REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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gelal
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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: House By The Cemetary (S)
Genre: Death Metal
Label: Pulverised Records
Album: Rise Of The Rotten
Spielzeit: 30:15
VÖ: 23.04.2021

Die Schweden von House By The Cemetary hauen uns Ende April gnadenlos ihr Debütalbum auf den Tisch. "Rise Of The Rotten" nennt sich das Scheibchen passenderweise und wird via Pulverised Records veröffentlicht. Das Albumcover verspricht schon optisch, was in den nächsten 30 Minuten Programm ist.

Von Beginn an geht einem das absolut druckvolle und fette Soundgewand ins Ohr, das an den glorreichen, schwedischen Death Metal der 90er Jahre, wie ihn Dismember und Co. zelebrierten, erinnert. Mike Hrubovcak, der wohl einigen von Monstrosity bekannt sein dürfte, sorgt mit fiesen Growls für ordentlich Bissigkeit. Arschtretendes Schlagzeuggeknüppel und die tiefgestimmte, sägende Klampfe fügen sich nahtlos in die "nostalgische" Todesblei Stimmung ein. Stücke wie "Crematory Whore" sind einfach nur geile Nackenbrecher! Ein Killer-Riff folgt dem nächsten, während sich schreddernde Akkorde durch die Gehörgänge ballern. Groovende Basslinien stampfen durch die Songs, Tempowechsel treiben das Geschehen weiter voran.

Trotz der geringen Spielzeit von etwas mehr als 30 Minuten machen die neun Titel einfach Laune und bereiten kurzweiliges Hörvergnügen. Der "Marsch der Untoten" läutet die Apokalypse - oder vielmehr das Ende des Albums - ein und nimmt den Zuhörer auf den letzten Minuten noch einmal richtig in die Mangel.

Fazit:
House By The Cemetary liefern hier ein ordentliches Stück Death Metal der alten Schule ab. Diese Platte hätte gefühlt auch in den Neunzigern veröffentlicht werden können. Brachiales Riffing, berserkerartiges Schlagzeuggebolze und garstiges Growling vereinen sich gekonnt zu einem todesmetallischen Old School-Trip. Wer an ebendiesen gefallen findet, der kann mit den drei Mannen und ihrem ersten Silberling nichts falsch machen!

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Defleshed By The Seasons, Eaten By The Horrid, March Of The Undead

Tracklist:

01. Rise Of The Rotten
02. Contagious Madness
03. Crematory Whore
04. Defleshed By The Seasons
05. A Morbid Scent
06. Into The Murky Depths
07. Eaten By The Horrid
08. The Wretched One
09. March Of The Undead

Lineup:

Mike Hrubovcak - Vocals
Rogga Johansson - Guitars, Bass
Matthias Fiebig - Drums

Autor: Eva

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Band: Insane (S)
Genre: Thrash Metal
Label: Dying Victims Productions
Album Titel: Victims
Spielzeit: 42:23
VÖ: 30.04.2021

Bands mit dem Namen Insane gibt es ja wie Sand am Meer. Hier haben wir es mit den schwedischen Thrashern aus Kristinehamn zu tun, die sich 2009 zusammengefunden haben, um dem 80er Thrash zu frönen. Mit "Victims" präsentieren uns die Jungs ihr zweites Full-Length Werk, welches Ende des Monats über das deutsche Label Dying Victims Productions unters Volk gebracht wird.

"Maximum Force" eröffnet das Album und wird selbst von einem melodischen Intro eingeleitet. Nach ca. 45 Sekunden legt man sich dann mit schreddernden Gitarren, rasantem Schlagwerk und rauen, leicht heiseren Vocals ins Thrash-Zeug und verbreitet sofort 80er Flair. Das Geschwindigkeitslevel wird dabei immer sehr hoch gehalten, allerdings nimmt man hin und wieder auch mal den Fuß vom Gas und sorgt so, neben den Soli, für etwas Abwechslung. In diesen Momenten kann man dann auch den Bass vernehmen, welcher sonst etwas zurück bleibt.

