REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

Hier könnt ihr euch über bekannte Bands, ihre neuen Alben, ihre Fehltritte ... auslassen
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Wolle
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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Poema Arcanvs (RCH)
Genre: Doom Metal
Label: Transcending Obscurity
Album Titel: Stardust Solitude
Spielzeit: 56:12
VÖ: 28.08.2020

Die Chilenen Poema Arcanvs gibt es mittlerweile seit 28 Jahren, wobei man bis '97 unter dem Namen Garbage unterwegs war. Fünf Langeisen haben die Doomer bisher auf die Fangemeinde losgelassen, mit deren Qualität man fast durch die Bank weg überzeugen konnte. 8 Jahre hat es nun gedauert, bis Album Nummer 6 mit seiner langsamen Wucht durch die heimische Anlage kriecht.

Wenn ich das Wort "kriecht" verwende, ist das allerdings nur als Metapher zu sehen, welche einfach die Stilrichtung untermauert. Denn wie auch schon auf früheren Werken, variiert man auch auf "Stardust Solitute" mit dem Tempo, was aber nie in Raserei ausartet, sondern eher im gediegenen Doom Tempo anzusiedeln ist, mit geringem Ausschlag nach oben.

Bestimmt werden die 8 Nummern von Doom-Riffs, welche auch mal beim Death Metal anklopfen, was sehr passend zu den Growls ist. Auch der Bass spielt eine große Rolle im Erscheinungsbild der Musik. Er ist sehr präsent, ohne aber zu viel Platz einzunehmen und somit den anderen Instrumenten immer genügend Raum lässt. Diesen Raum wissen dabei nicht nur Gitarre und Vocals zu nutzen, sondern auch das Schlagwerk, welches ebenso Akzente setzt und einen großen Anteil am vollen Sound der Scheibe hat.

Neben den Growls gibt es auch cleane, dunkle Vocals, welche die Growls gut ergänzen und damit ihren Beitrag zur Abwechslung leisten, welche allerdings vornehmlich durch die geschickten Arrangements und Platzierung der Songs entsteht.

Um bei den Vocals zu bleiben; da fällt auf, dass diese etwas leise abgemischt sind, was der ansonsten astreinen Produktion, welche sehr klar ist und alles schön wuchtvoll klingen lässt, einen faden Beigeschmack gibt. Das hat dem Album mindestens einen Punkt gekostet. Schade! Ein Album, was eigentlich alles zu bieten hat, was das Genre ausmacht, schadet sich hier mit einer "Kleinigkeit" so sehr, dass es sich nur aufgrund der hohen instrumentalen Qualität in den oberen Wertungsbereich retten kann.

Fazit:
"Stardust Solitide" klingt ein wenig wie eine Mischung aus europäischen Genre Kollegen á la Armorphis, Moonspell und Co. oder auch ein wenig neue Opeth, behält aber dennoch die eigene "Poema Arcanvs Note". Das Album bietet alles auf, was den Doom ausmacht, ist sehr variabel ausgearbeitet und weiß geschickt mit verschiedenen Klangfarben zu variieren. Von träge schleppend bis hin zu gediegenem Groove im Mid-Tempo-Bereich bekommt man alles geboten. Ein "Missgeschick" an den Reglern kostet am Ende aber die Höchstnote. Musikalisch bleibt die Empfehlung aber dennoch nicht aus.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Stardust Solitude
02. Orphans
03. Haven
04. The Lighthouse Keeper
05. Straits Of Devotion
06. Pilgrim
07. Kingdom Of Ruins
08. Brave

Lineup:

Claudio Carrasco - Vocals
Igor Leiva - Guitars
Juan Diaz - Bass
Luis Moya - Drums

https://www.facebook.com/PoemaArcanvs

Autor: Thomas

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Band: Slomosa (N)
Genre: Stoner / Desert Rock
Label: Apollon Records
Album: Slomosa
Spielzeit: 37:50
VÖ: 28.08.2020

Slomosa aus Norwegen, die ihren Stil selbst als "Tundrarock" bezeichnen, treten Ende August mit ihrem Debüt-Album an den Start. Leider sind ihre Facebook- und Bandcamp-Seiten ziemlich spärlich mit Informationen gesät, da sie weder das Line-Up der Band noch besonders viel Auskunft über das Album aufführen. Doch das soll den unbeschwerten Hörgenuss nicht trüben und so tauchen wir ein in die Wüsten-Welt von Slomosa.

Den Einstieg macht "Horses", das mit einem gemächlichen Klampfenriff loslegt und einen groovenden Rhythmus vorlegt, der sich gewissermaßen wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht. Genretypisch wird der Sound sehr basslastig und von tief-dröhnenden Gitarranparts begleitet. Eingängige Hooklines und Rhythmusstrukturen erzeugen einen lockeren, spielerischen Sound, der mit unaufdringlichen Schlagzeuggetrommel ergänzt wird. Der Gesang, der u.a. sehr an diverse Kapellen aus der Grunge-Ära erinnert, harmoniert perfekt mit der musikalischen Klangwand.

Mit "In My Mind's Desert" gibt es einen sehr chilligen Sound auf die Lauscher, der sich auch zu meinen Favoriten zählen darf. Besonders das interessante Riffing sticht hier außerordentlich schön hervor und verwandelt sich direkt zu einem unersättlichen Ohrwurm.

Den Abschluss macht "On And Beyond", der das Album nach etwa 37 Minuten mit sanften Akkorden ausklingen lässt.

Fazit:
Wer für die letzten, heißen Sommertage einen entspannten und lässigen Sound sucht, der wird mit dem Debüt-Album der Norweger Slomosa nicht enttäuscht werden. Es gibt reichlich relaxte Gitarrenriffs auf die Lauscher, die den Hörer von heißem Wüstensand träumen und davonschweben lassen. Ein gelungenes Erstlingswerk, das auf weitere Veröffentlichungen dieser Combo hoffen lässt.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: Horses, In My Mind's Desert, Scavengers

Tracklist:

01. Horses
02. Kevin
03. There Is Nothing New Under The Sun
04. In My Mind's Desert
05. Scavengers
06. Just To Be
07. Estonia
08. On And Beyond

Lineup:

? - Vocals
Tor Erik Bye - Guitars
Marie Moe - Bass
? - Drums

https://www.facebook.com/slomosaband

Autor: Eva

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gelal
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Band: Katavasia (GR)
Genre: Melodic Black Metal
Label: Floga Records
Album Titel: Magnus Venator
Spielzeit: 41:28
VÖ: 04.09.2020

Bereits 2014 fanden sich die fünf Griechen der bekannten Truppen Varathron, Hail Spirit Noir, Aenaon, Melan Selas und Agnes Vein zusammen, um unter dem Banner Katavasia griechischen Black Metal vom Feinsten kundzutun. Seit dem Debüt und bisher einzigen Album sind inzwischen satte fünf Jahre vergangen - reichlich Zeit also, um Erwartungen und Vorfreude aufzubauen.

