REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Hier könnt ihr euch über bekannte Bands, ihre neuen Alben, ihre Fehltritte ... auslassen
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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Grabak (D)
Genre: Black Metal
Label: Talheim Records
Album Titel: Scion
Spielzeit: 43:05
VÖ: 31.03.2021

Habt ihr auch eine oder mehrere dieser "Bands"? Diese Bands, von denen man nur ein Album von anno dazumal im Schrank hat, und obwohl man das geil findet, sich irgendwie nie so wirklich darum geschert hat, ob und was da noch gekommen sein könnte? Grabak ist bei mir eine dieser Bands, und ich habe nur "Encyclopaedia Infernalis" von 2003 und finde es geil.

Aber jetzt, für mich nach gefühlten 20 Jahren und in der Realität nach 4 Jahren des Wartens, gibt es neues Material der Leipziger, die 2025 ihr dreißigjähriges Bandbestehen feiern können. "Scion", der Abkömmling, so der Titel des siebten Full-Lenght-Ablegers der Truppe, erblickt Ende März das Licht der Welt und bietet direkten, geradlinigen Black Metal mit deutschen und englischen Texten, welcher immer noch ganz im Geiste der 2000er klingt und doch den Spagat in neue Zeiten schafft. Dass die Jungs auch nach all der Zeit und den massigen Mitgliederwechseln nicht das Feuer verloren haben, hört man in jedem der Stücke, die kraftvoll und satt klingen.

Aggressive Vocals geben sich mit druckvollen, dichten Gitarrenwänden die Klinke in die Hand und überzeugen mit einer dichten Atmosphäre und erzählerischer Struktur, die vor allem in den deutschen Liedern deutlich wird. Das macht die englischsprachigen Lieder deshalb aber nicht schlechter. Heutzutage wählen immer mehr Bands die englische Sprache für ihre Texte, daher ist es erfrischend, mal wieder "deutsches Liedgut" zu vernehmen, auch wenn dieses zahlenmäßig auf dem Album unterlegen ist.

Aber nicht nur der Gesang und die Gitarren können auf "Scion" überzeugen, auch an den restlichen Instrumenten sind wahre Könner am Werk, was besonders beim versatilen Schlagwerk positiv auffällt. Besonders gut zur Stimmung passend finde ich die oft präsenten, aber immer im Hintergrund agierenden Symphonieelemente, die Titeln wie "Heirs of the Serpent" eine epische Note verleihen.

Besonders geil ist der längste Song der neuen Platte, "M.A.I.D. - My Art is Death". Zuerst schwimmt er so ein bisschen ziellos im Fahrwasser der vorigen Songs mit, was es anfangs schwer macht, ihn einzuordnen. Doch das hart knüppelnde Drumset und die geniale Bassarbeit, die man hier besonders gut vernehmen kann, verbünden sich erstklassig mit den kalten Gitarren und den fast schon schreienden Vocals. Mit 6:06 Minuten ist dieser Song zwar gar nicht so lang, wie man das vielleicht jetzt vermutet hätte, aber die Leipziger mögen scheinbar keine Langeweile in ihren Titeln und sehen daher komplett von Füllmaterial ab. Alle Songs - mit Ausnahme des titeltragenden Intros - pendeln um die viereinhalb bis sechs Minuten Spiellänge, was die so schon dichte Atmosphäre nochmals unterstreicht.

Fazit:
Es wird wohl Zeit, dass ich mir die restliche Diskografie zulege, denn Grabaks neuester Streich ist ein Hammerteil geworden und verdient sich bei mir massig Punkte und Ausrufezeichen!!!

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: Furia II - Weltenbrand, The Siren's Song, M.A.I.D. - My Art is Death

Tracklist:

01. Scion
02. Epitomes Of Cruelty
03. Furia II - Weltenbrand
04. Blutkelch
05. The Siren's Song
06. Heirs Of The Serpent
07. M.A.I.D. - My Art Is Death
08. Black Water
09. Echoing The Sound Of Hell

Lineup:

J.K. - Vocals
C.B. - Guitars
C.L. - Guitars
S.E. - Bass
B.S. - Drums

https://www.facebook.com/grabak
https://www.grabak.com

Autor: Godshand

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Band: Maverick (NI)
Genre: Hard Rock
Label: Metalapolis Records
Album Titel: Ethereality
Spielzeit: 38:11
VÖ: 01.04.2021

Hier haben wir eine traditionelle Hard Rock / Melodic Rock Truppe aus Nordirland, die mir trotz ihrer bisher vier vorangegangenen Alben absolut kein Begriff war. Wenn ich mir den neuen Longplayer dann zu Gemüte führe, merke ich leider auch recht schnell, warum dem so ist.

Irgendwie kann die Band mich, trotz technischer Versiertheit und spielerischem Können, nicht vollends überzeugen. Dabei sitzen einige Hooks in den Riffs und so manches Gitarrensolo doch sehr gut. Es lädt nur nie zum Staunen oder Faust recken ein. Dies geht zudem zu Lasten eines zu sehr auf Old-School getrimmten Sounds, denn hier klingt mir alles zu dumpf und mit einem Hauch zu viel Hall überkleistert.

Stilistisch klingt das Ganze am ehesten nach Y&T meets Daughtry mit einem Hauch Thin Lizzy, nur alles ein wenig uninspirierter. Zugute halten muss man dem Album allerdings so manchen mehrstimmigen Refrain oder "Ohoh" Choral, und mit "Switchblade Sister" und "Angels 6" sind sogar soundmäßig solidere Titel dabei. Auch "Dying Star" mit seinem wirklich knackigen Riffing oder den stampfenden Rausschmeißer "Ares", der sogar leichte Heavy Metal Vibes durchscheinen lässt, kann man hervorheben, doch wirkliche "Killer Songs" sind auch diese leider nicht.

Fazit:
"Ethereality" ist eine zwar solide, aber leider zu "Standard" ausgefallene Retro-Hard Rock-Scheibe, bei der zumindest auf die sonst üblichen, zuckrigen Keyboards verzichtet wurde. Vielleicht hätten aber gerade diese das Ganze hier etwas interessanter gestaltet. Das ist ja immer Geschmackssache, aber mich persönlich hat hier wirklich kein Titel richtig begeistern oder mitreißen können. Da ist noch Luft nach oben, aber ich gestehe der Band zu, diese künftig noch füllen zu können und sich qualitativ zu steigern.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: Switchblade Sister, Angels 6, Dying Star

Tracklist:

01. Falling
02. Thirst
03. Never
04. Switchblade Sister
05. Bells Of Stygian
06. Angels 6
07. The Last One
08. Dying Star
09. Light Behind Your Eyes
10. Ares

LineUp:

David Balfour - Vocals
Ryan Balfour - Guitar
Ric Cardwell - Guitar
Richie Diver - Bass
Jason-Steve Mageney - Drums

https://www.facebook.com/MaverickBelfastuk

Autor: Slaine

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Band: Johan Kihlberg's Impera (S)
Genre: Heavy Metal
Label: Metalville
Album Titel: Spirit Of Alchemy
Spielzeit: 39:04
VÖ: 09.04.2021

"Spirit Of Alchemy" heist das neue Werk von Mastermind Johan Khilberg's Impera. Der Drummer und Keyboarder hat sich wiederholt Unterstützung von einigen der hochkarätigsten Musiker der schwedischen Rockszene (Zitat aus dem Infoblatt) geholt, um seine musikalischen Visionen festzuhalten.
Zudem soll es das härteste Album in der Geschichte von Imperia sein auch das entnehme ich aus dem Labelinfoblatt. Ich kenne die Vorgängeralben der Band nicht und habe somit keinen Vergleich.