Die 10 Stücke der Platte sind fast alle ähnlich aufgebaut, beginnen mit einer mehr oder weniger melodischen Einleitung und thrashen dann ordentlich los. Immer wieder kommen mir Venom in den Sinn, wenn ich der Platte lausche, aber auch frühe Metallica kann man im Riffing ausmachen. Eine kurze Verschnaufspause gibt es mit "The Theme – Victims", das ist ein ruhiges Zwischenstück, welches den 5. Track "Sinister Night" mehr oder weniger einleitet.

Das vorletzte Stück "Oblivious Void" weicht etwas vom Schema des Albums ab und wird mit einem Intro eingeleitet, was über eine Minute lang ist und nur aus Gitarrenzupfern und ein paar Samples besteht. Hier kommt man im weiteren Verlauf etwas grooviger daher, um aber auch dann wieder in typischer Thrashmanier weiter zu schreddern.

Produktion und Mix sind gelungen und genremäßig passend ausgefallen. Dass der Bass nicht so zur Geltung kommt wie auf modern ausgerichteten Alben, ist hier durchaus passend. Spiegelt dies doch das 80er Flair perfekt wider.

Fazit:
Man merkt dem Album an, dass die vier Schweden Spaß an dem haben was sie da machen. Sie schreiben sich den 80er Thrash nicht nur auf die Fahne, sondern zelebrieren diesen auch. Neben den typisch schreddernden Gitarren und Soli, die immer wieder eingestreut werden, gibt es einen gewissen Grad an Melodie. Womit man es allerdings nicht übertreibt, sondern nur zur Abwechslung beiträgt. Sicher wird man mit diesem Album niemanden vom Thrash Thron schubsen, aber wer den 80er Thrash liebt, wird auch an Insane und ihrem neuen Album seine Freude haben.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Maximum Force, Oblivious Void, Tormented Breath

Tracklist:

01. Maximum Force
02. The Sword
03. Cruel Command
04. The Theme - Victims
05. Sinister Night
06. At Dawn They Die
07. Sanitarium
08. Skullcrusher
09. Oblivious Void
10. Tormented Breath

Lineup:

Gustaf Hellberg - Guitars, Vocals
Erik Kristhammar - Guitars
Rickard Nygren - Bass
Johnny Lebisch - Drums

https://www.facebook.com/insanesweden

Autor: Thomas

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Band: Witchbound (D)
Genre: Heavy Metal
Label: El Puerto Records
Album Titel: End Of Paradise
Spielzeit: 59:06
VÖ: 30.04.2021

Die Bandgeschichte von Witchbound liest sich beinahe wie eine literarische Tragödie. Lag dem Debüt noch das Vermächtnis des 1989 verstorbenen Stormwitch-Gitarristen Lee Tarot zugrunde, was das Werk zu einer absoluten Perle machte und schnell zu einem Geheimtipp voller Volltreffer avancierte, so ist hier nun einiges anders. 2019 verstarb tragischerweise der nächste Gitarrist der Band, Martin Winkler. Auch der Mann am Mikro wurde ersetzt, und dies direkt durch zwei(!) neue Stimmen. Zum einen haben wir hier die von Bands wie Envinya und The Blue Season geschulte Shouterin Natalie Pereira des Santos, zum anderen die von ex-Dark IV und Alsion-Frontmann Tobias Schwenk. Diese tragen ihre Strophen meist im Duett, mal zusammen und mal abwechselnd vor, was auch an sich gar nicht übel klingt. Weitere Neuerungen finden wir am Tieftöner mit dem Bassisten Frank Bittermann.