Und diese Vorfreude wird direkt mit dem Opener "Daughters Of Darkness" bedient. Groovige Riffs paaren sich mit harschen Screams, Blastbeats werden abgelöst von eingängigen Melodien und hin und wieder lassen die Herren nicht nur südländische, sondern auch nach Ost und Fernost anmutende Melodien in ihre Songs einfließen. Mit ihren gekonnten Arrangements schaffen es Katavasia nicht nur, auch den müdesten Nacken zum Bangen zu bewegen, sondern kreieren gleichzeitig absolut authentisch die Atmosphäre, die der Song braucht. Sei es durch eine furchteinflößende Ansprache in "The Tyrant", Necroabyssious' Gesang, der teilweise klingt wie ein psychopathischer Erzähler (was deutlich im epischen "Chthonic Oracle" zu hören ist), oder auch durch das an ein obskures Ritual anmutende Zwischenspiel "Saturnalia Magnus Cult".

Katavasia schaffen es sogar, die ach so verteufelten Keyboards so in das Album einzubauen, dass sie nicht nur nicht störend, sondern vielmehr äußerst passend wirken, indem sie einerseits nur spärlich verwendet werden (vor allem in "Sinistral Covenant") und andererseits genau den Sound beisteuern, den der jeweilige Song benötigt.

Des Weiteren glänzt "Magus Venator" durch Abwechslungsreichtum. Hier jagt nicht ein Blastbeatgeballer das nächste und es wird auch nicht hirnlos durch die Gegend geschreddert, sondern; es ist einfach alles vertreten. Hier wird mit Dynamiken jongliert, mit verschiedenen Grooves und Meldodien experimentiert und stilistisch über den Tellerrand des strikten Black Metal hinaus geblickt. Bei "Hordes Of Oblivion" bekommt man beispielsweise nicht nur ein genreuntypisches Gitarrensolo, sondern auch einen Zwischenteil, der eine eingängige Melodie liefert, die auch jederzeit auf einem Festival mitgegrölt werden kann. Am Ende gibt's dann noch den Epos "Babylon (Samu-Rawat)" auf die Ohren, der alles, was die letzte gute halbe Stunde positiv aufgefallen ist, nochmal unter einen Hut bekommt.

Selbst die Produktion von "Magus Venator" lässt dem schwarzmetallischen Herz keine Wünsche offen. Zwar könnte der Sound kaum kälter sein, dennoch ist das Album fett produziert, alle Instrumente sind zu jeder Zeit klar verständlich und mischen sich zu einem eiskalten Gesamtgefüge, ohne dabei verwaschen zu klingen.

Fazit:
Es klingt fast unglaublich, ist aber tatsächlich so, dass Katavasia so vielschichtige Musik mit so vielen verschiedenen Einflüssen aus aller Herren Länder zelebrieren und diese auch mit genreuntypischen Elementen mischen, das so intelligent arrangieren und gekonnt zum Besten geben, dass sie dabei trotzdem noch wie eine authentische Black Metal Truppe klingen. Lange Rede, kurzer Sinn - eine absolute Empfehlung!

Punkte 9/10

Anspieltipp: alles

Tracklist:

01. Daughters Of Darkness
02. The Tyrant
03. Blood Be My Crown
04. Chthonic Oracle
05. Saturnalia Magnus Cult
06. Triumphant Fate
07. Sinistral Covenant
08. Hordes Of Oblivion
09. Babylon (Sammu-Rawat)

Lineup:

Stefan Necroabyssious - Vocals
Astrous - Guitars
D.K. - Guitars
Achilleas C. - Guitars, Bass
Foivos - Drums

https://www.facebook.com/katavasiaofficial

Autor: Sepp
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Band: Messiah (CH)
Genre: Death / Thrash Metal
Label: High Roller Records
Album Titel: Fracmont
Spielzeit: 49:27
VÖ: 11.09.2020

26 Jahre sind seit der Scheibe "Underground" vergangen. Die Schweizer Urgesteine von Messiah präsentieren uns nun auf dem aktuellen Nachfolger "Fracmont" zehn brandneue Death / Thrash-Juwelen.

Eingeleitet wird das neue Werk mit akustisch gezupften Gitarrenklängen, welche fast etwas von einem spanisch-mexikanischem Flair verbreiten. Durch düster eingesprochene lateinsche Worte im rituellen Klang endet nach knapp zwei Minuten diese sinister wirkende Einleitung.

Der Titeltrack stampft als erster richtiger Nackenbrecher schön düster und groovig daher und ist auch gleichzeitig mit über neun Minuten der längste Song auf der Scheibe. Die herrlich sägend-fräsenden Äxte und das wuchtig donnernde Schlagzeug nebst Bassgitarre drücken richtig schön ins Gesicht. Der Gesang von Andy ist kratzig-rau und kehlig gehalten, so wie man das von Messiah auch schon von früher her gewohnt ist. Die Mucke haut mit aller Wucht in die Fresse.

Die gesamte Abmischung und Produktion wirkt noch einen Tacken differenzierter als beispielsweise beim 90er Werk "Choir Of Horrors" oder der EP "Psychomorphia". Ein dezent untergemischter Hall auf den Titeln erzeugt viel klanglichen Raum in den Tracks. Viele Tempo- und Taktwechsel gestalten hier eine spannende Mischung, sowie gelungene Abwechslung. Vom stampfigen Midtempo-Brecher bis hin zum wilden Berserker-Gebolze wird hier alles aufgefahren. Die Fusion von Thrash und Death Metal zelebrieren die Schweizer sehr gekonnt und erschaffen mit der markanten Stimme von Andy erneut ihren überzeugenden Wiedererkennungswert. Meine persönlichen Favoriten habe ich in den Anspieltipps erwähnt.

Fazit:
Die alten Haudegen von Messiah haben es immer noch drauf und können hier mit "Fracmont" einen mehr als nur gelungenen Silberling kredenzen. Eine perfekte Fusion aus Death- und Thrash Metal wurde hier geschmiedet und beißt sich schön wütend, aber abwechslungsreich durch die knapp 50 Minuten ehrlichen Stahls.

Punkte: 9,5/10

Anspieltipp: Children Of Faith, My Flesh - Your Soul, Throne Of Diabolic Heretics

Tracklist:

01. Sacrosanctus Primitivus
02. Fracmont
03. Mort Al Dente
04. Urbi Et Orbi
05. Singularity
06. Children Of Faith
07. Dein Wille Geschehe
08. Miracle Far Beyond Disaster
09. My Flesh - Your Soul
10. Throne Of Diabolic Heretics

Lineup:

Andy Kaina - Vocals
Brögi - Guitars
Patrick Hersche - Bass
Steve Karrer - Drums

https://www.facebook.com/MESSIAHthrashingmadness
https://www.messiah-thrashingmadness.ch

Autor: Blacky

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Band: Ordinance (FIN)
Genre: Black Metal
Label: The Sinister Flame
Album Titel: In Purge There Is No Remission
Spielzeit: 49:35
VÖ: 11.09.2020

Das Finnenduo Ordinance, welches bisher unter meinem Radar flog, bringt dieser Tage über das Label The Sinister Flame ihr zweites Full-Length-Werk unter die hungrige Metalmeute. Dabei bietet "In Purge there is no Remission" neben dem Black Metal-Grundgerüst eine Fülle an verschiedenen Einflüssen und Stilmitteln.