Ich gebe zu, dass ich nach den ersten Durchgängen des Silberlings positiv überrascht bin und mir dieses Werk musikalisch gefällt. Keiner der Musiker drängt sich in den Vordergrund, sondern spielt seinen Part songdienlich und somit ergibt und fügt sich alles zu einem schönen Gesamtbild zusammen. Man hört alle Instrumente gut heraus und somit gibt es da nichts Negatives, das man beschreiben oder erwähnen müsste.

Nach einem kurzen Keyboardintro fängt der erste Song "Nothing Will Last" richtig an und lädt einem sofort zum Tanz ein. Rotzige Gitarren treffen auf einen soliden Drumbeat und einen schönen runden Bass. Die Metalstimme des Sängers ist leicht angeraut und rundet den Gesamtsound ab.

Trotz der musikalisch einfachen Stilrichtung wird auf dem Album nicht stupide im 4/4 Takt gerockt, sondern man setzt von Anfang an auf Akzente.
Der Bass in Form von coolen Läufen und groovigen Passagen und das Schlagzeug mit songdienlichen Drumfills und Doublebass Einlagen. Gesanglich ist auch alles im grünen Bereich und die Stimme passt hervorragend zum Stil der Musik. Eine absolut perfekte Metal-Stimme, die auch bei sanften Passagen glänzt. Mit dem Track "When Souls Collide", der an vierter Stelle zu hören ist, entdeckt man dann auch die Facettenvielfalt der Band und des Sängers. Der Song ist von der Grundstimmung her düsterer und die Gitarren wurden dem Sound angepasst. Ein sehr guter Song, der mir besonders gefällt, weil er dadurch die Bandbreite der Musiker hervorbringt.

Der letzte Track "Battle" fällt für mich dann aber völlig aus dem Rahmen und ist nur ein Lückenfüller bzw. ein Instrumental, um die Gesamtspielzeit des Silberlings zu verlängern. Ein Keyboard- / Schlagzeug-Instrumental, auf das Mister Kihlberg wohl Wert gelegt hat. Insgesamt sind auf dem Output neun Kompositionen vorhanden und bis auf das Instrumental sind alle sehr gut komponiert und arrangiert.

Fazit:
Johan Kihlberg ist mit dem Projekt Impera ein sehr guter Output gelungen. "Spirit of Alchemy" hat durchaus seine Stärken und hebt sich vom normalen Einheitsbrei definitiv ab. Ob es den Fans aber reicht, da es sich "nur" um ein Projekt handelt, werden die Verkaufszahlen zeigen.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Nothing Will Last, When Souls Collide

Tracklist:

01. Nothing Will Last
02. Read It And Weep
03. All About You
04. When Souls Collide
05. In Heaven
06. What Will Be Will Be
07. Lost Your Life To Rock'n'Roll
08. No
09. Battle

Lineup:

Johan Kihlberg - Mastermind
Jonny Lindkvist - Vocals
Lars Chriss - Guitars
John Levén - Bass
Mats Vassfjord - Bass on "Lost Your Life To Rock 'n' Roll"
Pontus Egberg - Bass on "In Heaven"
Snowy Shaw - Drums
Kay Backlund - Keyboards

https://www.facebook.com/Impera-329944293762910/
http://www.impera.org

Autor: Basser1971

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Band: Hot Breath (S)
Genre: Hard Rock / Garage Rock
Label: The Sign Records
Album Titel: Rubbery Lips
Spielzeit: 34:15
VÖ: 09.04.2021

Ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht, als ich mit "Rubbery Lips" das Debüt der schwedischen Band Hot Breath zu hören bekam, habe ich mich doch letztens erst über die lebendige Rockszene bei unseren nordischen Nachbarn ausgelassen. Daher freute ich mich auf das Album.

Selbiges wirft einen gleich mit dem Eröffnungssong "Right Time" mitten ins Geschehen. Kein langes Intro, hier wird gerockt. In den größtenteils kurz gehaltenen Titeln dominieren lospreschende Gitarren, begleitet von knochentrockenem Drumming, das zusammen mit dem durchaus präsenten Bass ein starkes Fundament schafft. "Bad Feeling" ist ein Beispiel dafür, wie effektiv Bass und Schlagzeug zusammenspielen, hier sogar noch garniert mit echten Rock 'n' Roll Riffs.

Der helle, bei Bedarf auch raue, Gesang der Sängerin Jennifer hebt sich gut von der Band ab und schafft so einen schönen Gegensatz zu der lebhaft spielenden übrigen Truppe. Die Songs sind weitgehend ähnlich aufgebaut, bieten aber mit diversen Takt- und Tempowechseln genug Abwechslung.
Das an 5. Stelle ausgesprochen clever positionierte "Who's The One" zeigt, dass Hot Breath auch ruhigere Töne beherrschen. Hier gefallen mir vor allem der leicht melancholische Gesang und die zurückhaltend spielende Band. Mit "One Hit (To The Body)" findet sich eine Coverversion eines Titels der Rolling Stones auf dem Album, die wirklich gut gelungen ist. Die im Vergleich zu den Rolling Stones schnellere Version hat mehr Biss als das etwas behäbige Original.

Die Produktion ist so klar, dass man die einzelnen Instrumente gut voneinander unterscheiden kann, was ich immer wichtig finde. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Gesang lauter abgemischt worden wäre, denn manchmal gerät die Stimme gegenüber der Band leicht in den Hintergrund. Die Songs leiden aber nicht wirklich darunter.

Fazit:
Mit "Rubbery Lips" liefern Hot Breath ein gelungenes Debüt ab! Die aufs Wesentliche beschränkten Songs rocken schnörkellos. Schön wäre es gewesen, wenn noch ein oder zwei Titel mehr in Richtung von "Who's The One" mit seinen ruhigeren Tönen auf dem Album gewesen wären. Hot Breath beherrschen ihr Handwerk. Ich freue mich, mehr von der Truppe zu hören. "Rubbery Lips" ist ein Album, das ich allen empfehle, die geradlinigen Rock mögen.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Right Time, Who's The One, One Hit (To The Body)

Tracklist:

01. Right Time
02. Magnetic
03. Last Barang
04. What You're Looking For, I've Already Found
05. Who's The One
06. Adapted Mind
07. Turn Your Back
08. One Hit (To The Body) (The Rolling Stones Cover)
09. What To Do
10. Bad Feeling

Lineup:

Jennifer Israelsson - Vocals, Guitars
Karl Edfeldt - Guitars
Anton Frick Kallmin - Bass
Jimmy Karlsson - Drums

https://www.facebook.com/hotbreathgbg

Autor: Udo

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Band: Goath (D)
Genre: Black / Death Metal
Label: Ván Records
Album Titel: III: Shaped By The Unlight
Spielzeit: 40:14
VÖ: 09.04.2021

Die Nürnberger Haudegen von Goath bringen Anfang April ihr drittes Studiowerk über Ván Records in die Läden. Sowohl das Cover, als auch der Titel "III: Shaped By The Unlight", lassen vermuten, dass hier in den nächsten Minuten die metallische Apokalypse hereinbrechen wird.