Aber wie ist nun die Musik auf der neuen Scheibe? Nun, leider kann das neue Werk nicht ganz mit dem fantastischen Vorgänger mithalten, was aber per se für viele Freunde melodischen Heavy Metals kein Beinbruch sein dürfte, denn qualitativ wird gut abgeliefert. Man bietet griffige Hooks, eine knackige Produktion, manchen eingängigen Refrain (Titetrack) und auch spielerisch ist kaum etwas zu bemängeln. Was mich als alten Hasen und Fan der Ursprungsband Stormwitch aber ganz klar betrübt, ist die fehlende "Magie" des Vorgängers. Statt Melodien, die hörbar voller Herzblut in die Songs fließen, sind hier viele Nummern mit dem bösen Wort "generisch" abstrafbar. So dauerte es bis zum erwähnten Titeltrack, bis mich das erste Mal überhaupt ein Song mitreißen konnte. Dies wird aber getrübt durch Natalies verkrampfte Halb-Growls im "Burning Witches" Stil, die einfach irgendwie nicht recht passen wollen.

Ansonsten bietet man mit Titeln wie dem akustisch ausgeschmückten "Carved in Stone" (Minuspunkt für erneute Growlversuche), dem etwas düsterer gehaltenen "Torquemada", in dem Natalie es mit seltsamem Gequietsche echt übertreibt, und den forciert böse klingen wollenden "Nevermore" (inkl. maximalem Growl-Scheitern), einfach Songs die zwar für Abwechslung sorgen, die man so aber von dieser Band nicht hören will. Das alles hat nix mehr mit Witchbounds Erstling, geschweige denn den legendären Stormwitch zu tun.

Punkten konnten bei mir der Titeltrack, das melodische "Last Divide", der angenehm atmosphärische Stampfer "Sea of Sorrow" und der nette Rocker "As Long As We Can Rock". Fetter Bonuspunkt für das folkige "Foreign Shores", womit man mich eigentlich immer kriegt. Hier war auch die Stimmung drin, die ich mir mehr auf diesem Werk erhofft hatte.

Fazit:
Weder Fisch noch Fleisch; so fühlt sich das Witchbound Zweitwerk an. Manches Riff sitzt gut, die Soli überzeugen ebenso wie die Produktion und es gibt eine Handvoll guter Nummern auf der Habenseite, aber der Rest klingt wie ein zu sehr bemühtes All Star-Projekt ohne All Stars und eben ohne die nötige Seele, die man nach dem Erstling und dem damit einhergehenden Status als Fan eben erwartet hat. Dies aber mal außen vor gelassen, wird hier ein solides, melodisches und sehr abwechslungsreiches Heavy Metal-Album geboten, das mir eigentlich nur in den erzwungen hart klingenden Passagen nicht gefiel. Eine Wertung ist sehr schwer für mich, da ich viel mit dem Ursprung verbinde. Daher bewerte ich nun einfach als Freund melodischer Metal Klänge mal so, als wüsste ich nichts über den Hintergrund. So vergebe ich für ein zum Ende hin dann doch immer besser werdendes Album gutmütige...

Punkte: 8/10

Anspieltipp: End of Paradise, Foreign Shores, As Long As We Can Rock

Tracklist:

01. Prelude
02. Battle Of Kadesh
03. Interstellar Odyssey
04. End Of Paradise
05. Carved In Stone
06. Flags Of Freedom
07. Torquemada
08. Nevermore
09. Last Divide
10. Sea Of Sorrow
11. Foreign Shores
12. Dance Of the Dead
13. These Tears
14. As long As We Can Rock
15. Our Hope

Lineup:

Natalie Pereira dos Santos - Vocals
Tobias Schwenk - Vocals
Julian Steiner - Guitars
Stefan Kauffmann - Guitars
Frank Bittermann - Bass
Peter Langer - Drums

https://www.facebook.com/Witchbound
http://www.witchbound.com

Autor: Slaine

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Axewitch (S)
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
Album Titel: Out of the Ashes into the Fire
Spielzeit: 57:52
VÖ: 30.04.2021

Manchmal frage ich mich, was ich ohne das Pure Steel Label tun würde. Erneut haben sie eine Band im Stall, die in den legendären 80ern drei Alben raushaute, welche komplett an mir vorbeigingen. So lernt selbst ein alter Drecksack wie ich noch neues/altes dazu.

