässt sich auch auf die anderen "Hauptsongs" übertragen, was insbesondere für "Bloodbound - The Bow Of Odysseus" gilt, der mit seinen 17 Minuten fast schon die Skala sprengt. Der Track lebt von weiblichen und männlichen Vocals, fetter Gitarrenarbeit, die von einem fantastischen Schlagzeug unterstützt wird und die zusammen monumentale Orgien erschaffen. Die Texte sind fürs Black Metal-verliebte Ohr übrigens gut verständlich (auch auf dem ersten Teil). Es ist auch genug Platz für ein Zwischenspiel mit einer Akustikgitarre, welches in ein sehnsuchtsvolles Solo mündet, bis der Gesang wieder einsetzt und die Reise weitergeht.

Fazit:
Die "Bayreuther Festspiele" gehen in ihre zweite und letzte Runde und brillieren erneut durch saubere, exzellente Arbeit an allen Fronten. Sowohl Teil Eins, als auch dieser Teil hier bieten ein Non Plus Ultra an Epic Black Metal, der darüber hinaus noch mit einer fesselnden Geschichte aus der griechischen Mythologie garniert wurde. Allererste Sahne, zwei Daumen hoch.

Punkte: 10/10

Anspieltipp: The Isle Of The Solar God, Bloodbound - The Bow Of Odysseus

Tracklist:

01. Of Casualties (And The Further Way)
02. Sirens
03. The Isle Of The Solar God
04. At The Shores Of Ithaca
05. Scorn
06. Bloodbound - The Bow Of Odysseus
07. At The Olive Tree

Lineup:

Sertorius - Vocals, Bass, Orchestral Arrangements
Kalmesh - Guitars, Vocals
Iluaar - Guitars

https://www.facebook.com/imperiousmetal

Autor: Godshand

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Mi 15 Nov, 2017 06:23

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Band: Deathkin (FIN)
Genre: Black Metal
Label: Hammerheart Records
Album Titel: Kohti Kotiani Kaaosta
Spielzeit: 45:55
VÖ: 24.11.2017

Nach einer Demo (2010) und einer EP (2011) haut die 2009 gegründete Band Deathkin gleich mal ein Konzeptalbum auf den Markt. Eigentlich war das Album im Herbst 2016 schon so gut wie fertig, wie ich das so lesen konnte, aber das Artwork hat wohl etwas gedauert. Aber gut, ums Lesen geht es hier nicht (für Euch erstmal schon), sondern um düsteren, schweren, rasenden und... herkömmlichen Black Metal mit einigen Death Metal-Anleihen.

Da es sich um ein Konzeptalbum handelt, welches ''über einen ewigen Kreuzzug jenseits aller Grenzen predigt'' (Zitat Infozettel), müssten mehr als die Hälfte der Black Metal-Releases Konzeptalben sein, da die Thematik so einzigartig nicht ist. Ok, sei es drum. Über die Inhalte der Texte kann ich mich nicht schlau machen, da ich kein Finnisch kann und hier ausnahmslos in der Landessprache der Band gesungen wird.

Musikalisch gibt es die herkömmliche schwarzmetallische Hausmannskost mit kreischend röchelnden Vocals. Die Klampfen schreddern sich durch alle Register des Genres. Von typisch fiesen kalt geschrubbten über teils eingestreute disharmonische Riffs, mal rasend schnell, mal tragend düster und teils episch angehauchten Melodien bis hin zu Blast-Beats, langsam getragener und etwas schnellerer Schlagzeugarbeit... alles da, was der Black Metal Alleshörer schon nicht mehr hören kann und mag, weil es eben zu gewöhnlich ist.

Keine spannenden Arrangements, keine ausbrechenden Ideen, die einer Band in diesem überlaufenem Genre eine eigene Note geben würde. Selbst die Produktion ist - Achtung Totschlagkriterium - nett, weil zwar gut, aber auch nix herausragendes.

Fazit:
Ja mei, ein weiteres Black Metal Album halt, welches man einmal hört und dann zu den anderen ins Regal stellt.

Punkte: 5/10

Anspieltipp: alles und dennoch nichts

Tracklist:

01. Pimeyden Poltteen Ohjauksessa
02. Varttuvista Veren Varjoista
03. Raatojen Rovio
04. Iänkaikkinen
05. Käärmeenkuulija
06. Kohti Kotiani Kaaosta

Line-Up:

keine Angaben

https://www.facebook.com/deathkinband

Autor: Steiff
Übersetzung: Sereisa

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Mi 15 Nov, 2017 06:24

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Band: Almyrkvi (IS)
Genre: Black Metal
Label: Ván Records
Album Titel: Umbra
Spielzeit: 42:08
VÖ: 24.11.2017

Almyrkvis Zweitwerk "Umbra" wirkt in den ersten Minuten wie eine Hommage an den lieben kalten Winter, den wir schon viel zu lange ersehnen. Das macht bereits der einleitende Track "Vaporous Flame" deutlich, der unter den Einfluss tosender Gitarren mit voller Macht nach vorne stürmen will. Das schafft er auch zunächst, denn es braucht nicht lange, bis die unterschwellig anschleichenden Blastbeats für einen Ausbruch ins Brachiale sorgen. Doch wer nun 40 Minuten schonungsloses Black Metal-Gewitter erwartet, hat weit gefehlt.

Denn die Herren aus Island verfeuern nicht direkt alle gegebenen Mittel und bemühen sich um einen spannungsgeladenen Songaufbau. So findet sich der Song nach einiger Zeit in mystisch verfangenen Gitarren wieder und scheint dann wieder gemächlich von vorne beginnen zu wollen. Ein Schema, das diesem Album häufig zu Grunde liegt.