Forsch und unvermittelt startet das neue Album mit dem Titel "Obstructed Paths" und besticht mit druckvollem Drumming, schnellen Gitarren und einem sehr "mitteilungsbedürftigen" Sänger. Hier gibt es nicht nur 1-2 Strophen und dann wird erst mal der Refrain reingehauen, hier gibt es gleich mit dem ersten Titel eine wahre Erzählung um die Ohren gehauen, bevor der erste längere instrumentale Teil starten darf.

Der zweite Track "Diabolopathia" geht mit seinem schleppenden Doomriff sofort ins Ohr. Sehr simpel und ausdauernd in seiner Ausführung, gewinnt es schnell an Geschwindigkeit, um sich dann im Gitarrengewitter wiederzufinden. Dieser Track hat etwas Hypnotisches mit seinem musikalischen Thema.

So geht es hochqualitativ immer weiter auf dem Album, was mich als Hörer und Rezensent wirklich sehr erfreut. Teils wird der alte Heavy Metal ausgepackt ("Gathering Wraiths") und in das bestehende Black Metal-Geflecht gewebt, teils werden old-schoolige Thrash Metal-Schrammelsoli eingebaut, inklusive Screams, die bis unter die Decke gehen ("Credo Sceleratum"). An dieser Stelle möchte ich noch extra die als Ballade durchgehende Nummer "Gesticulation Of Death" erwähnen, die zwar langsam, aber nicht schleppend gespielt wird. Zugleich ist es meinem Empfinden nach der Song, der dem reinen Black Metal in seiner Textur am nächsten kommt. Ein wunderschöner Track, der beweist, dass man intensive Musik auch machen kann, ohne dass es an allen Ecken und Enden kracht und hämmert, dass einem die Ohren fiepen.

Dabei haben die Titel alle immer einen fetten Groove und vernachlässigen ihre doomig-schleppende Black Metal-Heimat nicht. Doch auch die anderen Genre, die ich angesprochen habe, werden wunderschön eingebunden. Ebenso ist die Produktion hervorragend, wenn auch für meine Öhrchen nicht ganz perfekt. Für meinen Geschmack hätte "In Purge there is no Remission" etwas Death Metal-lästiger (sprich basslastiger) abgemischt werden können, um so noch mehr Kraft aus der Musik zu schöpfen. Das wäre echt der Zuckerguss oben drauf gewesen.

Fazit:
Ein unglaublich starkes Album haben die zwei Kollegen aus Finnland da aufgebaut. Die nicht übermäßig schwierigen Kompositionen wurden kraftvoll und sehr "bunt" gemischt eingespielt.Coole Rhythmen wie in "Credo Sceleratum" gibt es zuhauf, und die machen richtig Spaß. Wer ganz puristisch ist, wird das Werk zwar bestimmt auch nett finden, sich aber an den Einflüssen stören. Mich stört's nicht, ganz im Gegenteil.

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Diabolopathia, Credo Sceleratum, Gesticulation Of Death

Tracklist:

01. Obstructed Paths
02. Diabolopathia
03. Gathering Wraiths
04. Credo Sceleratum
05. The Kingdom Of Nothing
06. Gesticulation Of Death
07. Purging Kremanation

Lineup:

Arttu Ratilainen - Vocals, Guitars, Bass
Lauri Laaksonen - Drums

-
-

Autor: Godshand

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Band: Theotoxin (A)
Genre: Black / Death Metal
Label: AOP Records
Album Titel: Fragment - Erhabenheit
Spielzeit: 44:33
VÖ: 11.09.2020

Gegründet vor gerade einmal vier Jahren, steht das Wiener Quintett bereits mit seinem dritten Werk in den Startlöchern. Da sich die Band unter anderem aus Mitgliedern von Zombie Inc., Anomalie oder auch Selbstentleibung zusammensetzt und auch bereits auf den vergangenen beiden Alben grandiosen Black Metal zelebriert hat, darf man von "Fragment - Erhabenheit" wohl Großes erwarten.

Kompromisslos geht es dann auch gleich ohne Intro mit einem mächtigen Soundgewitter aus Blastbeats und Moll-Akkorden los, zu denen sich bald schon der aggressiv-keifende Gesang von Ragnar mischt. Was zunächst fast schon erschlagend wirkt, zieht den Hörer nach und nach in einen nahezu tranceartigen Zustand, aus dem man allerdings durch "Obscure Divinations" mit einem musikalischen Schlag ins Gesicht unsanft aber gekonnt wieder zurückgeholt wird. Genau diese beiden Aspekte sind stilprägend für dieses Album. Einerseits gibt es hier diese melancholisch-verträumten Passagen, bei denen man sich mit geschlossenen Augen einfach mit der Musik treiben lassen kann, beispielsweise bei "Two Ancient Spirits", andererseits glänzt Theotoxin durch absolut authentische Aggressivität, die vor allem bei dem unfassbar treibenden "Philosopher" im Vordergrund steht. Dazwischen gibt es dann jede Menge grooviger Riffs, die zusammen mit den ratternden Blastbeats, dem bösen, knarrigen Basssound und Ragnars abwechslungsreichen Gesang eine geballte Wand an mächtigem, eiskalten Sound errichten.

Theotoxin kreieren eine Atmosphäre, die grundsätzlich Aggression, gleichzeitig aber auch eine gewisse Melancholie mit sich bringt und verleihen dieser in jedem Titel Spitzen in eine andere Emotion. So klingt beispielsweise "Prayer", ein Track der eher langsam anfängt, sich aber nach und nach zu einem echten Highlight etabliert, vor allem durch die psychopathisch klingende Erzählerstimme Ragnars total erhaben, während "Sanatory Silence" durch den gezielten Einsatz von Dissonanzen und Kreischen die absolute Verzweiflung vermittelt. Dass das Quintett allerdings nicht nur Atmosphäre kann, sondern auch die Köpfe zum Bangen animieren, zeigt sich in dem absolut livetauglichen "Through Hundrets Of Years".

Der Sound ist grundsätzlich eiskalt, aber trotzdem fett in allen Frequenzbereichen. Durch das Spielen mit Echos und Hall, beziehungsweise die herausragende Arbeit im Mastering, ist nicht nur jedes Instrument jederzeit aus der Wand an Sound herauszuhören, ohne dass diese überladen klingt, sondern es klingt auch beispielsweise in "Prayer" so, als wäre im Hintergrund ganz leise ein düsterer Chor zu hören, der eigentlich gar nicht vorhanden ist, die Atmosphäre aber gekonnt unterstreicht.

Fazit:
Theotoxin schmieden mit "Fragment - Erhabenheit" ein großes Werk schwarzmetallischer Kunst. Kalter Sound, eine Atmosphäre, die aggressiv und melancholisch zur gleichen Zeit ist, abwechslungsreiche Songs und gekonnte Arrangements. Eine absolute Empfehlung für jeden Verfechter des schwarzen Metals.