Die schwedische Truppe spielt absolut traditionellen Old-School Heavy Metal, wie er ursprünglicher kaum klingen könnte. Knackige und rockige Riffs, eine kernige und doch klare Stimme, eingängige Faustreck-Refrains, klasse Soli und alles in aktuell druckvollem Sound, ohne dabei den Spirit legendärer Zeiten zu verlieren. On Point genau das, was alte Hasen zum Feiern und junge Recken möglicherweise zum müden Abwinken bringen vermag.

Am Lineup der Truppe hat sich seit Urpsrungstagen kaum etwas verändert, nur ein neuer Bassist namens Björn Herborg gesellte sich 2012 dazu. Das Cover zeigt eine axtschwingende Hexe auf einem brennenden Adler - einem Phönix, der seine Schwingen ausbreitet, um genau wie die Band selbst hier in höchste Sphären klassischen Heavy Metals aufzusteigen. Und genau das blutet hier auch aus jedem Song. Den Spirit von Bands wie Accept, Heavy Load und 220 Volt, alles gut verrührt und gewürzt mit genialen Refrains und einer Prise alter Saxon, fertig. Man höre "Let Sleeping Dogs Lie" und es klingt, als habe man 1:1 Accept genommen und den guten alten Biff Byford ans Mikro gestellt.

Wer also die Melange aus old-schooligem Metal und NWOTHM plus Hard Rock-Elementen feiert, der greift hier zu, und zwar ohne weitere Fragen.
Man macht einfach nichts falsch. Nun wird es natürlich Stimmen geben, die nach der berühmten Innovation rufen und diese hier zurecht vergeblich suchen. Dies ist aber auch gar nicht nötig, denn wir haben mit Axewitch eine Band vor uns, die ganz offensichtlich ihren Wurzeln treu bleibt, denn wie man hört, steht der Baum, der aus diesen Wurzeln wurde, wie ein Mammutbaum in der Landschaft des Heavy Metals.

Fazit:
Tja, ich sollte mich wohl schämen, denn hier ist mir ganz klar eine Band unterm Radar vorbeigerutscht, die mich ganz sicher schon in Schultagen absolut umgehauen hätte. Eigentlich ist es eine zusätzliche Tragödie, dass die Truppe nicht den selben Status genießt, wie die im Vergleich genannten Bands. Manchem ist der Erfolg einfach nicht vergönnt und das ist in diesem Fall eine Schande. Einen Anspieltipp kann und will ich nicht geben, denn wenn ihr 80er Heavy Metal mögt, dann mögt ihr hier einfach ALLES.

Punkte: 10/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. The Pusher
02. In Pitch Black Darkness
03. Dues To Pay
04. Let Sleeping Dogs Lie
05. Boogie Of Death
06. Losing You
07. Going Down
08. The Healer
09. Lie To Me
10. Violator
11. Nightmare (Bonus)
12. Axewitch (Bonus)

Lineup:

Anders Wallentoft - Vocals, Keyboards
Magnus Jarl - Guitars
Mikael A Deild - Guitars
Björn Hernborg - Bass, Vocals
Mats Johanson - Drums

https://www.facebook.com/Axewitch
http://www.axewitch.com

Autor: Slaine

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Hanternoz (F)
Genre: Folk / Black Metal
Label: Antiq Records
Album Titel: Au Fleuve de Loire
Spielzeit: 63:30
VÖ: 03.05.2021

Die Franzosen Hanternoz treiben zwar schon seit fünfzehn Jahren ihr Unwesen im folkloristisch angehauchten Black Metal, dennoch wurde seit dem 2008 erschienenen Debüt "Metal kozh" kein full-Length-Album mehr veröffentlicht. So steht das Duo satte dreizehn Jahre, zwei EPs und zwei Splits später erst mit seinem zweiten Langspieler "Au Fleuve de Loire" in den Startlöchern.