Immer wieder bilden dabei drei bis vier Riffs die Grundlage der Songs, um die sich Almyrkvi ihre eigene kleine Welt aus verschlingenden Growls und melodischem Klargesang aufbauen. Dabei erweckt die Band allerdings manches Mal eine zu große Planlosigkeit in ihrem Songwriting, wie "Severed Pillars Of Life" offenbart. Nach einem zunächst treibenden Beginn brodelt der Track zwar ordentlich, allerdings schaffen es die Herren nicht, die entwickelte Energie freizusetzen, indem sie Hoffnung versprechende Parts mit wirren Gitarren und Geklimper im Hintergrund einfach so stehen lassen. Es folgt ein Verfall ins Doom-Gefilde, wodurch zwar ein Bild der puren Misanthropie entfacht, die Anfangsenergie allerdings nicht transportiert wird.

Den verschlingenden Klängen gibt sich Almyrkvi dann auch in den nächsten Songs hin. Immer mehr übernehmen schwere Riffs und ein schleppendes Schlagzeug das Bild und entwickeln die Musik zu einem großen Brocken. Zwar wütet das Duo unermüdlich weiter, allerdings hält man sich mit den Ausbrüchen zurück. Vielmehr arbeitet "Cimmerian Flame" mit der erzeugten Atmosphäre und scheint sich in keinem stringenten Aufbau mehr wiederzufinden. Unter ausschweifenden, quietschenden Gitarren verfällt man stattdessen in reines Chaos und driftet in die pure Dunkelheit ab.

Allerdings besinnt man sich dafür im abschließenden Track "Fading Hearts Of Umbral Nebulas" zurück und treibt den Song von Beginn an nach vorne. Auch finden sie zu den ausschweifenden Blastbeat-Attacken zurück und lockern damit das Klangbild auf, das sich davor zunehmend verfangen hat.
So kombinieren Almyrkvi abschließend noch mal all ihre Stärken und finden somit zu ihrem starken Beginn zurück.

Fazit:
Almyrkvi beginnen stark, verfangen sich aber nach einer gewissen Zeit in ihrer eigenen Komplexität. Zwar schaffen es die Isländer, eine bedrohende, düstere Atmosphäre zu entwickeln, allerdings leidet darunter leider auch das zunächst starke Songwriting. Die Band weiß teilweise schon sehr gut mit den Effekten ihrer Musik umzugehen, jetzt gilt es nur noch, diese stringent umzusetzen.

Punkte: 6/10

Anspieltipp: Forlorn Astral Ruins, Fading Hearts Of Umbral Nebuals

Tracklist:

01. Vaporous Flame
02. Forlorn Astral Ruins
03. Severed Pillars Of Life
04. Stellar Wind Of the Dying Star
05. Cimmerian Flame
06. Fading Hearts Of Umbral Nebulas

LineUp:

Garðar S. Jónsson - Vocals, Instruments
Bjarni Einarsson - Drums

https://www.facebook.com/Almyrkvi

Autor: Lupus

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Mi 15 Nov, 2017 06:24

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Band: Aetherian (GR)
Genre: Melodic Death Metal
Label: Lifeforce Records
Album Titel: The Untamed Wilderness
Spielzeit: 54:19
VÖ: 24.11.2017

Das ist sicherlich wahr, was im Promozettel dieser 2013 gegründeten Band, die 2015 die EP "Tales Of Our Time" veröffentlichten, steht. Nämlich, dass Melodic Death Metal nicht nur aus den skandinavischen Ländern kommen muss.

Allerdings müssen sich Aetherian sicherlich eingestehen, dass ihr Sound direkt dazu einlädt, die Band in nördlichen Gefilden zu verorten, statt in sonnige Urlaubsländer zu schauen. Dieser setzt sich nämlich aus etlichen Versatzstücken hinlänglich bekannter Bands zusammen. Dies gelingt aber erstaunlich gut. Zwar weiß man immer, wo man welchen Part zuordnen kann, trotzdem kann man den Jungs nicht absprechen, dass sie hier teilweise richtig gutes Material am Start haben.

Die teils überlangen Stücke haben immer Anteile von Dark Tranquillity/Edge Of Sanity-Raserei der Neunziger, gepaart mit atmosphärischen Einschüben à la Insomnium oder Amorphis und auch Gitarrenwälle von Primordial oder Omnium Gatherum. Und mit den Letztgenannten hat man am meisten gemein. Kranken tut das Album (wie auch das von Omnium Gatherum), neben der fehlenden Eigenständigkeit, am leblosen Gegrowle ohne großartige Emotionen, die die Musik selber zweifellos beinhaltet.

Pro Lied ist das noch gut an hörbar, wenn das ganze Album damit bestückt ist, raubt es einem doch etwas die Lust. Vor allem bei langsameren Sequenzen, man höre "As The Veil Fades", wäre etwas Abwechslung sehr wünschenswert. Schließlich liefert die Instrumentalfraktion immer technisch hohes Niveau ab. Die Gitarren rasen mal melodisch vor sich hin, wie im Opener "Wish Of Autumn Twilight", erklingen aber auch erhaben akustisch und hinterher hymnisch in "Black Sails". Da kommt dann echtes Feeling auf. Der Schlagzeuger knüppelt filigran alles in Grund und Boden, wie es sich für diese Art von Musik gehört.

Der Sound ist wirklich ordentlich. So kommen die Akustikparts klar aus den Boxen und die Melodien sind immer gut zu hören. Der Gesang allerdings genauso.