Gleich zu Beginn kommt beim ersten Track ein leichtes Slayer-Feeling auf. Mystisch-okkulte Geräusche gehen ab Sekunde 35 in ein verdammt "Raining Blood" ähnliches Riff über, bevor es nach weiteren 30 Sekunden auch gleich richtig schön losballert. Serrator hämmert und prügelt auf seine Schießbude ein, als gäbe es keinen Morgen mehr. Wütend schrubbt und schreddert Goathammer dazu die Saiten seiner Klampfe und bellt und keift voller Hass ins Mikro. Dennoch werden viele Breaks und Fill-Inns immer wieder im Songwriting eingebaut und auch mit abrupten Tempowechseln versehen.

Die Titel lassen kaum Zeit zum Verschnaufen und knallen mit voller Wucht auf die Hörerschaft ein. Stellenweise höre ich auch leicht thrashig-punkige Grooves heraus, wie beispielsweise "Shaped By The Unlight" beweist. Das schöne, abgehackte, stakkatoartige Schlagzeugspiel und die Intonierung der Vocals "rocken" sofort ins Ohr. Auch wenn die Klampfen hier schön durchgehend sägende Melodiebögen raushauen, fasziniert mich das Geschehen der Mittelfranken und entfesselt die Flammen der Hölle um mich herum, in welchen ich andächtig lauschend versinke.

"Clitless Loyalty" beginnt mit einem düsteren, gemächlichen Riff und marschartigen Drums, welche aber bereits nach kurzer Zeit sofort wieder lospeitschen und mit aller Macht herrlich durchrumpeln. Zum Ende wird das Tempo wieder ein wenig gedrosselt und ein Gesangsmoment kommt in einer kehlig-monotonen Darbietung hinzu.

Goath nutzen immer wieder eine große Bandbreite an Ideen, um die Mucke abwechslungsreich und vielschichtig zu halten. Mein absoluter Favorit auf der Platte ist aber der Abschlusstitel "Impregnated With Black Fire" geworden, da hier schön im Mid-Tempo und mit einem leichten doomigen Ansatz abgerockt wird. Die sinistre Atmosphäre wurde hier perfekt eingefangen und durch die verschiedenartigsten Vocals einfach geil gemacht worden. Kein Durchhänger oder Lückenfüller ist auf dem dritten Langeisen zu finden. Leider konnte ich keinen aktuellen Bassisten ausfindig machen, bilde mir aber ein, dass Victor von Escarnium genannt wurde.

Fazit:
Bissiger Schwarz- und wütender Todes Metall verschmelzen zu einer apokalyptischen Maschinerie. Für alle, welche Goath noch nicht kennen sollten: Stellt Euch eine Mischung aus Morbid Angel mit Belphegor, sowie alten Deicide und Marduk vor. Eine weitere Nürnberger Band, welche ich mit diesem Silberling nur wärmstens weiterempfehlen kann.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: Shaped By The Unlight, Epitome Of Perpetual Rage, Impregnated With Black Fire

Tracklist:

01. Symbiosis Of Vengeance And Guilt
02. Pretending To Serve While Raping
03. Shaped By The Unlight
04. Dissolving Flesh Redemption
05. Epitome Of Perpetual Rage
06. Smoltification
07. Clitless Loyalty
08. Perception
09. Impregnated With Black Fire

Lineup:

Goathammer - Vocals, Guitars
Victor - Bass
Serrator - Drums


https://www.facebook.com/Goath666
https://www.goath666.com

Autor: Blacky

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Heavy Feather (S)
Genre: Hard / Blues Rock
Label: The Sign Records
Album: Mountain Of Sugar
Spielzeit: 37:07
VÖ: 09.04.2021

Anfang April bringen die Schweden von Heavy Feather den Nachfolger zu ihrem Debütalbum "Débris & Rubble" an den Start. "Mountain Of Sugar" nennt sich der Silberling und wird über The Sign Records veröffentlicht. Zu ihren Einflüssen zählt die Band u.a. Cream, Free und Lynyrd Skynyrd, was auch im Verlauf der Scheibe gut herauszuhören ist.

Mit groovigen Gitarrensounds und röhrenden Riffs eröffnet "30 Days" das Albumgeschehen. Fetzige Rhythmen, eingestreute Bluespassagen und verspielte Melodieläufe zaubern einen bunten Rock-Mix, der für ein relaxtes Feeling sorgt. Ergänzt wird das Ganze von starken Klampfen-Soli und eingängigen Hooklines, die nicht selten Ohrwurmcharakter besitzen. Der leicht kratzig-raue, kraftvolle Gesang von Lisa Lystam schmiegt sich wohlig an das nostalgische Soundgewand an und kommt sehr angenehm in den Gehörgängen an. Geschmeidige Bassläufe und Drums fügen sich perfekt in die Songstruktur ein. Nur gelegentlich kommen die einzelnen Tracks über den Mid-Tempo-Bereich hinaus, strotzen aber gleichwohl vor Power und Spielfreude des Vierergespanns.

Mit dem Titeltrack "Mountain Of Sugar" gibt es wunderbar stampfende Beats auf die Lauscher, die so richtig schön in sämtliche Gliedmaßen fahren und zum Abrocken animieren. Auch ruhigere Töne haben die Schweden drauf und können mit der verträumten Nummer "Asking In Need", die auch den Rausschmeißer gibt, punkten.

Fazit:
Auf "Mountain Of Sugar" wird herrlich-erdiger Hard Rock im Gewand der 60er/70er Jahre dargeboten. Es gibt wahnsinnigen Gitarrensound, der mit knackigen Riffs und tollen Beats die Helden der alten Tage wieder aufleben lässt, auf die Lauscher. Sympathische Vocals und eingängige Hooks bereiten einen chillig-kurzweiligen Hörgenuss. Ein gelungener zweiter Streich der Stockholmer Heavy Feather!

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: Bright In My Mind, Love Will Come Easy, Lovely Lovely Lovely

Tracklist:

01. 30 Days
02. Bright In My Mind
03. Love Will Come Easy
04. Mountain Of Sugar
05. Too Many Times
06. Let It Shine
07. Come We Can Go
08. Sometimes I Feel
09. Lovely Lovely Lovely
10. Rubble & Debris
11. Asking In Need

Lineup:

Lisa Lystam - Vocals
Matte Gustafsson - Guitars
Morgan Korsmoe - Bass
Ola Göransson - Drums

https://www.facebook.com/HeavyFeatherRock

Autor: Eva

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gelal
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Review von Metal Only:

Band: Wheel (D)
Genre: Doom Metal
Label: Cruz Del Sur Music
Album Titel: Preserved In Time
Spielzeit: 48:08
VÖ: 09.04.2021

Die Dortmunder Wheel bescheren uns im April 2021 ihr drittes Studioalbum "Preserved In Time". Veröffentlicht wird über Cruz Del Sur Music, welche bestens prädestiniert sind für solch epische Doom Mucke.