Nachdem durch ein mehr verstörendes als angenehmes Intro "die Nacht eingeleitet" wird, glänzt Hanternoz auch schon mit melodischen, teilweise fast tänzerischen Melodien, brachialem Blastbeatgewitter und hymnischen Chorgesängen, die genauso auch aus der Feder der finnischen Genregröße Moonsorrow hätten stammen können.

Bereits beim bockstarken Opener "À Cul De Grève" greift das Duo auf die Unterstützung von drei Gastsängern zurück, die dem eingängigen Neunminüter eine angenehme Prise Abwechslung und eine heroische, gleichzeitig aber auch aggressive Atmosphäre verleihen.

Beim darauffolgenden "Ce Que Le Fleuve A Pris" zeigt sich dann allerdings leider gleich die Schwäche von Hanternoz. Es werden drei verschiedene Riffs und langweilige Strophen durch erzwungen klingende Taktwechsel aneinander gewurstet, was über die lange Spieldauer dann leider recht eintönig wirkt. Diese Eintönigkeit tritt über das Album hinweg nicht nur an dieser Stelle auf, auch die Songs ähneln sich, sodass man oftmals das Gefühl hat, dieses Riff schon mehrfach gehört zu haben. Trotzdem überwiegen die positiven Eindrücke, die unter anderem durch das unerwartete Auftreten von neuen Instrumenten oder besonders eingängigen Melodien, wie dem bombastischen Refrain von "Bateilers De Loire", hervorgerufen werden.

Was bei Hanternoz besonders positiv heraussticht, ist der Einsatz von diversen doch eher unüblichen Instrumenten, die nicht nur programmiert sind. So glänzt beispielsweise "L'Hanterdro De Languidic" nicht nur durch ein schickes Basssolo, sondern auch, vor allem im Mittelteil, durch eine sehr ausdrucksstarke Drehleier. Auch das Benutzen von echten Flöten gibt "Au Fleuve de Loire" das gewisse Etwas und lässt über die doch sehr elektronisch klingenden, programmierten Sounds (beispielsweise "Vieille Nasse Crevée") hinwegsehen.

Gegen Ende der Scheibe bietet das Duo in "Le Roi René A Fait Mander" mit dem gefühlvollen Einsatz von cleanen Gitarren, gepaart mit einer aufgeregten Erzählstimme, nochmals eine Wendung in zuvor noch nicht dagewesene musikalische Gefilde, bevor sie mit dem unglaublich melodiösen, balladesken "Hérons Dans Ma Mémoire" einen absolut unvorhersehbaren Abschluss für das Album finden und in Erinnerungen an Helden schwälgen.

Fazit:
Zwar findet sich auf "Au Fleuvre De Loire" die eine oder andere Durststrecke, jedoch liefern Hanternoz im Ganzen ein durchaus starkes, atmosphärisches Album, das vor allem gegen Ende nicht an Überraschungseffekten geizt. Eine absolute Empfehlung für Anhänger von Bands wie Moonsorrow oder Turisas. Von mir aus muss das nächste Album nicht unbedingt dreizehn Jahre auf sich warten lassen.