Fazit:
Ein Album, welches man sich eigentlich gut anhören kann. Wen es nicht stört, ständig an andere Bands erinnert zu werden, kann hier ruhig mal reinhören. Was Neues findet man nicht, aber das Altbewährte wird hier ordentlich dargeboten. Somit ist die Punktzahl zwar denkbar knapp, aber durchaus verdient.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: Black Sails

Tracklist:

01. Wish Of Autumn Twilight
02. Dark Earth
03. As The Veil Fades
04. Black Sails
05. Seeds Of Deception
06. Shade Of The Sun
07. Clouds Gathering
08. The Rain
09. The Path

Lineup:

Panos Leakos - Vocals, Bass
Angelos Maniatakos - Guitars
Giorgos Evgeniadis - Guitars
Nikos Parotidis - Drums

https://www.facebook.com/Aetherinaband

Autor: Possessed

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Mi 15 Nov, 2017 06:25

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Band: Loch Vostok (S)
Genre: Progressive Metal
Label: ViciSolum Productions
Album Titel: Strife
Spielzeit: 44:00
VÖ: 24.11.2017

Im November erscheint das siebte Album der schwedischen Prog-Metal Band Loch Vostok. Das neue Werk in meinem Player nennt sich "Strife" und ich bin gespannt, was ich da zu hören bekomme.

Nach dem ersten Durchgang dieses Silberlings war ich relativ enttäuscht und musste mich echt zwingen, die Scheibe ein weiteres Mal durchlaufen zu lassen. Um eine objektive Kritik abgeben zu können, reicht es aber nun mal nicht, sich einen Scheibe nur einmal anzuhören. Also roulierte das Teil noch einige Male über den Laser.

Genau da ist für manchen Hörer das Problem dieses Releases der Schweden: man muss es öfters anhören, um es gut zu finden und nach jedem Durchgang findet man es besser. Leute, die einen Sofort–Zünder suchen, werden es wohl aus genau diesem Grund liegenlassen!

Die Jungs machen es einem aber auch nicht einfach, denn man hört fast alle Stile, die es im Metalbereich gibt, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. Ein Stilmix hat durchaus seinen Reiz, wenn man auf so was steht, trotzdem wäre auf dieser Scheibe weniger "mehr" gewesen. Nehmen wir mal als Beispiel den zweiten Song "Summer", der erst einmal ruhig im groovigen Nu-Metal Stil anfängt. Doch bevor man sich so richtig schön auf den Song einlassen kann, wird man in die Speed-Ecke gedrängt, die dann auch die erste Strophe beinhaltet, doch damit nicht genug. Es geht in eine vertaktete Bridge, die anfangs so gar nicht zünden will, aber irgendwie dem Ganzen doch die Krone aufsetzt. Nun wiederholt man das Ganze, bevor dann der Refrain kommt und dieser gefällt von der ersten Sekunde. Schön groovig und mit viel Gefühl schwebt er über dem Song und verleiht einem die nötige Würze.

Ich finde es sehr mutig, was einem die Musiker da teilweise zumuten, aber ganz ehrlich auch faszinierend, wie sie das hinbekommen, einem den Stilmix schmackhaft zu machen. Die Jungs sind aber auch dank ihrer langjährigen Zusammenarbeit sehr gut auf einander eingespielt, denn keiner der Musiker drängt sich hier wirklich in den Vordergrund. Angefangen vom Schlagzeuger, der von normalen groovigen Metal-Parts bis zu den schnellen Doubelbass-Passagen wirklich keine Wünsche offen lässt, zum Basser, der solide den Teppich legt und hier und da auch sein Können mit Bassläufen zeigen darf. Das Ganze wird dann noch verfeinert vom Keyboarder und dem Gitarristen, die sich super ergänzen und den Songs ihre eigene Note verpassen. Das kommt alles wie aus einem Guss und wirkt zu keiner Zeit gekünstelt oder unprofessionell. Nein, Sie beherrschen diesen musikalischen Spagat zwischen den Genres perfekt.

Man könnte hier auch über jeden einzelnen Song schreiben, aber Loch Vostok muss man komplett hören und man muss sich auf die Musik einlassen, um sie zu verstehen. Auf dem Longplayer sind insgesamt zehn Songs, die einem genügen Hörstoff liefern, um dieses Album kennen zu lernen.

Fazit:
Lieb mich oder hass mich, zwischendrin gibt es da nicht viele Möglichkeiten. Loch Vostok liefern einen Longplayer ab, der sämtliche Metalgenre bedient und somit ist für jeden auch etwas dabei. Ob diese Mixtur ankommt, werden dann die Verkaufszahlen belegen. Ich für meinen Teil liebe dieses Album und habe wieder etwas neues für mich entdeckt.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Summer

Tracklist:

01. Babylonian Groove
02. Summer
03. The Apologists Are The Enablers
04. Cadence
05. Forever
06. Yurei
07. Purpose
08. Ventilate
09. Consumer
10. Expiry Date Of The Soul Of Man

LineUp

Teddy Möller - Vocals, Guitars
Niklas Kupper - Guitars, Vocals
Jimmy Mattson - Bass, Vocals
Fredrik Klingwall - Keyboard
Lawrence Dinamarca - Drums

https://www.facebook.com/lochvostok
[url]http://www. lochvostok.com[/url]

Autor: Basser1971

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Do 16 Nov, 2017 06:50

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Band: Basement Saints (CH)
Genre: Hard Rock
Label: Black Pike Favorites
Album Titel: Bohemian Boogie
Spielzeit: 30:15
VÖ: 24.11.2017

Vor malerischer Gebirgskette im Hintergrund steht das Trio aus der Schweiz an einem idyllischen und ruhig gelegenen Fluss, begleitet von einem Ochsen und flanieren in aller Seelenruhe. Entspannend wirkt das Cover und erinnert ein wenig an einige psychedelische Artworks aus den 70ern. Und damit liegt man gar nicht mal so verkehrt. Auch wenn die eigentliche Musikrichtung dem bluesigen Hard Rock zu Grunde liegt, merkt man, dass ein Hauch von 70er-Jahre-Psychedelic in den Songs mitschwingt.