Viele rockige Momente werden durch das Riffing der Klampfen immer wieder erzeugt, besonders auch dann, wenn die Songs ein wenig an Geschwindigkeit zulegen. Der tiefergestimmte Gitarrensound ist schön erdig gehalten. Die schrabbeligen Klampfen werden von einem wabernden Bass und einer akzentuierten Schießbude begleitet.

Es herrscht aber meist eine gewisse "würdevolle und anmutige Schwere" in den Songs. Die Kompositionen werden durch den klaren und hymnisch anmutenden Gesang von Arkadius Kurek zu einer sehr epischen Gesamtstimmung aufgewertet. Damit wirken die Titel allesamt sehr festlich und wie Lobgesänge auf vergangene Heldentaten. Verstärkt wirkt dieser Aspekt auch in den jeweiligen Refrains. Es wird stellenweise sogar mehrstimmig intoniert.

In den gesamten 48 Minuten kommt zu keiner Sekunde Langeweile auf. Die Titel fesseln von Beginn an und entführen den Zuhörer in ein fantastisches Universum an Klangwelten. Herrlich melancholischen Stellen mit energiegeladene Riffattacken beherrschen "Preserved In Time". Ab der Hälfte der Platte nimmt der Ohrwurmcharakter nochmals deutlich zu.

Fazit:
Ein grandioses Meisterwerk des epischen Doom Metals. Hier wurden 100% musikalische Leidenschaft und Gefühl mit großer emotionaler Hingabe in die Songstrukturen geschmiedet, was zu einem bombastischen Hörgenuss führt! Das neue Album ist in dieser Sparte auf jeden Fall jetzt schon ein Kandidat für meine persönliche Best Of 2021. Uneingeschränkte Kaufempfehlung für Verehrer von Candlemass, Solstice und Konsorten!

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. At Night They Came Upon Us
02. When The Shadow Takes You Over
03. After All
04. She Left In Silence
05. Aeon Of Darkness
06. Hero Of The Weak
07. Daedalus

Lineup:

Arkadius Kurek - Vocals
Benjamin Homberger - Guitars
Marcus Grabowski - Bass
Carsten Jercke - Drums

https://www.facebook.com/Wheeldoom

Autor: Blacky

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only the weak die on the cross, the strongest during the fight

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Band: Shadowspawn (DK)
Genre: Death / Groove Metal
Label: Emanzipation Productions
Album: The Biology Of Disbelief
Spielzeit: 40:33
VÖ: 16.04.2021

Das seit 2012 aktive dänische Death Metal-Quintett Shadowspawn präsentieren uns Mitte April ihren zweiten Longplayer namens "The Biology Of Disbelief". Hat man von Gründung bis zum Debüt noch eine Demo, eine EP und eine Single unters Volk gebracht, so wurde die Zeit zwischen dem ersten Langeisen und dem Zweitling nur mit einer Single gefüllt. Dort hat man den Zager and Evans Klassiker "In The Years 2525" gecovert, welcher sehr gelungen ist, wie ich finde. Guckt mal auf Youtube.

Das Album startet mit "Under The Blood Red Moon" und geht sofort in die Vollen, die 7 Sekunden Einleitung kann man vernachlässigen, auch wenn sie die Nummer ideal startet. Sofort fliegt dir kerniges Death Riffing und druckvolles Drumming um die Ohren. Die Hi-Hats scheppern mir zwar einen Tick zu viel und auch wird hin und wieder etwas viel getriggert, einen größeren Abbruch tut dies dem Hörgenuss allerdings nicht.

Wie auch in den anderen Stücken, bilden die Rhythmus- und Drum-Fraktionen das Grundgerüst, dem sich die anderen Instrumente unterordnen. Diese sind allerdings immer hörbar und setzen auch eigene Akzente. Sei es der Bass, der deutlich spürbar ist und entsprechend Druck aufbaut, oder die Leads, welche zwar meist im Hintergrund bleiben, dabei aber nicht untergehen, sondern immer, wenn es sein muss und auch passend ist, Akzente setzen oder einen gewissen Grad an Melodie erzeugen. Die eingestreuten Soli lockern das Ganze dann immer wieder auf und z.B. bei "In The Light Of Darkness" startet man gar mit einem schönen Lead-Part.

Meistens spielt sich das Albumgeschehen im Down-Tempo ab, was in manchen Momenten schon fast ins Doomige geht, allerdings haben die Nummern auch immer einen amtlichen Groove zu bieten. Hin und wieder wird das Gaspedal auch etwas tiefer durchgetreten. Diese Variationen mit dem Tempo sorgen für Abwechslung, welche allerdings dennoch größer hätte sein dürfen. Da ändert es auch nichts, dass sich in "Rite Of Passage" Death Growls und etwas cleanere Vocals ablösen bzw. gemeinsam zu hören sind. Das Solo ist dann aber auch hier sehr clever eingebaut und lockert das Stück auf. Die Nummer ist leider die einzige, die mir immer nach Ende des Albums im Ohr blieb. Das änderte sich auch nach dem x-ten Durchlauf nicht.

Spielereien, wie die verzerrte Stimme in "Decreating The Prestine", hätte es auch etwas mehr geben dürfen. Denn auch das sind Momente, die sich einprägen. Die immer wieder kurzen Einleitungen in einigen der 10 Stücke dienen zwar auch der Abwechslung, tragen auf der anderen Seite aber auch dazu bei, den Eindruck zu erwecken, man geht immer nach gleichem Schema vor. Im letzten Song der Platte "Bite The Pain" kann man durch die eingestreuten Sprach-Samples allerdings nochmal einen Punkt für die Abwechslung einheimsen.

Produktion und Mix sind trotz der oben erwähnten Dinge recht gut gelungen, verleihen dem Album ein dem Genre entsprechenden Sound und geben ihm einen rauen Charme.

Fazit:
Trotz einiger Kritikpunkte und der nur wenigen Momente, die sich wirklich im Kopf festsetzen, ist "The Biology Of Disbelief" ein ordentliches Death Metal-Album geworden, welches seine Momente hat und das Potential der Band aufzeigt. Death Metal Fans die nicht in Hochgeschwindigkeit, sondern eher "gemütlich" und mit ordentlichem Groove in die Fresse haben wollen, sind hier richtig. Aller anderen dürfen aber auch gern mal reinhören.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: Under The Blood Red Moon, Rite Of Passage, Decreating The Prestine

Tracklist:

01. Under The Blood Red Moon
02. Obliteration Exceptional
03. Daughters Of Lot
04. In The Light Of Darkness
05. Return To Ashes
06. Rite Of Passage
07. The Biology Of Disbelief
08. Decreating The Prestine
09. Dark Dawn Take Me
10. Bite The Pain

Lineup:

Bue Torin Jensen - Vocals
Oliver Ragnar Larsen - Guitars
Nicolai Cheung - Guitars
Kelvin Dam - Bass
Danni Jelsgaard - Drums

https://www.facebook.com/shadowspawn
http://www.shadowspawn.dk

Autor: Thomas

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Band: Malum (FIN)
Genre: Black Metal
Label: Purity Through Fire
Album Titel: Devil's Creation
Spielzeit: 38:37
VÖ: 16.04.2021

Wenn eine neue Veröffentlichung der finnischen Schwarzmetaller Malum ansteht, die bereits in den vergangenen acht Jahren gezeigt haben, dass sie für kompromisslosen Black Metal mit 90er-Flaire stehen, ist die Erwartungshaltung natürlich dementsprechend hoch. Die im April erscheinende Scheibe soll auf den Namen "Devil's Creation" hören und ist mittlerweile die vierte full-length-Veröffentlichung der fünf Finnen.