Punkte 8/10

Anspieltipp: À Cul De Grève, L'Hanterdro De Langidic, Hérons Das Ma Mémoire

Tracklist:

01. Déjà la Nuit
02. À Cul De Grève
03. Ce Que Le Fleuve A Pris
04. L'Hanterdro De Languidic
05. Vieille Nasse Crevée
06. Bateliers De Loire
07. Le Roi René A Fait Mander
08. Hérons Dans Ma Mémoire
09. Bientôt La Nuit

Lineup:

Hyvermor - Vocals, Guitars, Flutes
Sparda - Bass, Back Vocals, Choirs, Hurdy-Gurdy

Guest Musician:

Géraud - Vocals (A Cul de Grève)
Cervantès - Vocals (A Cul de Grève)
Spellbound - Vocals (A Cul de Grève)
Stefan Traunmüller - Guitars
Geoffroy Dell'Aria - Bagpipes, Flutes, Percussions (L'Hanterdro de Languidic)
Isarnos - Drums

https://www.facebook.com/Hanternoz-Paga ... 4245602843

Autor: Sepp

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Band: Moon Coven (S)
Genre: Stoner Rock / Doom Metal
Label: Transubstans Records
Album: Slumber Wood
Spielzeit: 42:35
VÖ: 07.05.2021

Die schwedisch, doomige Stoner-Kombo des mondverehrenden Hexenzirkels, präsentiert uns mit ihrem "Slumber Wood" den Nachfolger zum 2016er Debüt. Anfang Mai 2021 wird der Silberling über Transubstans Records veröffentlicht.

Schön tiefer gestimmte und kratzige Klampfen dominieren den erdig-kernigen Soundmix der Jungs aus Skandinavien. Die Titel sind sehr gediegen im Tempo und wirken durch ihre Arrangements doch sehr entspannend und relaxt. Hier und da werden Melodiebögen und kleinere Notenläufe eingestreut, welche für Abwechslung sorgen. Die Gitarren bilden mit ihrem Klangcharakter definitiv das Fundament der Schweden.

Sänger David Leban hat eine klare Gesangstimme, welche in einer höheren Tonlage mit viel Hall zu vernehmen ist. Die Intonierung der einzelnen Wörter und Silben wird häufig auch länger ausgesungen. Das Schlagzeug und der Bass grooven hier wunderbar dazu und geben dem Flair noch den letzten Schliff. Nicht selten kommt auch einen etwas abgefahrener Charakter in Richtung Space Rock Feeling auf. Ich bilde mir ein, hierfür tragen veränderte Gitarreneffekte dann die Verantwortung.

Ab ungefähr der Hälfte der Scheibe gibt es als "kleine Auflockerung", ein sphärisches Instrumentalstück, genannt "A Tower Of Silence". Spätestens hier wird der psychedelische Einschlag der Truppe auch klar erkennbar.

Fazit:
Gefühlvoller Stoner Rock mit ganz viel Doom Feeling wurde hier aufgezaubert. Die Fortsetzung zum Debüt ist absolut gelungen und Moon Coven überzeugen mit ihrer gesamten Attitüde. Wer auf Kapellen wie die englischen Alunah, die amerikanischen Jex Toth oder Acid King abfährt, kann mit den Skandinaviern absolut nix falsch machen!


Punkte: 8/10

Anspieltipp: Eye Of The Night, Bahgsu Nag, My Melting Mind

Tracklist:

01. Further
02. Ceremony
03. Gibekli Tepe - Potbelly Hill
04. Eye Of The Night
05. A Tower Of Silence
06. Bahgsu Nag
07. Seagull
08. My Melting Mind

Lineup:

David Leban - Vocals, Guitars
Axel Ganhammar - Guitars
Justin Boyesen – Guitars
Fredrik Dahlqvist - Drums

https://www.facebook.com/mooncoven

Autor: Blacky

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Band: Liar Thief Bandit (S)
Genre: Hard Rock
Label: The Sign Records
Album Titel: Deadlights
Spielzeit: 41:34
VÖ: 14.05.2021

Irgendwann muss ich mal in Schweden Urlaub machen, um da in Plattenläden zu stöbern. Mit "Deadlights" bringen Liar Chief Bandit aus Schweden Album Nr. 3 auf den Markt und für mich ist es das erste der Band, denn die Truppe kannte ich bislang nicht.