Der Opener "Skatopia" lässt sich genau einen Takt lang Zeit, um von 0 auf 100 zu gelangen. Ein angenehmer und flotter Rock and Roll, welcher Lust auf mehr macht. Doch dieser Song ist eher die Ausnahme auf der Platte. Man sollt keinen Vollgasrock erwarten. Das Hauptaugenmerk liegt klar auf groove- und rifforientiertem Songwriting. Auffällig ist dabei die Aufteilung der Band.

Untypischerweise verzichtet das Trio auf einen Bassisten. Die Tiefe geht dadurch etwas verloren, aber es tut dem Groove keinen Abbruch. Zumal auch mit dem Einsatz von anderen Instrumenten eine Varianz reingebracht wird, die dem Klangteppich eine warme Breite gibt. Als bestes Beispiel für diesen warmen Sound dienen hierbei "Buffalo Bay" und "Faith".

Handwerklich ist alles auf einem topprofessionellem Niveau eingespielt worden. Dies gilt ebenfalls für die Gesangsspuren. Leider kommt der Stil in manchen Fällen etwas emotionslos und gelangweilt daher. Mir ist bewusst, dass es sich hierbei nur um den Stil handelt und dieser signifikant für bestimmte Songs gewählt wurde. Dennoch ist es schade, dass ein toll geschriebener Song wie "Rooftop Riddles" meiner Meinung nach sein ganzes Potential nicht ausschöpfen kann, da sich hier eher für eine depressive und melancholischere Stimmlage entschiede wurde. Das es ja auch anders geht, wird mit dem Song "That Kind O' Lover" bewiesen. Das größte Manko allerdings ist die kurze Spielzeit, denn diese beträgt eine knappe halbe Stunde und das Album ist vorbei, bevor es seine eigentliche Wirkung entfalten kann.

Fazit:
Der bluesige Ausflug in die idyllische Gegend vom Coverartwork ist kurzweilig und unterhaltsam. Der Sound ist ansprechend trotz gewagter Besetzung. Der Groove und die Spielfreude sind der rote Faden der Truppe und kommen beim Hörer an. Lediglich die kurze Spieldauer und einige stilbedingte Aussetzer drücken die Punktezahl nach unten. Dennoch handelt es sich um ein gutes und kurzweiliges Album.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: Skatopia, That Kind O' Lover, Faith

Tracklist:

01. Skatopia
02. Shyness Highness
03. Free Times
04. Show On The Road
05. Buffalo Bay
06. Faith
07. Rooftop Riddles
08. The Kind O'Lover
09. Bohemian Boogie

Lineup:

Anton Delen - Vocals, Guitars
Tobias Arn - Guitars, Mandoline, Harmonica
Samuel Jaussi - Drums

https://www.facebook.com/basementsaints
http://www.basementsaints.com

Autor: Rocky

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Do 16 Nov, 2017 06:50

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Band: Degial (S)
Genre: Death Metal
Label: Sepulchral Voice Records
Album Titel: Predator Reign
Spielzeit: 38:29
VÖ: 24.11.2017

Auch die gößten Kritiker müssen der 2005 gegründeten Teufelsbrut Degial, die bereits die EP "Death And Darkness Buried All..." (2010) und die Langdreher "Death's Striking Wings" (2012) sowie "Savage Mutiny" (2015) auf den Markt brachten, folgendes zugestehen: die Band weicht keinen Millimeter von ihrem Weg ab und servierte bisher und auch mit neuen Werk "Predator Reign" wieder abartig garstigen Death Metal.

Wer also meint, dass er hier Melodien und Harmonien vorfindet, der sei gewarnt. Diese sind vielleicht gerade mal minimalinvasiv vorhanden. In der Chirugie will man mit dieser Methode die Wundtraumata möglichst klein halten, Degial wollen damit verhindern, dass der Hörer anfängt, sich auch nur ein kleines bisschen wohl zu fühlen. Und das gelingt ihnen auch.

Hier regiert der Wahnsinn, gegossen in Songs, die direkt aus der Hölle kommen könnten. Es wird haarscharf am Chaos entlang balanciert und erinnert mit seinem kaputten Charme an die erste Morbid Angel-Platte (nein, die heißt nicht Altars Of Madness, sondern Abominations Of Desolation). Diese kommen mir vor allem bei "Thousand Spears Impale" in den Sinn, wo das Riffing schon sehr nach den alten Helden klingt. Aber auch das Break von "Crown Of Fire" hat entsprechende Anklänge.

Die Gitarren versprühen pures Gift in Form von halsbrecherischen, durchschlagenden Riffs, die man mit atonalen Soli würzt. Das Schlagzeug rödelt und bolzt, als ob es keinen Morgen gäbe. Der Sänger hat eher ein Kreischorgan, was Richtung Black Metal schielt. Dies ist noch ein Unterschied zu anderen Knüppelcombos wie Dead Congregation oder Cut Up, die tiefe Vocals haben und alles in allem auch viel sauberer klingen.

Allerdings bieten die Songs an sich eher wenig Orientierung an, was es schwer macht, dem Geprügel die ganze Zeit aufmerksam zu zu hören. Es gibt zwar langsamere Passagen, die aber kaum die Wirkung des Durchatmens haben, da diese z.B. durch übereinander gelegte Vocals, wie in "Devil Spawn", ziemlich verrottet klingen.

Die Musiker können sicherlich was und haben das Chaos anscheinend auch gut im Griff. Die Produktion ist etwas unsauber und ungeschliffen und unterstreicht somit die unangepasste Ausrichtung des Albums.