Nachdem man von kriegerischem Getrommel begrüßt wird, leiten atmosphärische Powerchords und eine düstere Melodie zu den keifenden Growls von Tyrant über, bevor dann definitiv das Blastbeatgewitter eröffnet wird. Die fünf Finnen setzen kompositorisch auf eine klare Linie: Es werden bösartig klingende Akkordwechsel mit diabolischen Melodien verwurstet, die Drums wechseln von treibenden Blastbeats zu groovenden Rhythmen und darüber thront Tyrants harscher keifender Gesang. Malum machen auf "Devil's Creation" keine Experimente und liefern keine großen Überraschungen, welche das Album auch absolut nicht braucht. Es gibt vielmehr eine gute halbe Stunde finsterstes Schwarzmetall, welches eine Atmosphäre vermittelt, die kälter kaum sein könnte.

Auch wenn Malum ihren Stil vom Intro bis zum Rausschmeißer "Son of the Dracul" ohne Kompromisse durchziehen, wirkt die Scheibe doch überhaupt nicht eintönig. Während beispielsweise "Messiaan Kuolema" eher langsamer daherkommt und die Melodien in den Vordergrund stellt, gibt es beim Titeltrack "Devil's Creation" voll auf die Zwölf, nur um gleich darauf von dem fast schon balladesken "The Curse" im Dreiertakt abgelöst zu werden. Es wird sehr viel mit Dissonanzen und fast ausschließlich Moll-Akkorden gearbeitet (vor allem "Dead but Breeding"), was dem gesamten Album einen tiefschwarzen Schleier verleiht, der sich bis zum Ende hin nicht zu lichten vermag.

Man merkt, dass die Herren ihre Instrumente zu bedienen wissen. Die Drums wie auch die Saitenfraktion spielen absolut tight, obwohl das Gespielte durchaus nicht immer einfach zu sein scheint. Auch der Gesang ist durchweg total authentisch und passt perfekt zu der Atmosphäre, die durch die Instrumentalisten kreiert wird. Malum schaffen den Spagat einer Produktion, die einerseits qualitativ echt fett ist, jedoch rau und kalt klingt, als wäre sie in den 90ern mit kleinstem Equipment in einer alten Garage aufgenommen worden. Für meinen Geschmack hätte der Bass, der von KK gespielt wird und der mächtigen Soundwand ein fettes Fundament liefert, an der einen oder anderen Stelle, wie beispielsweise bei "The Curse" etwas präsenter im Mix auftauchen können, was sich jedoch dann wahrscheinlich wieder zuungunsten der kalten Atmosphäre ausgewirkt hätte. Immerhin wurde ihm in "Dead but Breeding" ein ganz kleines Basssolo gegönnt.

Fazit:
Malum erschaffen mit "Devil's Creation" ein mächtiges Album, welches genau das präsentiert, was man von ihm erwartet. Eiskalten Black Metal ohne Experimente, ohne Überraschungen, jedoch mit einer Atmosphäre, die authentischer nicht sein könnte. Für jeden Verfechter des klassischen schwarzen Metalls eine absolute Empfehlung!

Punkte: 8/10

Anspieltipp: Devil's Creation, The Curse

Tracklist:

01. Intro/Serpent Of The Abyss
02. Messiaan Kuolema
03. Devil's Creation
04. The Curse
05. Dead But Breeding
06. Son Of The Dracul

Lineup:

Tyrant - Vocals
VT - Guitars
EV - Guitars
KK - Bass
Goat Aggressor - Drums

https://www.facebook.com/malumfinland

Autor: Sepp

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Superlynx (N)
Genre: Doom / Psychedelic Rock
Label: Dark Essence Records
Album: Electric Temple
Spielzeit: 43:27
VÖ: 16.04.2021

"In Musik finden wir so viel von dem, was Leute in Tempeln, Religionen und anderen spirituellen Spielarten suchen", so heißt es sinngemäß im Beipackzettel von Superlynx kommendem Album mit dem treffenden Titel "Electric Temple". Es ist bereits das dritte Album des norwegischen Trios und so viel darf schon vorweggenommen werden: Es klingt tatsächlich spirituell.

Allein der Gesang bringt so viel einer gleichermaßen düsteren und mystisch-verheißenden Atmosphäre rüber, dass ich bereits seit dem Intro "Rising Flame" ganz gebannt war. Besonders hervorzuheben ist das gelungene Zusammenspiel zwischen Front- und Backgroundgesang.
Atmosphäre ist auch das Stichwort. Die gesamte gemächlich aufbauende Komposition, die Arrangements der Instrumente und des Gesangs, all dies fügt sich fugenlos zu einem großen Ganzen. Schon allein die Details, wie das Nutzen einer Streichholzschachtel als Rhythmusinstrument am Anfang eines Titels wie "Rising Flame" sind deutlich mehr als nur ein Augenzwinkern. Gerne darf es auch flotter und aggressiver zugehen, wie zum Beispiel im Finale des Titeltracks "Electric Temple", aber diese Passagen kommen nie aus dem Nichts, sondern stehen immer einem umsichtigen Aufbau hinten an.

Großen Anteil an diesen positiven Aspekten haben maßgeblich die Drums. Sie schaffen es gekonnt, die richtigen Akzente zu setzen. Ob eine zaghafte Mischung aus Bassdrum und Hi-Hat, einem fulminanten Trommelfeuer (Haha!) oder kleinen verspielten Springern über die Becken, die sich vornehm im Hintergrund halten. Die Gitarren und der Bass geben die nötige Fülle. Vor allem erreichen sie dies durch einen ausgewogenen Klang und gut gesetzte Effekte, wie etwa ein Vibrato. Von Song zu Song wird hierbei mit lang gehaltenen Tönen oder schnellen Melodien gearbeitet. Letztere werden stellenweise aber mit Wah-wahs verwaschen oder derart bündig eingebaut, dass sie sich nie in den Vordergrund drängen sondern vielmehr stets die Atmosphäre nochmals unterstreichen und dem Gesang eine breitere Bühne bieten.

Auch ein netter Akzent ist eine unüblichere Tonleiter, wie sie im Intro von "Sonic Sacrament" vorkommt. Weitere Aspekte, die das Album besonders machen: In "Then You Move" und "Siren Sing" darf der sonstige Backgroundsänger die Hauptrolle spielen. "Siren Sing" ist darüber hinaus eine stilistisch gänzlich herausstechende Nummer, die stark auf dem Piano aufbaut und beinahe ins Jazzige abdriftet. Dabei schwankt sie immer zwischen Sentimentalität, Melancholie und Pessimismus. "May" ist ein würdiger Abschluss, in dem nochmals alle Stärken der Norweger zum Tragen kommen. Verschiedene Tempi, Nuancen in der Atmosphäre und Gesänge werden hier gekonnt verbunden.