Punkte 9/10

Anspieltipp: Prayer, Sanatory Silence, Two Ancient Spirits

Tracklist:

01. Golden Tomb
02. Obscure Divinations
03. Philosopher
04. Prayer
05. Sanatory Silence
06. Through Hundrets Of Years
07. Two Ancient Spirits

Lineup:

Ragnar - Vocals
Martin Frick - Guitars
Fabian Rauter - Guitars
Joachim Tischler - Bass
Flo Musil - Drums

https://www.facebook.com/TheotoxinOfficial
-

Autor: Sepp

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Band: Winter's Verge (CY)
Genre: Power Metal
Label: Pride & Joy Music
Album Titel: The Ballad of James Tig
Spielzeit: 48:49
VÖ: 11.09.2020

Die Power Metal-Formation aus Zypern "Winter's Verge" ist mir vor allem von ihrem Album "Eternal Damnation" recht gut bekannt. Seither habe ich mich aber nicht weiter mit dem Schaffenswerk der Band auseinandergesetzt.

Nach einer Demo und 6 Studioalben liegt nun aber der neueste Longplayer der Band vor und beginnt erstmal mit symphonisch getragenem Intro zum ersten Titel "It Begins". Musikalisch wird uns hier symphonisch getragener Power Metal mit schönen Melodien, passend clean gesungen und leicht folkig arrangiert, präsentiert, der sich sehr gut hören lassen kann und mit seinem eher langsam gehaltenen Rhythmus, einen schönen Einstieg ins Album bildet.

Dieses Konzept setzt sich durch's gesamte Album gut fort und wird teils mit schicken Refrains, atmosphärischen Keyboardeinlagen und dann und wann mit knackigen Metal Passagen ergänzt, was die Stücke ordentlich aufwertet und stets interessant bleiben lässt. Bei Stücken wie dem ein wenig temporeicheren "A Thousand Souls" stößt man auch schnell, dank des glungenen Refrains und toller Melodie, auf einen ersten Höhepunkt des Albums.

Mit Songs wie dem balladesken Duett "Timeless", mit Gastsängerin Teodora Stoyanova Freya, oder dem düsteren, symphonischen Instrumental "Killagorak", gibt es dann auch einiges an Abwechslung für das Ohr. Schließlich wird das Album dann sehr stark mit dem wunderbar melodisch-hymnischen "Blood On The Foam", dem längeren Epos "The Sea" und dem abschliessenden Titeltrack, der sich als fast reinrassige Folkballade präsentiert, beendet.

Fazit:
Wer auf schneidende Riffs, ausufernde Gitarrensolopassagen oder gar filigranes Flitzefingergedudel steht, der ist hier eher falsch. Lediglich der Titel "I Accept" schmettert dann doch einige male die Saiten und gibt einige gekonnte Soli zum Besten. Winter's Verge stellen aber klar die symphonische Epik, getragene Atmosphäre und hübschen Melodien in den Vordergrund. All dies zudem noch recht entschleunigt, allerdings nicht minder spektakulär.
Ein schönes, melodisches Werk, das gut zum kommenden Herbst passen kann. Mir persönlich fehlen aber die Killersongs und vor allem die großen Mitsing-Refrains. Diese sind zwar klar vorhanden, reißen aber nur wenige Male wirklich mit. Nichtsdestotrotz retten die vielen nahezu magischen Momente und die zahllosen schönen Melodien das Werk mit Leichtigkeit, auch wenn Manchem dies zu kitschig erscheinen mag, mir gefällt es sehr gut.

Punkte: 8/10

Anspieltipp: A Thousand Souls, I Accept, Blood On The Foam

Tracklist:

01. It Begins
02. A Thousand Souls
03. Dead Reckoning
04. Timeless
05. Killagorak
06. I Accept
07. Blood On The Foam
08. The Sea
09. Ballad Of James Tig

LineUp:

George Charalambous - Vocals
Deniel Pavlovski - Guitars
Savvas Parperi - Guitars
Miguel Trapezaris - Bass
Stavry Michael - Keyboards
Danny Georgiou - Drums

Guest Musician:

Teodora Stoyanova Freya - Vocals

https://www.facebook.com/WintersVerge
-

Autor: Slaine

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Band: Evoke (N)
Genre: Speed / Thrash Metal
Label: Pulverised Records
Album Titel: Seeds Of Death
Spielzeit: 33:11
VÖ: 18.09.2020

So, hier also das Debüt der Jungs aus Oslo, über die man im Internetz nicht viel findet. Egal, ist auch nicht so dringend erforderlich, weil "let the music do the talking".

Räudig und schnell bis zum Anschlag wuchten die Heraufbeschwörer ihre Songs in Richtung Lauschlappen. Dabei wichteln sie eine Mischung aus Black, Speed und Thrash Metal zusammen, wollen wohl auch keine Gefangenen machen und werfen sämtliche Kompromisse über Bord.
Böse und schnelle Klampfen riffen sich durch ebenso böse anmutende und schnelle Songs, mit einem punkig rotzigen Ansatz.

Zeitweise erinnern sie an alte RAZOR (die Kanadier), die mit VENOM einen unehelichen Sohn haben, werden aber den Kultstatus dieser Bands nicht erreichen. Bei knapp über einer halben Stunde, wäre das auch vermessen für ein Debüt. Ok, manche Scheiben können auch in ca. 30 Minuten alles sagen und zum Kult werden - siehe SLAYERs Reign In Blood... aber von dieser Qualität sind EVOKE weit entfernt.

Sicherlich, hier kommen Song-Abrissbirnen zum Tragen, die mit einer gewissen bösen Attitüde zum durchdrehen einladen, aber irgendwie klingt das Konstrukt auch zu gleichförmig und spart an Spannungsbögen. Nur schnell und räudig ist noch nicht alles. Man kann den Songs eine gewisse Punkig-Black-Metallische Note nicht absprechen und das wird manchen Hörer auch mitreißen, wenn auch nur kurz, weil es nach dem Hörvergnügen auch schnell wieder vorbei ist mit der Eigenständigkeit.
Was mich persönlich sehr nervt, ist der ständige böse anmutend wollende übertriebene Hall auf dem Gesang.

Fazit:
Kein schlechtes Album, aber auch austauschbar, weil zu gewöhnlich dahin gerödelt. Böse Songs? Ja, aber auch das lockt einen nicht hinterm Ofen hervor.

Punkte: 5/10

Anspieltipp: Seeds of Death

Tracklist:

01. Deadly Revenge
02. Seeds Of Death
03. Souls Of The Night
04. Leviathan's Victory
05. Wrathcurse
06. Demons Of War
07. Satanic Rebirth

Lineup:

Kato Marchant - Vocals, Guitars
Hans Magnus - Bass
Wilson Umustarazu - Drums

https://www.facebook.com/EvokeOslo
-

Autor: Steiff

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Band: Dynfari (IS)
Genre: Atmospheric Black Metal
Label: code666
Album Titel: Myrkurs er Ϸörf
Spielzeit: 46:51
VÖ: 18.09.2020

Die Geduld erprobten Isländer lassen sich Zeit, um "Dauðans dimmu dagar" – den ersten Track des "Myrkurs er Ϸörf" benannten Albums – voll erklingen zu lassen. Tragend, melancholisch und düster legt sich dann Dynfaris neuestes Werk von Beginn an aufs Ohr. Doch da sind auch diese sehr gerade heraus klareren Melodiestränge irgendwo im Hintergrund, aber doch deutlich zu vernehmen. Der Weg einer Symbiose? Oder doch zu viel der Fremdbeeinflussung?