Fazit:
Das ist mal ein richtiger Schlag in die Fresse! Sehr konsequent wird hier der Death Metal roh und brutal serviert. Mir ist es einen Tick zu viel. So richtig kann ich die Songs nämlich nicht unterscheiden. Etwas mehr Eingängigkeit und Ansätze von Hooks, wie in "Annihilation Banner" gezeigt (Achtung: kleiner Melodieanflug), würde insgesamt gut tun. Dennoch: Hut ab vor so viel Derbheit!!!

Punkte: 7,5/10

Anspieltipps: Annihilation Banner

Tracklist:

01. Predator Reign
02. Thousand Spears Impale
03. The Savage Covenant
04. Crown Of Fire
05. Devil Spawn
06. Hellstorm
07. Heretical Repugnance
08. Annihilation Banner
09. Triumphant Extinction
10. Clangor Of Subjugation

Lineup:

H. Death - Vocals, Guitars
R. Meresin - Guitars
P.J. Vorum - Bass
E. Forcas - Drums

https://www.facebook.com/Degial-176386435721954
http://www.degialofficial.com

Autor: Possessed

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Do 16 Nov, 2017 06:51

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Band: Starblind (S)
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
Album Titel: Never Seen Again
Spielzeit: 51:56
VÖ: 24.11.2017

Alter schwede... sorry, den Spruch konnte ich mir angesichts des dritten Albums der 2013 in Schweden gegründeten Heavy Metal-Truppe Starblind nicht verkneifen. Bisher war die Band mir gänzlich unbekannt und nun liegt mir ihr drittes Werk zur Analyse vor, also rein ins Vergnügen.

Ein seichtes Synthie-Intro verbreitet zunächst eine leichte Retro-Atmosphäre zu gezupfter Gitarre, bis der schnelle Opener "The Everlasting Dream Of Flight" mit galoppierenden Rhythmen losprescht. Sehr schnell wird klar, wer der Haupteinfluss der Band ist. Starblind sind ein Iron Maiden-Klon, wie er einem selten unterkommt.

Hierbei war die Wahl des neuen Sängers, Ex Rocka Rollas-Frontmann Marcus Sannefjord Olkerud bestens getroffen, denn seine Stimme passt hervorragend zu dieser Ausrichtung klassischen Heavy Metals. Stellenweise erinnert er gar an einen jungen Michael Kiske, was mir natürlich sehr gut gefiel.

Auf instrumentaler Ebene strömt die Eiserne Jungfrau aus jeder Note und Pore der Band, vom Twin Lead-Riff über die typischen Basslines bis zu den sirenenartigen Refrains ist alles dabei. Nicht zu vergessen die passenden und tatsächlich gelungen gespielten Soli. Als erstes hervorstechen konnte hier das balladeske und epische "Eternally Bound" mit seinen "Ohohoh"-Chrorälen im hinteren Teil des Songs.

Nun klingen Starblind aber nicht ausschließlich nach Maiden. An mancher Stelle klingen auch mal Crimson Glory (Titeltrack) oder Heavens Gate durch, wie zum Beispiel im eingängigen "Demon Rider". Einen der besten Songs haben sie sich dann als Rausschmeißer aufgehoben, und so beenden sie ihr Werk passend mit dem treibenden "The Last Stand".

Fazit:
Mir ist das neue Starblind Album herzlichst willkommen, da mir die eisernen Jungfrauen selbst auf ihren letzten Alben zu technisch und progressiv wurden. Hier geht es wieder eher in die ältere Ausrichtung dieses Genres. Auch wenn nun nicht jeder Song ein Hit ist, kann das Album mich mit seinem, dank Pure Steel Records, herrlich retro gehaltenen Sound absolut gut unterhalten und ließ mein Fanherz einstiger Maiden-Glanzzeiten einige Male höher schlagen. Viele Iron Maiden Harcorefans mögen aber der Band auch attestieren, es mangele ihnen an Eigenständigkeit, ich empfinde ihre Musik aber eher als würdevolle Verneigung vor ihren einflussgebenden Helden.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Eternally Bound, Demon Rider, The Last Stand

Tracklist:

01. The Everlasting Dream Of Flight
02. The Shadow Out Of Time
03. Pride And Glory
04. Eternally Bound
05. Tears Of A Soldier
06. Never Seen Again
07. Avarice (The Fourth Circle)
08. Demon Rider
09. Insanity And Genius
10. The Last Stand

LineUp:

Marcus Sannefjord Olkerud - Vocals
Björn Rosenblad - Guitars
Johan Jonasson - Guitars
Daniel Tillberg - Bass
Zakarias Wikner - Drums

https://www.facebook.com/StarBlindtheBand
http://www.starblind.se

Autor: Slaine

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Do 16 Nov, 2017 06:51

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Band: Häive (FIN)
Genre: Black / Folk Metal
Label: Eisenwald Tonschmiede
Album Titel: Iätön
Spielzeit: 41:37
VÖ: 24.11.2017

Häive aus Finnland, was übersetzt soviel wie Spur bedeutet, haben beim Label Eisenwald Tonschmiede eine neue Heimat für ihr kommendes Werk "Iätön" (zeitlos) gefunden. Diese mir bis dato völlig unbekannte Band konnte jedoch sehr schnell mein heidnisch-schwarzmetallisches Herz erobern.