Einen einzigen Abstrich muss ich machen und das liegt daran, dass man den Geschmack und die Offenheit für diese Atmosphäre haben muss. Denn ansonsten hören sich die Songs irgendwann tot und können langweilen. Bei allen innovativen und kreativen Ideen, sind fünf Minuten für manchen Song eben doch ziemlich lang und die Musik repetitiv.

Fazit:
Es ist ein in sich selbst absolut stimmiges Werk und handwerklich hervorragend umgesetzt. Ich kann diesem Album extrem viel abgewinnen und hatte echte Freude am Hören. Die Abnutzung dieser Musik erfordert von ungeübten Hörern vielleicht ein Probehören vor dem Kauf. Für Connaisseure stellt dieser Aspekt aber eher einen Mehrwert dar. Man kann sich in "Electric Temple" hineinfallen lassen und verlieren.

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: Electric Temple, Then You Move, May

Tracklist:

01. Rising Flame
02. Electric Temple
03. Apocalypse
04. Moonbather
05. Sonic Sacrament
06. Returning Light
07. Laws Of Nature
08. Then You Move
09. Siren Sing
10. May

Lineup:

Pia Isaksen - Vocals, Bass
Daniel Bakken - Guitars
Ole Teigen - Drums, Keys, Vocals, Piano

https://www.facebook.com/superlynxband
https://www.superlynxband.com

Autor: Felix

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Bongzilla (USA)
Genre: Stoner / Sludge / Doom Rock
Label: Heavy Psych Sounds Records
Album Titel: Weedsconsin
Spielzeit: 43:35
VÖ: 20.04.2021

Gegründet '95, hat Bongzilla die Welt bis 2009 mit vier Langeisen und diversen Splits, EPs und Compilationen beglückt. Nach einer Auszeit von gut 6 Jahren formierte man sich erneut, um uns weitere 5 Jahre später nun mit Album Nr. 5 an die Boxen zu locken.

"Weedsconsin" nennt sich das Werk und bietet im Großen und Ganzen das, was man von den Genres Stoner, Sludge und Doom erwartet: raues Riffing, eine amtliche Basswand, verwaschenes Soundgewand und schleppendes Tempo. Melodien werden spärlich, aber songdienlich eingesetzt und auch die Arrangements der Nummern lassen erkennen, dass das Trio nicht gerade erst gestern die Instrumente in die Hand genommen hat. Und zu guter Letzt geben die Drums immer den nötigen Groove.

Leider lässt sich auch nicht viel mehr zu dem Ganzen sagen, weil es schnell anfängt, langatmig zu werden. Ich will das Wort langweilig nicht benutzen, weil das dann doch zu negativ klingt. Alles ist zu ähnlich, da helfen auch die kleinen spacigen Spielereien nicht, die da ab und an auftauchen, wie z.B. im Drei-Akter "Earth Bong / Smoked / Mags Bag". Die Vocals, welche eh schon spärlich gesät sind, klingen teilweise, als würde Mike gleich neben das Mikro kotzen, was dann die Sludge-Note dann doch zu sehr betonen würde.

Produktion und Mix betonen die Genreausrichtung sehr gut, aber auch da wird manchmal etwas zu viel gewollt, was dann wieder zu roh wirkt. Warum der letzte Track "Gummies" in der Info nicht auftaucht, erschießt sich mir nicht. Könnte ein Bonus- oder Hidden Track sein. Ich würde letzteres begrüßen, weil ich ihn als Anspieltipp auserkoren habe und ihn dann auch jeder bekommen würde.

Fazit:
Bongzilla werden mit "Weedsconsin" ihrem Ruf gerecht und liefern das, was man von ihnen erwartet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vielleicht hat man an manchen Stellen etwas zu viel gewollt und sich dadurch ein wenig selbst geschadet. Manchmal ist weniger dann doch nicht mehr. Eingefleischten Fans der Truppe wird's egal sein. Alle anderen sollten definitiv erst reinhören. Ob die sich dann an die Boxen locken lassen, wird sich zeigen.

Punkte: 6/10

Anspieltipp: Space Rock, Gummies

Tracklist:

01. Sundae Driver
02. Free The Weed
03. Space Rock
04. The Weedeater
05. Earth Bong / Smoked / Mags Bags
06. Gummies

Lineup:

Mike "Muleboy" Makela - Vocals, Bass
Jeff "Spanky" Schultz - Guitars
Mike "Magma" Henry - Drums

https://www.facebook.com/Bongzilla
http://www.bongzilla666.com

Autor: Thomas

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Minas Morgul (D)
Genre: Pagan / Black Metal
Label: Trollzorn Records
Album Titel: Heimkehr
Spielzeit: 45:37
VÖ: 23.04.2021

Voller Erwartungen habe ich der neuen Minas Morgul Scheibe "Heimkehr" entgegengefiebert. Trollzorn Records veröffentlicht die Platte gegen Ende April 2021. Im Lineup hat sich seit dem letzten Studioalbum "Kult" aus dem Jahre 2017 doch einiges getan. Robse von Equilibrium hat sich das Mikro geschnappt und Janko von Ex-Riger malträtiert den Tieftöner. Ebenfalls gibt es mit Haffi einen neuen Mann an der Klampfe. Bereits zum Jahresende 2019 konnte ich diesen Besetzungswechsel auch noch live in Würzburg erleben.

Mit "Totenschiff" und "Teufel" gab und gab es bereits im Vorfeld schon einen kleinen Vorgeschmack im Netz auf das siebte Vollwerk der Brandenburger. Nach etlichen Durchläufen des gesamten Silberlings bin ich in einigen Punkten sehr zwiegespalten über diese Veröffentlichung. Der Sound "verwäscht" leider sehr häufig und die Stimme von Robse ist in einigen Bereichen einfach zu arg "untergegangen". An vielen Stellen wirkt er durch die restliche Instrumentierung häufig zu leise und komprimiert. Ansonsten keift und bellt er wie gewohnt voller Innbrunst durch die Boxen und passt sehr gut zu der runderneuerten Minas Morgul Bande.

Mir ist dieser latente "Keyboardteppich" als äußerst störend aufgefallen. Zuviel Hall und Fülle ist an vielen Stellen in die Tracks reingepackt worden, sodass es manchmal schwerfällt, das tolle Riffing der Klampfen differenziert herauszuhören. Die Gitarren sägen und schreddern allerdings schön im schwarzmetallischen Gewand durch die Lieder und würden alleine völlig ausreichen, um die Melodiebögen und Strukturen in den Lauschern zu festigen.
Vielleicht liegt es aber auch an dem Endmix und dem Verhältnis von Saiten- und Tasteninstrumentierung, dass es hier leider oft schwammig und breiig klingt. Beim Epilog ist der geflüsterte Text dann noch unverständlicher rauszuhören, als an so manch anderen Stellen in den Kompositionen. Das ist verdammt schade, denn die Texte und deren musikalische Umsetzung sowie die eigentliche Atmosphäre auf "Heimkehr" wären ein wirklich gelungenes Album geworden und könnten die Mischung aus den traditionellen 1313 Markenzeichen und einer neuen Ära sein. Ebenfalls ist die Neuinterpretation von "Väterchen Frost" durchaus gelungen. Dieser Titel ist bereits auf dem Debüt "Schwertzeit" erschienen.