Ungestört läuft die Mucke weiter und kostet sich selbst aus. Ich lasse mich weiter auf das Klangangebot ein und lausche. Eine leicht andere Note bringt dann auch schon das zweite Stück der Scheibe mit sich. Während das Spiel der Leadgitarre erquickt, donnern die anderen Saitenschwinger ziemlich saubere Akkordfolgen runter. Der große Bombast fehlt aber noch. Die Isländer legen in ihrer schwarzmetallischen Atmosphäre eher Wert auf teils bedrückende, teils bedrohliche, schwere Kost mit lethargischem Anklang. Die Synth-Klänge verschwinden daher fast untermalend im musikalischen Background, weil sie oftmals pfiffig eingesetzt werden. Sicher sind sie da, aber sie drängen sich nicht andauernd mit einer eigenen Note in den Vordergrund, wie das bei so manch Kollegen neuerer Black-Metal-Interpretationen gern der Fall ist. Auch ein Akkordeon ist mit im Einsatz, aber hier muss der geneigte Hörer keine Angst vor allzu folkloristischen Anklängen haben. Gitarren und Bass zeigen häufig, wo es lang geht.

Leider bleiben aber die richtig guten Momente immer noch Momentaufnahmen und auch die Drums scheinen manchmal nur musikalisches Beiwerk zu sein. Bedrückend gedrungene Parts ziehen diese zwar mit Jón Emils Schlagkraft beispielhaft in die Länge und untermalen so die Wirkung. Aber an anderen, eher im beat-technischen Mittelfeld platzierten Stellen, wirkt das Spiel bisweilen wie für eine x-beliebige Rockband geschaffen –zu einheitlich und gleichzeitig auch noch losgelöst von der so wichtigen Atmosphäre.

Ähnlich passiert es mit dem kreischenden Gesang von Jóhann Örn. Für sich genommen präsentiert er zwar immer wieder interessante Ansätze mit starken Gefühlsakzenten, aber dann wieder liegt exakt diese Ambition wie ein diffuser Schleier über den Tonwerken seiner Bandkollegen. Auch könnten die Akzentuierungen noch mehr Vehemenz bekommen. Gerade weil Jóhann Örn es vermag, allein durch seine stimmlichen Parts Atmosphäre zu erschaffen, müssen die Vocals fokussiert, präsent und mit der Rest der Mucke verschmolzen sein. Das klappt nicht immer.

Durch die Punkte, die ich bereits bemängelte, fehlt es dem Album insgesamt an Diversität und klingt an vielen Stellen zu eintönig. Zwar liefern Dynfari wie bereits bemerkt ein paar sehr schöne Passagen und Ansätze, aber es fehlt ein echtes Highlight und auch Hinauswachsen über die eigenen Werke. So präsentiert sich " Myrkurs er Ϸörf" leicht monoton und unter seinen Möglichkeiten bleibend.
Nichtsdestotrotz zeigen Dynfari auch große Momente. Dann, wenn die komplette Band eine düster-schaurige und durchdringende Einheit im Gewand bombastischer Momente bietet. "Ég fálma gegnum Tomið " ist so eine Nummer, die an Stärke gewinnt. Islands eisige und raue Schönheit findet sich in solchen Stücken wieder. Was soll man also halten von einem Album, das schwer melancholisch über der Stille seine Ansprüche erhebt, mit vielversprechenden Parts daherkommt und an anderer Stelle wieder schwächelt, glattpoliert ist, mit einer Idee "Schöngeistigkeit" gewürzt und im Ganzen nicht kristallisierend wirkt?

Fazit:
Das ist mein großer Kritikpunkt: Dass die Herren aus dem einsamen Norden wirklich gute Ansätze zeigen – wenn auch nicht revolutionierend - und zugleich stellenweise so poliert daherkommen. In ihrem Fact-Sheet findet für "Myrkurs er Ϸörf" unter anderem eine Mischung von Post-Rock und Black-Metal Erwähnung. Da haben wir sie, die beiden Pole. Nun, Post-Rock bricht auf seine Weise aus musikalischer Konvention aus, während Black Metal in seiner Reinform noch immer Abweichung zelebriert. Ich höre deutliche Einflüsse letzterem und bin begeistert, dass Dynfari es vermögen, teils dichte Atmosphäre zu schaffen, indem sie ihre Synth- und Saiteninstrumente auf eine Höhe stellen, dieses Muster kaum brechen und damit auch dem "atmospheric" im Genre gerecht werden. Es sind die Stellen, an denen auch das Drumwork dieses Gerüst trägt. Aber zu glattpolierter, höhepunktloser Sound und Komposition trüben diese guten Ansätze. Ob die in einigen Songs auftauchenden "glatten" Erscheinungen sich nun der bewussten Stil-Mixtur beugen oder sich aus anderen Gründen in die Kompositionen geschlichen haben, vermag ich nicht zu sagen. Aber trotz guter Momente fehlt auch dadurch das Runde am Album. Für Fans ist das Album bestimmt zu empfehlen. Auf der Suche nach einer neuen Lieblingsscheibe ist man nicht mehr ganz so gut beraten.

Punkte: 6/10

Anspieltipp: Ég fálma gegnum Tomið

Tracklist:

01. Dauðans dimmu dagar
02. Langar nætur (í botnlausum spíralstiga)
03. Myrkurs er Ϸörf
04. Ég fálma gegnum tómið
05. Svefnlag
06. Ég tortímdi sjálfum mér
07. Peripheral Dreams
08. Of Suicide and Redemption

Lineup:

Jóhann Örn - Vocals, Bass, Accordion, Synth, Guitars
Martin Tsenov - Guitars
Bragi Knutsson - Guitars
Jón Emil - Drums, Guitars

https://www.facebook.com/Dynfari

Autor: Swenja

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Hateful (I)
Genre: Technical Death Metal
Label: Transcending Obscurity Records
Album Titel: Set Forever On Me
Spielzeit: 38:27
VÖ: 25.09.2020

Es gibt durchaus Alben aus dem technischen Death Metal Bereich, die einem beim Hören sämtliche Gehirnwindungen auf inks drehen und die Kinnlade ausrenken. Diese Alben - und ich hatte hier schon Scheiben auf dem Tisch liegen, die mich als Musiker an der Gravitation von Tonleitern in deren Musik verzweifeln ließen - sind auch wirklich spannend.

Die Italiener von HATEFUL schreiben sich eben auch die technische Versiertheit aufs Banner, können aber da nicht so wirklich punkten. Sicherlich, das Ganze ist sehr progressiv und die Jungs wissen, was sie da spielen, aber das war es irgendwie auch schon.

Klar, die Band räubert sich durch die Gefilde der Taktänderungen und Tempowechsel, aber das Ganze klingt dann doch am Ende zu zerfahren. Ok, zerfahren in Zusammenhang mit Technical Death Metal in diesem Fall als negativ zu kritisieren, liest sich erstmal völlig daneben. Es ist eben eher das Nichtvorhandensein von Inspiration, was hier auffällt. Oder anders gesagt/geschrieben, es wirkt alles etwas wie gewollt, aber nicht gekonnt. Die Songstrukturen sind für den Anspruch, den sich Hateful auf die Fahne gemalt haben, zu einfach gestrickt und dann da einfach so ausgelutschte Riffs und Arrangements aneinander zu reihen, ist doch etwas langweilig, weil sehr wenig spannend.