Verträumte Gitarrenklänge eröffnen den majestätischen Reigen der Finnen und hiermit auch gleich den instrumentalen Titeltrack der Scheibe. Bei Häive handelt es sich um ein Ein-Mann-Projekt, bei welchem Herr Janne "Varjosielu" Väätäinen alles selbst eingespielt hat. Ob es diese Songs auch live auf der Bühne geben wird, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Die ausführlichen Arrangements der Klampfen fesseln mich sofort. Sowohl die Melodieführung, als auch die Vielschichtigkeit der einzelnen, übereinander gelegten Spuren laden ein, darin zu versinken. Hier wird akustisch gezupft und geschlagen, als auch herrlich schwarzmetallisch durchgeschreddert, im Wechsel und miteinander vermischt. Stimmlich wird gekeift und öfter etwas tiefer "gegröhlt", ohne aber wirklich todesbleilastig zu klingen. Einen rockigen und manchmal sogar leicht doomlastigen Einschlag gibt es z.B. bei "Kuku, Kultainen Käkeni - Sing My Golden Bird", wenn im Mid-Tempo oder langsamer gezockt wird.

Als besondere Akzente werden Elemente der Maultrommel oder eines dezent verwendeten Keyboards eingestreut. Die Titel besitzen eine durchgehend bombastische Klangdichte. Jedes Stück erzeugt emotional einen eigenen Charakter und/oder andere Stimmung. Von düster, nachdenklich, bis aufmunternd und zuversichtlich wurden hier alle Facetten ausgeschmückt.

Leider vergeht gefühlt die Zeit zu schnell beim Durchhören und die Platte findet ein viel zu frühes Ende. Gerne würde ich hier noch mehr Titeln lauschen wollen. Ein absolutes Zeichen dafür, dass hier ein packendes und spannendes Album vorliegt. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist die Angabe der englischen Titel im Booklet. So bekommt der Hörer einen kleinen Einblick, welche Inhalte hier musikalisch vertont worden sind.

Fazit:
Definitiv kein übliches Allerlei an folklastigem Schwarzmetall. Die Rauheit des Black Metals wurde hier mit gefühlvollem Folk gepaart, der zum Träumen und Schwelgen einlädt. Auf dem neuesten Output wird antreibende Mucke erschaffen, die kraftvoll und majestätisch wirkt und kein belangloses Gedudel verkörpert. Ganz eindeutig halten sich melodische und rauhe Anteile hier die Waage. Präzise sind die Elemente der einzelnen Genre in den Songs hörbar. Die Spur dieses Finnen hat wahrlich zeitloses Liedgut hinterlassen und beweist, dass komplexe Werke auch sofort wirken können, ohne einen Silberling gefühlt 1000 Mal anhören zu müssen, um seine Vielseitigkeit zu spüren! Ein Black/Folk Highlight 2017 und somit uneingeschränkter Pflichtkauf!

Punkte: 10/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Iätön - Ageless
02. Turma - Ruin
03. Lapin Kouta - Kouta From Lapland
04. Kuku, Kultainen Käkeni - Sing My Golden Bird
05. Tuulen Sanat - The Spell Of Wind
06. Salojen Saari - Esoteric Isle
07. Tuonen Lehto, Öinen Lehto - Grove Of Tuoni, Grove Of Evening
08. Virsi Tammikuinen - Song Of January

Lineup:

Varjosielu - Vocals, All Instruments
Noitavasara - Session Vocals

https://www.facebook.com/haiveofficial
http://users.kymp.net/janne.vaatainen/HAIVE/

Autor: Blacky

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Di 21 Nov, 2017 06:33

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Band: Alder Glade (AUS)
Genre: Atmospheric Folk Black Metal
Label: Northern Silence Produktion
Album Titel: Spine Of The World
Spielzeit: 41:16
VÖ: 01.12.2017

Nach drei Jahren, zwei Demos und einer Compilation ist es nun endlich soweit: Der Australier mit dem unaussprechlichen Namen Drøüyn veröffentlicht unter dem Banner seines Projektes Alder Glade sein erstes Full-length Album "Spine Of The World". Denkt man nun an andere australische Gruppen, könnte man fast schon meinen, dass man einfache, kompromisslose Riffs und stumpfen Rock 'n' Roll erwarten darf.

Allerdings bietet Alder Glade etwas absolut anderes: Zunächst wird man von einem akustischen Intro begrüßt, welches wie ein mittelalterliches, melancholisches Lied anmutet, das mit jedem Takt in noch düsterere Dissonanzen führt, bis schließlich die elektrischen Gitarren einsetzen. Was einem nun blüht, lässt sich schwer in eine Schublade stecken; tänzerische, mittelalterliche Melodien werden plötzlich durch langsame, fast schon Doom Metal-ähnliche Parts abgelöst, die dann über die Black Metal-typischen Blastbeats in akustische Schunkelteile übergehen. Das Ganze wird umrahmt von den qualvollen Schreien des Sängers. Drøüyn setzt offensichtlich auf harmonische Melodien, die im steten Wechselspiel zu den düstersten Dissonanzen stehen. Klarer Gesang ist auf dieser Scheibe kaum zu hören. Lediglich bei dem Song "Beltane" ist wie aus weiter Ferne etwas zu hören, was wie ein gregorianischer Männerchor klingt.

So weit, so episch. Allerdings ist es irgendwie von allem ein bisschen zu viel. Die Übergänge zwischen laut und leise, schnell und langsam oder auch harmonisch und dissonant klingen irgendwie zu erzwungen, die Growls, die einen "atmosphärischen" Sound hätten bekommen sollen, klingen durch den übertriebenen Einsatz von Hall und Echo meist ziemlich verwaschen und irgendwie klingen auch die Akkordfolgen zu vorhersehbar. Außerdem muss man leider bei fast jedem Song feststellen, dass die Gitarren beim Einspielen absolut verstimmt waren (beispielsweise bei dem akustischen Zwischenteil in "Lord Of The Lakes"), sodass man an einigen Stellen nicht mehr weiß, ob es sich um gewollte düstere Dissonanzen handelt, oder ob einfach die Gitarren nicht gestimmt waren.