Sehr gitarrenlastig geht es los und dies zieht sich durch die ganze Platte, die durchgehend trocken rockt. Die Songs münden alle in einen ins Ohr gehenden Refrain. Sehr positiv fällt hier der Gesang auf, denn soweit ersichtlich gibt es keine Background-Chöre, obwohl man das Gefühl hat, der Gesang werde im Refrain derart unterstützt. Die in klassischer Besetzung Gitarre, Bass und Schlagzeug spielende Band schafft ein dichtes Grundgerüst, über das der Gesang in den Vordergrund gemischt ist. Die Truppe hat aber in den Songs genug Gelegenheiten für kurze Instrumentalpassagen, welche auch trotz der Produktion, die den Gesang betont, gut zu hören sind.

Die Titel laufen in der Regel zwischen drei und vier Minuten und sind vom Aufbau recht ähnlich. Ich hätte mir mehr Songs wie "I've Got A Lot Of Money Comin' In" gewünscht, das mit seinem sehr basslastigen Intro und dem stampfenden Rhythmus auffällt. Effekte oder Spielereien finden sich kaum auf dem Album. Bei "Feather" ist im Refrain ein leichter Hall über den Gesang gelegt, vielmehr gibt es aber nicht. Die Songs sind trotz der leichten Kritik gut gelungen. Auch die Texte klingen interessant, soweit ich es vom reinen Hören her beurteilen kann, sodass ich hoffe, dass die Band sie dem Album beilegt.

Fazit:
Wie ich schon in der jüngeren Vergangenheit hier gesagt habe; Schwedens Rockszene hat viel zu bieten. Liar Thief Bandit reihen sich mit "Deadlights" nahtlos in die Reihe der guten Veröffentlichungen ein, die ich in den letzten Monaten von unseren nördlichen Nachbarn hören durfte. Ein kleines bisschen mehr Abwechslung hätte dem Album gut getan, aber auch so ist es allen zu empfehlen, die einfach nur rocken wollen.

Punkte: 7,5/10

Anspieltipp: Brand New Day, I've Got A Lot Of Money Coming In, Forever The Optimist

Tracklist:

01. Deadlights
02. Brand New Day
03. Good Enough
04. Catch And Release
05. 'Cept The Truth
06. Limitations
07. Feather
08. I've Got A Lot Of Money Comin' In
09. Forever The Optimist
10. Silver Tongue
11. Right From Wrong
12. Hindsight

Lineup:

Mikael Jacobson - Vocals, Guitars
Niklas Dahre - Bass
William Grube - Drums

https://www.facebook.com/LiarThiefBandit
https://www.liarthiefbandit.com

Autor: Udo

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Band: Debauchery (D)
Genre: Death Metal
Label: Massacre Records
Album Titel: Monster Metal
Spielzeit: 106:16
VÖ: 21.05.2021

Debauchery sollten mittlerweile jedem gut sortiertem Metalhead ein Begriff sein. Der stets umtriebige Mastermind der Band, Thomas Gurrath, hat seit Gründung 2002 fast jährlich Veröffentlichungen unters Volk gebracht. Im letzten Drittel des Wonnemonats Mai gibt es mit "Monster Metal" nun einen weiteren Metalhappen aus dem Hause Gurrath, und wie immer haben wir es auch hier wieder mit "blutiger" Mucke zu tun.

Das Album eröffnet mit "Bloodking", einem mächtig groovenden Death Rocker, welcher das Album amtlich anschiebt. Thomas' Vocals kommen zu Beginn als eine Art gesprochenes Intro daher, verändern sich im weiteren Verlauf aber in eine Art "Sprechgesang", also nicht wirklich gesungen, aber auch nicht mehr gesprochen. In dem Stück wird er auf Vocal-technischer Seite von niemand geringerem als Tim "Ripper" Owens unterstützt, welcher sich schon bei Metalgrößen wie Judas Priest und Iced Earth beweisen durfte. Mit "Skull Mountain" folgt dann eine sehr eingängige Melodic Death Nummer, welche mit feiner Melodieführung überzeugen kann. Diese Melodie legt sich unter den ganzen Song und bleibt im Ohr hängen, ohne sich aufdrängen zu wollen. Bass und Drums können sich somit entfalten und in dem Stück eigene Akzente setzen.