Selbst wenn sie diese Tech-Anleihen weg lassen würden, wäre der übrige Death Metal auch nicht besonders ansprechend. Gut, die Riffs sind nett, aber auch von der DM-Resterampe. Sie tackern sich teils Stakkato, teils "irgendwie" Ihren Weg durch das Wirrwarr und eher auf langweiligem Pfad.
Gesang = typisch röchelnd, aber auch irgendwie eher Kindergeburtstag.

Fazit:
Wenn man als Band nicht gerade spannenden Death Metal spielt und diesen mit unzureichenden Tempowechsel und gezwungen vertrackten Versatzstücken anreichert, um sich mit dem Banner Tech-Death-Metal zu schmücken, braucht es schon etwas mehr, um in der Szene seine Duftmarke zu hinterlassen. Neenee, da haben andere Bands in diesem Genre meilenweit die Nase vorn.

Punkte: 3/10

Anspieltipp: keinen

Tracklist:

01. On The Brink Of The Ravine
02. Oxygen Catastrophe
03. Phosphenes
04. The Irretrievable Dissolution Process On The Shores Of Time
05. Will-Crushing Wheel
06. Caldera
07. Time Flows Differently
08. Our Gold Shined In Vain
09. The Nihil Truth
10. River's Breath
11. The Proof

Lineup:

Daniele Lupidi - Bass, Vocals, Guitars
Massimo Vezzani - Guitars
Marcello Malagoli - Drums, Vocals

https://www.facebook.com/hatefuldeathmetal

Autor: Steiff

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Uada (USA)
Genre: Black Metal
Label: Eisenwald
Album Titel: Djinn
Spielzeit: 60:02
VÖ: 25.09.2020

Es ist schon erstaunlich, wie viele gute Black Metal Bands der Pazifische Nordwesten der USA hervorgebracht hat. Da wären zum einen Wolves In The Throne Room, Fauna oder eben Uada, die mittlerweile im Abstand von zwei Jahren regelmäßig ein neues Album veröffentlichen. Das neueste Werk trägt den Titel "Djinn" und die Band bleibt auch darauf ihrer Linie treu.

Denn musikalisch präsentieren die US-Amerikaner wieder feinsten Black Metal, der von den skandinavischen Szenegrößen der 90er beeinflusst, aber kein bloßer Abklatsch ist. Uada wandern zwischen melodischen Gitarrenspielereien, Blastbeats und Brachial-Riffs. Alles zu finden in "The Great Mirage", das erst langsam einen Songaufbau anstrebt, bevor die Blastbeats nach vorne schnellen. Durchbrochen wird dies immer wieder von Sänger Jake Superchi, der mit teils abgrundtiefen Growls das Tempo aus dem Geschehen nimmt. In Uadas Musik schwingt dabei immer eine gewisse Mystik und Romantik mit, die von den Wäldern und Flüssen des Pazifischen Nordwestens erzählt.

Uada legen ihren Fokus aber auch auf ausgefeiltes Songwriting. Spannungsaufbauten und einhergehende Tempoverschiebungen sorgen für reichlich Abwechslung, eingestreute Gitarren-Soli für Auflockerungen in den ansonsten recht langen Songs. Wie man an "In The Absence Of Matter" erkennen kann, ist der Songaufbau an sich eigentlich simpel und wenig divers, aber dennoch wird die Grundspannung durchgehend hochgehalten. Auf das Intro, welches mit melodischen Riffs ausgeschmückt wird, folgen schnell die Blastbeats, die von einer dichten Gitarrenwand umgeben sind. In dieses Soundgefilde legen sich die keifende Schreie Superchis, die teilweise in beschwörerischen Sprachgesang übergehen. Die Blastbeats stoppen hier und da, nur um dann mit noch mehr Kraft einen erneuten Anlauf zu nehmen.

Und ohne, dass man es bemerkt hat, mündet das Album nach fünf Tracks auch schon im abschließenden "Between Two Worlds". Ein Song, der zwischen Hoffnung und Verzweiflung wandert. Irgendwie fühlt er sich nach Aufbruch an, zieht einen aber doch immer wieder mit in den tiefen Sumpf. Und das ist auch eben das, was Uadas Musik so spannend macht: Auf eine brachiale Soundkulisse trifft am Ende ein zwei-minütiges Gitarren-solo, das stark nach Versöhnung klingt und dann abschließend doch wieder in eine dystopische Kulisse abdriftet.

Fazit:
Das Album kann die Spannung vom Anfang bis zum Ende durchweg hochhalten. Uada spielen mit Gegenpolen, lassen verschiedene Stimmungen und Einflüsse aufeinandertreffen und verbinden dies mit einem guten Songwriting. Die gute Produktion tut dabei ihr übriges. "Djinn" ist eine klare Empfehlung für jeden Black Metal Liebhaber.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: The Great Mirage, Between Two Worlds

Tracklist:

01. Djinn
02. The Great Mirage
03. No Place Here
04. In the Absence of Matter
05. Forestless
06. Between Two Worlds

LineUp:

Jake Superchi - Vocals, Guitars
James Sloan - Guitars
Nate Verschoor - Bass
Josiah Babcock - Drums

https://www.facebook.com/OfficialUADA

Autor: Lupus

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Elmsfire (D)
Genre: Heavy Metal
Label: RecordJet
Album Titel: Wings of Reckoning
Spielzeit: 56:27
VÖ: 25.09.2020

Man könnte behaupten, Elmsfire haben zum Start ihrer neuen Scheibe ein bisschen Feuerteufel gespielt und beiläufig die melodische Granate gezündet, die unmittelbar voll ins Schwarze trifft.

Schon das Cover-Artwork von "Wings of Reckoning" setzt voll auf Angriff und auf selbe Weise holt die dargebotene Mucke den willigen Hörer akkurat ab. Der hypermelodische, riffschwingende Albumeinstieg bleibt Statement, auch im weiteren Trackverlauf. Dabei klingen die Kompositionen - tempounabhängig - an vielen Stellen ganz leicht gedehnt. Das ist definitiv nicht schlimm, charakterisiert es doch vielmehr die Elmsfire-Werke.

Ein bisschen Kritik aber muss ich an den zuvor gelobten Melodieläufen aber üben: Während diese nämlich einerseits begeistern, klingen sie in der Gänze betrachtet stellenweise austauschbar und zu gefällig. Die eine oder andere hittaugliche Passage überholt sich nach und nach selbst. Das ist immer die Gefahr bei hypermelodischen Parts und an genau diesem Punkt dürfen Elmsfire sich weg von dem gefälligen, hin zu deutlicher Kante in ihren ansonsten klasse Ansätzen bewegen.

Elmsfires Heavy Metal-Sound wird sehr sauber dargeboten, zeigt auch Elemente des Power Metals und präsentiert durchaus etwas Eigenes. Das Soundgewand insgesamt könnte noch etwas druckvoller sein. An dieser Stelle soll jedoch erwähnt werden, dass die Band just einen Line-Up-Wechsel verkraften musste. Sänger Bobby und Drummer Martin sind neu am Start. Die Saitenschwinger Doro und Germano hingegen sind die Elmsfire-Urgesteine. Beide teilen sich nicht nur die Gitarren-, sondern auch die Bassarbeit und liefern solide ab. Besonders ein paar knackige Melodieläufe und das ein oder andere Banger-Traumriff gefallen. Doch Bobby und Martin fügen sich ebenfalls wunderbar in das Gefüge ein und runden die Elmsfire-Erfahrung ab. Bobbys Stimme passt super zum Sound und behauptet auch ihren Platz. Nur stellenweise könnte man sich noch eine Schippe mehr kraftvoller Emotionen wünschen.