Fazit:
Mit "Spine Of The World" legt Alder Glade alias Drøüyn ein Album vor, das durchaus anhörbar ist und hier und da durch schöne Melodien und interessante Songstrukturen glänzt. Allerdings ist nichts dabei, was wirklich im Ohr bleibt, die atmosphärischen Elemente sind mehr als einfach nur vorhanden und lassen das Album insgesamt überladen und verwaschen klingen und insgesamt würde es dem Album eine bessere Note verleihen, wenn Herr Drøüyn vor den Aufnahmen seine Gitarren gestimmt hätte.

Punkte: 4/10

Anspieltipp: Spine Of The World, Lord Of The Lakes, Beltane

Tracklist:

01. Spine Of The World
02. Lord Of The Lakes
03. Sun Ritual
04. Kingdom Aflame
05. Wheel Of Stars
06. Beltane

LineUp:

Drøüyn - Vocals, Guitars, Keyboards, Programming

https://www.facebook.com/alderglade

Autor: Sepp

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Di 21 Nov, 2017 06:33

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Band: Nero Doctrine (D)
Genre: Melodic Death / Thrash Metal
Label: Boersma Records
Album Titel: II - Interitus
Spielzeit: 44:28
VÖ: 01.12.2017

Im Jahr 2012 gründete sich die Band unter dem Namen Dystopia. Unter diesem erschien auch das Debüt "Tools Of Oblivion". Danach benannte man sich in Nero Doctrine um, weil sich die Musik kontinuierlich weiterentwickelt hatte.

Der Sound der Band ist auf jeden Fall ziemlich modern gehalten. So kommen mir immer wieder vor allem Heaven Shall Burn in den Sinn, die einen ähnlichen Sound haben. Nero Doctirne verbinden teils straightes Gebolze mit melodischen, langsamen Parts, wie man in "...And Then The Stones Began to Speak" deutlich hören kann. Der Sänger hat wirklich vieles aus dem Extremmetalbereich auf der Pfanne. Es gibt tiefes Gegrowle, heiseres Gebelle und auch eindringlichen Sprechgesang, man höre dazu mal in "From Defiance to Defeat" rein. Oft werden die Vocals auch vermischt, was den Eindruck von mehreren Sängern erweckt. Dies ist aber anscheinend nicht der Fall.

Die Gitarren riffen mal etwas wie mittlere Slayer, in "Plague" nachzuhören, um die Ecke, bieten dann aber auch rasende Brecher à la alte In Flames an. Zwar wird im Infozettel auch von Doom gesprochen, jedoch machen z. B. langsame Parts in "Hope is Just a Word" noch keinen Doom. Der beste Track ist aber der stark nach Dark Tranquillity klingende "See, Those Fires Burn". Allerdings gibt es die ja schon.

Der eigene Vergleich mit Dew-Scented passt vor allem bei den schnellen Parts gut. Ghost Brigade bei den schleppenden Sachen kann man ebenfalls benennen. Aber die gibt es... s.o.. Und halt auch noch in besser.

Leider fehlt trotz ansprechender Technik der Musiker der berühmte Funke. Die Vocals sind stark im Vordergrund und trotz der oben genannten Vielfalt nicht wirklich zwingend. Da fehlt es noch erheblich an Tiefe. Die Songs sind zu formelhaft, um wirklich mitzureißen. Der Klang hat für mich zu wenig Dynamik, um die Wechsel in den Stücken hervorzuheben. Das Schlagzeug entwickelt vor allem in den schnellen Passagen kaum Druck.

Fazit:
Somit haben wir eine weitere Band aus dem Melodic Death Segment, die okay ist, aber mehr halt nicht. Mir ist aktuell kaum ein Genre bekannt, in dem es so viele nichtssagende Bands gibt. Und das bei einem durchaus hohen technischem Niveau. Anhörbar ist es zwar, mich lässt die Mucke aber eher kalt.

Punkte: 5,5/10

Anspieltipps: See, Those Fires Burn

Tracklist:

01. ...And Then The Stones Began to Speak
02. Plague
03. Circumcised
04. From Defiance to Defeat
05. Hope is Just a Word
06. Face to the Ground
07. The Eyes of Truth
08. Die Lichter sind kalt
09. See, Those Fires Burn

Lineup:

Stefan - Vocals
Christoph - Guitars
Henrik - Guitars
Marko - Bass
Schubi - Drums

https://www.facebook.com/NeroDoctrineofficial

Autor: Possessed

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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Di 21 Nov, 2017 06:34

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Band: The 3rd Attempt (N)
Genre: Black / Death / Thrash Metal
Label: Dark Essence Records
Album Titel: Egocidal Path
Spielzeit: 38:37
VÖ: 01.12.2017

Es gibt so Scheiben im Black Metal, da würde man sich mehr Innovation, Abwechslung und mehr Mut wünschen. Und dann gibt es Scheiben, da denk ich mir dann ''aahhh, scheiss drauf''. Gerade bei vorliegender CD der neuen Band der beiden Gitarristen von Carpathian Forest ist das genau so. Vieles hat man schon bei z.B. Satyricon oder Keep Of Kalessin gehört, gerade was Riffs und Atmosphäre angeht, dennoch versprüht ''Egocidal Path'' dieses gewisse Flair von ungezügelter Spielfreude und guten Ideen.

So begleiten die düsteren und episch fiesen, teils disharmonischen Klampfenergüsse immer wieder fast schon soundtrackartige Chöre und/oder Keyboardklänge, die aber nie den Song für sich einnehmen, sondern eine gruselige Atmophäre schaffen.