Fazit:
Ein großes Plus gibt es für die Texte und die Ideen des Songwritings auf diesem Album sowie für die Stimmigkeit des Konzeptes. Ein großes Minus jedoch gibt es leider für den häufigen "Soundbrei" der immer wieder an zu vielen Stellen vorherrscht, was dem Hörvergnügen echt den Spaß rauben kann. Bitte das Teil nochmal remastern, die synthetischen Elemente des Keyboards verringern, die Stimme mehr in den Vordergrund und fertig wäre ein richtig tolles Comeback mit einem herrlichen Pagan Black Metal Werk von Minas Morgul.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: Heimkehr, Stein Um Stein, V. F.

Tracklist:

01. Prolog: Sturm Aus Ost
02. Heimkehr
03. Niedergang
04. Stein Um Stein
05. Teufel
06. Weltenfall
07. Totenschiff
08. V. F.
09. Dein Erwachen
10. Epilog: Tiefe Narben


Lineup:

Robse - Vocals
Saule - Guitars
Haffi - Guitars
Janke - Bass
Jen - Keyboards
Berserk - Drums

https://www.facebook.com/MinasMorgul

Autor: Blacky

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Re: REVIEWS 2021 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Crypts Of Despair (LT)
Genre: Death Metal
Label: Transcending Obscurity Records
Album Titel: All Light Shallowed
Spielzeit: 38:01
VÖ: 23.04.2020

Die seit 2009 aktiven litauischen Deather machen auf ihrem zweiten Album "All Light Shallowed" keine Gefangenen. Das kann man schon mal gleich vorwegschicken.

Mit zwei Klampfen, zwei Vokalisten, einem Bass und einer Schießbude wartet das Quintett auf und feuert dabei aus allen Rohren. Dabei bilden Rhythmusfraktion und Schießbude den amtlichen deathmetallischen Sound der Platte, man variiert immer wieder im Tempo und verfällt dabei auch schon mal von Raserei in schleppenden Groove. Die Wand aus flirrenden Gitarren, welche immer wieder über dem Ganzen liegt, wird allerdings etwas übertrieben und fängt schon mal an, etwas nervig zu werden. Dadurch entsteht auch immer wieder ein gewisser Grad an Chaos, was schon fast progressive Momente erzeugt.

Bei den Vocals gibt es typische Death Grunts und leicht schwarz angehauchte Growls, was nicht nur gut zu den Songs passt, sondern auch neben den Tempowechseln für Abwechslung sorgt. Leider geht diese durch die bereits erwähnte Gitarrenwand immer wieder etwas unter. Auch klingen die Nummern alle sehr ähnlich, was man auch auf das beschriebene Problem zurückführen kann. Es werden einfach zu viele Nuancen in der Musik verschluckt und so können diese keine Akzente setzen. Der Albumabschluss "Bleak View" ist gar ein Instrumental, was fast nur aus dieser Wand zu bestehen scheint und dadurch einen sehr spacigen Sound hat.

Die Produktion ist für ein Death Metal-Album ziemlich rau ausgefallen, was aber ob des Gesamteindrucks auf mich gewollt wirkt. Ich finde es allerdings schade, da man bei einer klareren Produktion wahrscheinlich die Instrumente, trotz des "Chaos" und der erwähnten Gitarrenwand, besser hätte heraushören können.

Fazit:
"All Light Shallowed" ist ein solides Death Metal-Album mit Stärken und Schwächen, welches gut genug ist, sich im Mittelfeld zu behaupten, aber nicht an einen UEFA-Cup Platz herankommt, um es mal in Fußballsprache zu sagen. Für Zwischendurch taugt es aber allemal.

Punkte: 7/10

Anspieltipp: keinen

Tracklist:

01. Being - Erased
02. Anguished Exhale
03. Choked By The Void
04. Condemned To Life
05. Synergy Of Suffering
06. The Great End
07. Disgust
08. Excruciating Weight
09. Bleak View

Lineup:

Dovydas Auglys - Guitars, Vocals
Benas Juskus - Guitars
Simonas Jurkevicius - Bass, Vocals
Henri Mall - Drums

https://facebook.com/cryptsofdespair

Autor: Thomas

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Band: My Refuge (I)
Genre: Heavy / Power Metal
Label: Pride & Joy Music
Album Titel: The Anger Is Never Over
Spielzeit: 58:01
VÖ: 23.04.2021

Okay, sowas hab ich nun auch noch nicht gehört, zumindest betreffend des Band Lineups. My Refuge ist eine Heavy / Power Metal Band aus Italien, die erst auf zwei EP's und ein Album zurückblicken können. Zunächst als ganz normale Band gestartet, löste man sich dann aber von Ex-Concordea Shouter Marco Moranzoni und entschied sich, zu einer Art "All Star"-Projekt zu mutieren, zumindest was den Gesang betrifft. Denn hier singt bei JEDEM Titel (mit Ausnahme des Instrumentals "The Child And The Moon") jemand anderes. Die Bands aus diversen Ländern, denen diese Leute entstammen, sind allesamt selbst mir absolut unbekannt und kommen selten über ein Release hinaus. Dadurch haben wir es also durchweg mit "frischen" Stimmen zu tun.

Die große Frage, die sich nun also stellt; kann so etwas funktionieren, oder klingt das Werk eher wie ein Various Artists Sampler!? Nun, zunächst sollte man hier auf die instrumentale Sektion eingehen, und hier funktioniert vieles sehr gut. Die Band spielt überwiegend sehr energiegeladenen, knackigen Power Metal mit eingängigen Hooks und durchaus mitreißenden Refrains. Der Sound ist hierbei nie überproduziert und hat einen gewissen Retrocharme, der mir recht gut gefällt. Irgendwie hat der Klang der Gitarre eine gewisse Note, die sich dominant durch das gesamte Album zieht und somit klingt das Werk eben NICHT wie ein Flickenwerk. Dies funktioniert ja ähnlich wie einst beim Projekt "Dawnrider" von Tarek "Majesty" Maghary, welches sich aber eher im True Heavy Metal Bereich bewegte, aber eben auch über diesen eigenen Sound verfügte, an dem man das Gesamtwerk erkannte. So ist es auch im Falle von My Refuge.

Zu den wuchtigen Drums und bratenden Gitarren gesellen sich dann meist noch unterstützende Keyboards, die eine gute Atmosphäre hier und da einstreuen und natürlich wirklich gelungene Gitarrensoli, die jedem Song seinen eigenen kleinen Höhepunkt verleihen. Kritisieren kann ich eigentlich nur das teils etwas "crashig" klingende Schlagzeug, wenn die große Hi-Hat hier und da zum Einsatz kommt, was aber Meckern auf hohem Niveau ist, da es mich nicht wirklich stört. Hervorheben kann man den knackigen Opener "Immortal Fire", das extrem eingängige und durch seinen simplen, aber hymnischen Refrain an die Band Winterstorm erinnernde Stück "Winterland", das nicht weniger epische, aber etwas moderner angehauchte "The Last To Die" und den angenehm traditionellen Titeltrack.

Mit dem etwas balladesker ausgerichteten "What If Tomorrow Never Came", der reinrassigen Symphonic Ballade und einzigem weiblich eingesungenem Stück "Memories", dem progressiv angehauchten "Mistress Of The Dark" und dem härtesten Titel des Albums "Until The End" ist zudem für ordentlich Abwechslung gesorgt.