Gegen Ende des Albums versteckt sich das Instrumental "The Conjunction"; eine überzeugende Nummer, abgeschmeckt mit Bekanntem, mit einer guten Prise durchdachter Arrangements gewürzt und schließlich gepfeffert mit ordentlich Spielleidenschaft. Wann immer ich diese Nummer höre, greife ich mein Wahlinstrument und springe gedanklich zum jammen mit auf die Bühne.

Das zweite Instrumentalwerk "Phenomena" bildet den Abschluss und weiß auch von sich zu überzeugen. Nach einer kurz-knackigen Drum-Session meldet sich die Saitenfront lautstark, zielsicher und begeisternd zu Wort. Ein richtig gelungener Abschluss des Albums.

Gleich zwei Cover verstecken sich übrigens auch noch auf dem Album. Die Elmsfire-Variante von Ozzys "Killer of the Giants" braucht sich nicht zu verstecken und verleiht dem Titel durch die Produktion und dem Elmsfire-Moment einen modernen Touch. Die Interpretation von Slayers "Crionics" hingegen haut mich nicht vom Sockel, doch wirklich schlecht ist der Track auch nicht.

Fazit:
Elmsfire machen eine Einsortierung mit "Wings of Reckoning" nicht leicht. Volle Riffpower, gute Arrangements, ein eigener Stil und tolle Melodieläufe stehen einem eher zurückgenommenen Gesamtsoundgewand, ein wenig Eintönigkeit und allzu leicht zugänglichen Melodieläufen gegenüber. Ich finde, daran können die Düsseldorfer noch feilen. Doch insgesamt liefern die stahlharte Lady und die stahlharten Herren hier eine richtig ordentliche Scheibe ab.

Punkte: 8,5/10

Anspieltipp: Croghan, Maelstrom, The Conjunction

Tracklist:

01. El Murcielago De La Muerte
02. Camazotz
03. Croghan
04. Maelstrom
05. A Pirate's Manifest (Intro)
06. Harlock
07. Leviathan
08. Killer Of Giants
09. Drop Dead
10. The Conjunction
11. Rise From Tartarus
12. Cionics
13. Mouth Full Of Sand
14. Phenomena

Lineup:

Bobby - Vocals
Doro - Guitars, Bass
Germano - Guitars, Bass
Martin - Drums

https://www.facebook.com/Elmsfire
https://www.elmsfire.info

Autor: Swenja

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Sacred Outcry (GR)
Genre: Epic Heavy Metal
Label: No Remorse Records
Album Titel: Damned For All Time
Spielzeit: 55:05
VÖ: 25.09.2020

So so, laut Labeltext soll diese griechische Epic Heavy Metal Formation bereits seit über 20 Jahren bestehen. Da fragt man sich dann doch, warum man nie von ihnen gehört hat und warum jetzt erst das Debütalbum vorliegt? Was ich an dieser Stelle jedenfalls ganz klar sagen kann ist; es wurde Zeit!!!

Die sechsköpfige Truppe schart sich um den "Gast"-Frontmann Yannis Papadopoulus, der Freunden der melodischen Metalschiene aus Bands wie Beast in Black oder den ähnlich traditionell/episch ausgerichteten Warrior Path bekannt sein sollte. Ähnlich wie bei Letztgenannten, veredelt der Mann mit seiner kraftvollen und facettenreichen Stimme hier nun acht (Intro nicht mitgezählt) epische True Metal-Hymnen in meist stampfendem Tempo, mit stolz geschwellter Heldenbrust und den Schreien eines echten Metal Kriegers.

Dazu gesellen sich hymnische Arrangements, symphonische Keyboards und heroisch-epische Chöre in den meist angenehm melodisch gehaltenen Refrains. Was will das klischeetriefende True Metal Herz mehr? Genau! Edle und gekonnt gesetzte, hochmelodische Gitarrensoli, und die sucht man hier nicht vergebens.

Auch an Abwechslung mangelt es auf der Scheibe nicht. Neben dem marschierenden, hymnischen Opener "Legion of the Fallen" gibt es auch flottere Knaller, wie der Band-Song "Sacred Outcry", oder das nach hinten raus schön speedige "Lonely Man". Dem gegenüber stehen Breitwand-Epen wie das mit akustischen Parts einsteigende "Where Ancient Gods Are Still Hailed" oder das über allem erhabene Titelstück, das mit fast 15 Minuten Laufzeit ein wahres Epos des melodischen Metals darstellt. Hier werden wirklich alle Register der Band gezogen. Oben drauf gibt es mit "Scared To Cry" eine wahrhaft magisch geratene Ballade.

Fazit:
Die Griechen machen hier für mich wirklich alles richtig. Tolle Melodien, satte Produktion, hymnische und epische Einlagen, schöne Refrains und Chöre und ausreichend Abwechslung. Sänger Yannis hat die für all diese Facetten einfach perfekt geeignete Stimme und auch der Rest der Band konnte mich musikalisch durch die Bank vollstens überzeugen. Einziger, verschwindend kleiner Kritikpunkt ist vielleicht, dass trotz aller Melodik kein wirklicher, Ohrwurm spontan zurückblieb, aber das kann ja noch werden. Liebhaber der eher epischen und atmosphärischen True Metal Schiene sollten sich dieses Glanzstück auf keinen Fall entgehen lassen. Ein TOLLES Herbstalbum!

Punkte: 9/10

Anspieltipp: Legion Of The Fallen, Where Ancient Gods Are Still Hailed, Damned For All Time

Tracklist:

01. Timeless
02. Legion Of The Fallen
03. Sacred Outcry
04. Where Ancient Gods Are Still Hailed
05. Scared To Cry
06. Lonely Man
07. Crystal Tears
08. Damned For All Time
09. Farewell

LineUp:

Yannis Papadopoulos - Vocals
Dimitris Perros – Guitars
Vagelis Spanakis - Guitars
George Apalodimas - Bass
John Skalkotos - Keyboards
Stelios Darakis - Drums

https://www.facebook.com/SacredOutcry

Autor: Slaine

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Band: Crépuscule d’Hiver (F)
Genre: Black Metal
Label: Les Acteurs de L’Ombre Productions
Album: Par-Delà Noireglaces et Brumes-Sinistres
Spielzeit: 70:52
VÖ: 25.09.2020

Die Franzosen Crépuscule d’Hiver legen Ende September, mit "Par-Delà Noireglaces et Brumes-Sinistres", ihr Debüt in die Regale des Händlers eures Vertrauens. Schon der Blick auf das Cover weckt Interesse und passt sehr gut zur bandeigenen Stilbeschreibung, Epic Medieval Black Metal. Es erinnert mich auch etwas an die Österreicher Summoning. Die Erwartungen an das Album waren dementsprechend.