Die Norweger machen auch nicht den Fehler mancher Bands des Genres, nur auf Highspeed-Gepolter zu setzen. Genau das macht den Silberling aus. Abwechslungen in feinen Gitarrenparts wechseln sich mit räudigen Black 'n' Roll-Parts ab und schütten im nächsten Moment eine gehörige Portion epische und verrottende Melodien über den Hörer aus. Auch gesangstechnisch wird nicht nur stupide drauf losgebrüllt; der Gesang passt sich abwechslungsreich den jeweiligen Songstrukturen an. Dies macht die Songs einfach zusätzlich noch rund und erkennenswert.

Nichtsdestotrotz sind es die Riffs, die mal prägnant schreddernd, disharmonisch und episch und dann wieder brutale Stakkati raushauen, die diese Scheibe ausmachen.

Überhaupt wirken die Arrangement sehr intensiv, ohne es zu übertreiben, aber immer kontrolliert die Lauschlappen zerstörend. Das liegt sicher auch an der Produktion, die zwar transparent ist, aber immer schön räudig klingt.

Fazit:
Ein sehr feiner schwarzer Batzen Metal, der auf jeden Fall gehört werden muss, wenn man mit Satyricon, Watain oder Keep Of Kalessin was anfangen kann.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Alles

Tracklist:

01. Blood, Dope And Black'n Roll
02. Into The Light
03. Reflections About Knives
04. Egocide
05. I’ll Do It Now
06. The Diciples
07. Black Metal Alchemist
08. The Oath

Line-Up:

Ødemark - Vocals
Tchort - Guitars, Bass
BloodPervertor - Guitars
Tybalt - Drums

https://www.facebook.com/the3rdattemptofficial
https://3rdattemptband.wordpress.com

Autor: Steiff
Übersetzung: Dine

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https://www.metal-only.de/fileadmin/rev ... 017-EN.pdf
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Re: REVIEWS 2017 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Beitrag von Wolle » Di 21 Nov, 2017 06:34

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Band: Eldamar (N)
Genre: Atmospheric Ambient Black Metal
Label: Northern Silence Productions
Album Titel: A Dark Forgotten Past
Spielzeit: 52:00
VÖ: 01.12.2017

Wie würde das wohl klingen, wenn man herkömmliche Entspannungsmusik mit norwegischem Black Metal kombiniert? Wer sich diese Frage stellt, sollte sich definitiv den neuen und bereits zweiten Silberling des 21jährigen Black Metal Freaks Mathias Hemmingby zu Gemüte führen.

Ich muss zugeben, dass ich zuvor auch noch nichts von ihm, beziehungsweise von seinem Projekt Eldamar, bei dem er im Alleingang dem athmosphärischen Black Metal frönt, gehört habe. Hemmingby lässt sich durch die Werke von J.R.R. Tolkien, der Magie der Elfen, der Natur und nicht zuletzt durch den bekannten Landschaftsmaler Albert Bierstadt inspirieren, von dem auch das auf dem Cover abgebildete Werk stammt.

Nun aber endlich zur Musik. Bereits beim ersten Track erwartet den Hörer eine Bandbreite an Sounds, die erst mal verarbeitet werden wollen. Im Prinzip setzt sich das gesamte Klangbild aus einer typischen Black Metal Band, umrahmt von Streichern und Chören, zusammen. Hinzu kommt der stetige atmosphärische Klang eines Marimbaphons und anderen diversen Glockenspielen. Über diesem Klangspektrum, welches alleine schon zum Träumen einlädt, schwebt fortwährend eine weibliche Stimme, die einem vor dem inneren Auge die Elfen tanzen lässt, hin und wieder unterbrochen durch sparsam, jedoch stets passend eingesetzte, harsche Grunts.

Es ist echt nicht einfach, auf einzelne Lieder dieses Gesamtwerkes einzugehen, lediglich "A Secret By The Branches" sticht aus dem Epos hervor. Der Song ist recht ruhig gehalten, er besteht im Großen und Ganzen lediglich aus einem Solo des Glockenspiels, ummantelt von modernen, elektronischen Sounds. Dass jeder einzelne Song zum Träumen einlädt und den Hörer in einen Wald versetzt, in dem er Elfen und anderen mystischen Wesen begegnet, dürfte aus dem bisher Gesagten deutlich hervorgehen. Am meisten Gänsehaut jedoch bekommt man wohl bei "Another Journey Begins", da der Song plötzlich gekonnt durch einen epischen Männerchor unterbrochen wird, der sich nach und nach aufbaut und in einen grandiosen Höhepunkt mündet.

Für ein Album, was ein 21jähriger junger Mann im Alleingang komponiert, aufgenommen und gemischt hat, ist auch der Sound hervorragend. Die Vielfalt an Instrumenten ist stets präsent, ohne dass es auch nur zu einer Sekunde überladen klingt. Das Einzige, was mir zum Meckern aufgefallen ist, sind die Fade-Outs, in denen jeder Song endet, sowie den Fade-Ins, die bei manchen Tracks am Anfang verwendet wurden. Das ist jedoch Jammern auf allerhöchstem Niveau.

Fazit:
Mit "A Dark Forgotten Path" ist dem jungen Norweger ein Meisterwerk gelungen, mit dem er gekonnt dem Hörer eine Geschichte von Elfen und anderen mystischen Wesen erzählt. Es gibt nun für mich eigentlich nicht mehr zu sagen, als dass man sich auf jeden Fall mit dem Vorbestellen dieses epischen Werkes beeilen sollte, bevor die auf 999 Kopien limitierte Auflage vergriffen ist.

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Return Of Darkness
02. Another Journey Begins
03. In Search For New Wisdom
04. A Secret By The Branches
05. Ancient Sorcery
06. The Passing
07. New Understanding

LineUp:

Mathias Hemmingby - Vocals, Guitars, Keyboards, Programming

Autor: Sepp

https://www.facebook.com/eldamarnorway
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