Was mir persönlich bei Debauchery schon immer zugesagt hat, ist auch hier wieder vorhanden. Sie vermögen es, die "rotzige" Death 'n' Roll Attitüde in ein melodiöses Gewand zu stecken, ohne dabei den "Schmutz", oder eben wie im Falle Deaucherys, das "Blut" abzuwaschen. Was mir etwas fehlt, aber auch das ist nichts Neues bei den Schwaben, ist die Abwechslung. Gute Songs allein, und das sind die 10 Stücke auf jeden Fall, reichen eben nicht aus, um ein top Album abzuliefern. Da ändert auch der sich im Hirn festsetzende Titelsong "Monster Metal" nichts dran.

Für diejenigen, die sich das Digipak zulegen, gibt es noch je eine Scheibe der Debauchery Ableger Balgaroth und Blood God dazu. Auf der Balgaroth-CD gibt es 5 der 10 "Monster Metal" Tracks in der deutschen Version und auf der Blood God-CD gibt es 7 der 10 Stücke in der Heavy Metal Version, zumindest von Vocal-technischer Seite. Bei den deutschen Balgaroth Versionen klingt Thomas' Stimme etwas kerniger, macht ansonsten aber die gleiche und manchmal auch die bessere Figur. Vor allem "Die Belagerung von Knochenheim" kann hier hervorstechen. Bei Blood God hingegen ist es am Ende Geschmackssache des Hörers, ob er die Death-, oder die Heavy Metal Versionen der Songs als die für ihn bessere Wahl empfindet.

Fazit:
Wo Debauchery draufsteht, ist auch Thomas Gurrath drin, so könnte man das Ganze hier zusammenfassen. Und das ist nicht negativ gemeint. Denn das, was der Stuttgarter mit seinen Mannen in den letzten fast 20 Jahren abgeliefert hat, hat sich eine große Fangemeinde erspielt und vor allem live immer für ordentlich Bewegung vor der Bühne gesorgt und "Monster Metal" wird sich dort nahtlos anschließen. Das Album macht Laune und hält diese auch bis zum Schluss oben, das kann auch die fehlende Abwechslung nicht verhindern. Dieses Album wird die alten Fans zufrieden grinsen lassen und neue dazugewinnen. Spätestens wenn es live dargeboten werden darf.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Bloodking, Skull Montain, Monster Metal

Tracklist:

01. Bloodking
02. Skull Mountain
03. Debauchery War Machine
04. Metal To The Bone
05. Blood God Eternal
06. Hate Kill Murder
07. Monster Metal
08. Debauchery Blood God
09. The Godmachines March To War
10. Warmachine Of The Chaos Gods

Digipack Bonus CD - Balgaroth:

01. Blutgott
02. Die Belagerung von Knochenheim
03. Böse bis ins Blut
04. Hassen Töten Morden
05. Drachenungeheuer

Digipack Bonus CD - Blood God:

01. Monster Metal
02. Debauchery Warmachine
03. The Godmachines March To War
04. Blood God Eternal
05. Warmachine Of The Chaos Gods
06. Debauchery Blood God
07. Metal To The Bone

Lineup:

Thomas Gurrath - Guitars, Vocals
Drakornaut Bloodbeast - Bass
Drakornaut Gorezilla - Drums

Guest Musician:

Tim "Ripper" Owens - additional Vocals in Bloodking

https://www.facebook.com/DebaucheryBand
http://www.debauchery.de

Autor: Thomas

https://www.metal-only.de/fileadmin/rev ... l-2021.pdf
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