Eingeleitet wird das Ganze mit dem Keyboard-Intro "Que Gloire Soit Nôtre !". Dieses versprüht eine gefällige Atmosphäre, wie wir sie auch von vielen Alben bekannter Vertreter des Symphonischen Black Metals kennen. Beim zweiten Stück "Le Sang sur ma Lame" macht sich dann aber schon ein Manko bemerkbar, was sich auch über das ganze Album zieht. So gefällig das Keyboard als Intro auch daherkommt, so übertrieben wird es dann aber in den einzelnen Songs eingesetzt und es fängt schnell an, nervig zu werden.

Auch entsteht in der musikalischen Struktur immer wieder ein Chaos, was vielleicht eine progressive Note in die Stücke bringen soll, dies aber für meinen Geschmack nicht schafft. Die Dissonanzen, die in progressiver Musik trotzdem immer irgendwie eine Einheit bilden und zum Rest passen, kann man hier nicht erkennen. Oft klingt es einfach so, als würden zwei oder drei Kapellen gleichzeitig spielen und jede ein anderes Stück. Selbst das polternde Schlagwerk, was im Black Metal oft üblich ist, klingt stellenweise, als würde es nicht dazugehören. Auch das Einsetzen von Samples, wie z.B. Pferdegetrappel, reißt hier nichts raus. Die beiden Anspieltipps sind daher nur bedingt als solche anzusehen, sie zeigen aber in einigen Parts, was die Band leisten könnte, wenn sie die "Mängel" abstellt.

Das Geschick an ihren Instrumenten möchte ich den beiden Protagonisten hier gar nicht absprechen, denn dass sie damit umgehen können, kann man in jedem Song bestens ausmachen. Die Gitarren kommen meist sägend und flirrend daher und bedienen genau wie das Schlagzeug die schwarzmetallische Ausrichtung. Der Bass wird songdienlich eingesetzt, ist dabei aber relativ unauffällig. Auch die Vocals kommen meist als Black Metallisches Gekrächze daher. Die female Vocals, welche hier zu hören sind, sind das einzige, was vielleicht ein wenig die Bezeichnung Medieval rechtfertigt. Wobei vor allem die Chöre eher an finnische oder russische Folklore erinnern.

Auch die Produktion kann nicht überzeugen. Zu dem Chaos in der Musik kommt auch noch eine Produktion, bei der sich die Instrumente oft überlagern und dadurch das Durcheinander noch verstärkt.

Fazit:
"Par-Delà Noireglaces et Brumes-Sinistres" ist ein Debüt, was ein bisschen zu viel will und sich damit selbst schadet. Aus dem anscheinend sehr großen Repertoire, was die Franzosen zur Verfügung haben, wird zu viel geschöpft, was den "Suppentopf" einfach zu voll macht und damit zum Überlaufen bringt. Schade, hier wäre definitiv mehr drin gewesen. Wenn die Jungs aber ihre Hausaufgaben machen, dann wage ich mal eine größere Zukunft vorherzusagen.

Punkte: 6/10

Anspieltipp: Héraut De l’Infamie, Les Larmes d’un Spectre Vagabond

Tracklist:

01. Que Gloire Soit Nôtre !
02. Le Sang Sur Ma Lame
03. Héraut De l’Infamie
04. Tyran De La Tour Immaculée
05. Le Souffle De La Guerre
06. Les Larmes d’un Spectre Vagabond
07. Par-Delà Noireglaces et Brumes-Sinistres

Lineup:

Stuurm - Vocals, Guitars, Keyboards
NKLS - Drums, Bass

Guest Musician:

Hexenn - Choirs and Vocals; Tracks 2, 4, 7
Aker - Guitars; Track 7
Wÿntër Ärvn - Acoustic Guitars; Track 2, 7
Vettekult - Guitar Solos Track 5, 7
Spellbound - Choirs Track 5, Vocals Track 4

https://www.facebook.com/crepusculedhiver
-

Autor: Thomas

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Re: REVIEWS 2020 VON DER METAL ONLY REDAKTION

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Band: Torch (S)
Genre: Heavy Metal
Label: Metalville
Album Titel: Reignited
Spielzeit: 42:10
VÖ: 25.09.2020

Das 1983 selbstbetitelte Torch-Debüt gehört für mich mit zu den metallischen Juwelen des Schwermetall-Olymps. Auf dieser Langrille ist jeder Song totaler Kult. Umso erfreuter war ich, als ich sah, dass die Schweden im September 2020 ein neues Werk veröffentlichen wollen. "Reignited" ist somit die erste Platte seit 36! Jahren, mit komplett neuem Material von der Truppe aus Södermanland. Der Vorgänger "Dark Sinner" enthielt ja bis auf zwei Stücke nur neu eingespielte, ältere Titel.

Die neue Scheibe startet mit dem Opener "Knuckle Duster" auch gleich schön bissig durch. Kompositorisch und soundtechnisch klingen Torch im Jahre 2020 ein wenig wie neue Accept oder auch U.D.O. Klassisches Gitarrentuning im Heavy Metal-Gewand sägt sich durch die Boxen. Das knackige Drumset und der kraftvolle Bass leisten hier schön pulsierende Rhythmusarbeit. Die Stimme von Dan Dark ist herrlich rau und kratzig und erinnert stark an eine Mischung aus den Saxon/Accept Frontmännern.

Ein sehr moderner, klar differenzierter Sound der einzelnen Instrumente weiß zu gefallen und überzeugt auch produktionstechnisch. Überwiegend wird im gediegeneren Mid-Tempo-Bereich gezockt. Sogar noch etwas ruhigere und balladeskere Töne schlägt das Stück "In The Dead Of The Night" an. Bemerkenswert ist ebenso, dass alle ursprünglichen Mitglieder seit der ersten Studioplatte immer noch hier am Werke sind.

Ein paar zackigere und treibende Nummern wie bei meinen Anspieltipp wären noch wünschenswert gewesen, denn stellenweise wirkt die Zusammenstellung im "am Stück durchhören" etwas leicht "träge" auf mich. Einzeln genommen sind auf "Reignited" aber viele gute Mid-Tempo-Stampfer enthalten.

Fazit:
Soliden und druckvollen Hard 'N' Heavy gibt es auf Full-Length Nummer Vier zum Lauschen. Die Schwermetall-Veteranen aus Skandinavien können immer noch wahren Stahl formen und ihn eindrucksvoll präsentieren. Auch wenn Torch hier im wahrsten Sinne des Wortes ihre musikalische Flamme wieder entzündet haben, so kann "Reignited" für mich nur ansatzweise dem 80iger Debüt das Wasser reichen.

Punkte: 7,5/10

Anspieltipp: Knuckle Duster, Feed The Flame, Cradle To Grave

Tracklist:

01. Knuckle Duster
02. Collateral Damage
03. All Metal, No Rust
04. Feed The Flame
05. In The Dead Of Night
06. Cradle To Grave
07. Snake Charmer
08. Intruder
09. To The Devil His Due

Lineup:

Dan Dark - Vocals
Chris J First - Guitars
Håkky - Guitars
Ian Greg - Bass
Steve Streaker - Drums

https://www.facebook.com/torchrocknroll
http://www.torchrocknroll.com

Autor: Blacky

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