Fazit:
DAS nenn ich mal ein interessantes Projekt. Während andere All-Star Truppen mit den großen Namen ihrer am Mikro stehenden Workaholics protzen, wird hier den kleineren Namen eine "Stimme" gegeben und das Ganze wirkt dadurch umso runder. Da sich alle Sänger auf einem gleich hohen stimmlichen Niveau bewegen, kommt das Werk trotz der vielen Vokalisten wie aus einem Guss rüber und wirkt nicht wie eine Bühne für Sangesgötter, denen jeder Titel zurechtgeschneidert werden muss. Somit gelingt My Refuge ein ambitioniertes und extrem interessantes Undergroundprojekt, was ich für sehr lobenswert erachte. Den einzigen Punktabzug gibt es dafür, dass man dennoch ganz klar die italienische Herkunft des zelebrierten Power Metals heraushört, was ich persönlich aber auch erwartet habe.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Immortal Fire
02. War In Heave
03. The River And The Rain
04. Winterland
05. The Last To Die
06. What If Tomorrow Never Came
07. Mistress Of The Dark
08. The Child And The Moon
09. After Ten Years
10. Until The End
11. Memories
12. The Anger Is Never Over

LineUp:

Berzan Onen - Vocals
Iggy Rod - Vocals
Ronny Castillo - Vocals
Davide Vella - Vocals
R.A. Voltaire - Vocals
Ilias Michailicos - Vocals
Andra Ariadna Chitu - Vocals
Rafael Dinnamarque - Vocals
Arthur Pessoa - Vocals
Fernando Neri - Vocals
Kike Valderrama - Vocals
Mauro Paietta - Guitars, Keyboards
Simone Dettore - Guitars
Javier Perez - Bass
Salvatore Chimenti - Bass
Mark Vetter - Drums
Gabriela Kaufmanova - Piano
Katarina Gubanova - Piano, Keyboards

https://www.facebook.com/MyRefugeMetal

Autor: Slaine

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Band: Feanor (RA)
Genre: Heavy Metal
Label: Massacre Records
Album Titel: Power Of The Chosen One
Spielzeit: 63:26
VÖ: 23.04.2021

Eine Band, benannt nach einer Figur aus Tolkiens Silmarillion, und klischeebehaftete Titel mit Worten wie Power, Metal, Dragon, Hell, Battle, Dragon...
Viele winken da sicher bereits ab und verpassen vielleicht eines der wichtigsten Alben in der Geschichte des klassischen True Heavy Metals. Denn kein geringerer als David Shankle (Manowar) selbst steckt zusammen mit Wizard-Frontmann Sven D'Anna hinter diesem Werk, das thematisch einen Meilenstein der Metalgeschichte fortsetzt. Feanor treten hier in extrem große Fußstapfen, nämlich in die der "Kings of Metal" selbst. Das Songmaterial, das diesem Album zugrunde liegt, ist die thematische Fortsetzung von Manowars "The Triumph of Steel" und wird nun eben von Feanor vollendet. Und um es vorweg zu nehmen; man bekommt genau das, was man nach diesen Zeilen erwartet.

Dies mag viele abschrecken, aber sicher auch ebenso viele in pure Verzückung versetzen. Zunächst aber zur Band selbst:
Gegründet 1996 in Buenos Aires, veröffentlichte man bis 2005 erstmal vier Demos, denen dann zwei Studiowerke in Heimatsprache folgten. Mit "We Are Heavy Metal" schuf man dann das erste englischsprachige Werk und lieferte hymnischen Heavy Metal der Kategorie "Geheimtipp". Als großer Wizard Fan war das neue Werk vor allem nach deren gelungenem, aktuellem Album "Metal In My Head" umso interessanter für mich. Ich ahnte ja nicht, welchen Background das neue Feanor Album hat (man stelle sich meine immer größer werdenden Augen beim Lesen des Infotextes vor) und war nicht darauf vorbereitet, dass das neue Wizard Werk hier sogar noch übertrumpft werden wird.

Wer also Anhänger der von Wizard zelebrierten Ausrichtung traditionellen Heavy Metals ist - und ich spreche hier vom "Bound By Metal" / "Head of the Deciever" Level - der ist hier goldrichtig. Auch alte Majesty und natürlich in erster Linie die Vorbilder Manowar blitzen und funkeln hier an allen Ecken und Enden dermaßen dominant hervor, dass es jedem Verachter dieser zweifellos wichtigen Richtung drei mal den Magen umdreht. Technisch gibt es hier absolut nichts zu Meckern, denn der Sound drückt ordentlich, die Riffs kommen satt hervor, ohne den Bass zu übertönen, die Soli sind absolute Meisterklasse und Svens Stimme hat den nötigen und sofortigen Wiedererkennungswert. Dazu noch massenweise schicke Refrains (man bemühte offenbar einen 40-köpfigen Chor) und fertig ist der neue Klassiker der Zukunft.

Ich persönlich genoss auf diesem Album jedes Riff und jeden Hook, jeden mächtigen Refrain (Titeltrack), jeden Mid-Tempo-Hymnen-Stampfer ("Together Forever") und jeden Speed-Nackenbrecher ("Rise of the Dragon"), denn all diese Facetten werden geboten. Mehr noch! Mit "Lost in Battle" und "Fighting For Our Dream" gibt es gleich zwei Epik-Halbballaden, bevor das Album mit einem ultraepischen Magnum Opus namens "The Return Of The Metal King", einem wahren Meisterwerk, endet. Hinter diesem nach kitschigem Klischee klingenden Songtitel verbirgt sich eine knapp zwanzigminütige und in neun Parts aufgeteilte Aufarbeitung der Odysseus Sage, die dem 29 Jahre zurückliegenden "Achilles - Agony and Ecstasy in eight Parts" in kaum etwas nachsteht! Hier werden wirklich sämtliche Register gezogen und alle Facetten absolut amtlich bedient.

Fazit:
Mehr als ein viertel Jahrhundert nach Manowars Klassiker setzt sich dank Feanor das Schaffenswerk David Shankles nun endlich fort, und gelungener könnte es kaum aufallen. Hier verzichtet man - entgegen des Vorgängers - auf technischen Schnickschnack und allzu viele Effekteinlagen und konzentriert sich auf den handgemachten Part. Die Essenz ist eine absolute Empfehlung für alle Anhänger der erwähnten Bands und Stile, nein, eigentlich ist dieses Album gar ein MUSS. Es wird sehr, sehr schwer für andere Bands, diese neuen Könige dieses Jahr vom Thron des wahren Metals zu stoßen!

Punkte: 10/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Rise Of The Dragon
02. Power Of The Chosen One
03. This You Can Trust
04. Metal Land
05. Hell Is Waiting
06. Together Forever
07. Bringer Of Pain
08. Lost In Battle
09. Fighting For A Dream
10. The Return Of The Metal King (The Odyssey In 9 Parts)

LineUp:

Sven D'Anna - Vocals
David "The Shred Demon" Shankle - Guitars
Walter "The Scorpion" Hernandez - Guitars
Gustavo Feanor Acosta - Bass, Oud, Piano, Bouzouki
Emiliano Wachs - Drums

https://www.facebook.com/feanorband
http://www.feanorband.com

Autor: Slaine

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